
Münsters Altstadt soll an zwei Stellen ein neues Gesicht bekommen – und das möglicherweise deutlich früher als ursprünglich geplant. Am Apostelgarten könnte der bisherige Parkplatz bereits 2027 einem schattigen Aufenthaltsbereich unter Bäumen weichen. In der Frauenstraße soll weniger Durchgangsverkehr Platz für Außengastronomie und mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Die politischen Beschlüsse dafür sind gefasst. Nun soll geprüft werden, wie sich Teile der langfristigen Planungen schon mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen umsetzen lassen.
Am Apostelgarten soll bereits bis zum Frühjahr 2027 eine Übergangslösung entstehen. Vorgesehen ist, den heutigen Parkplatz vollständig aufzugeben und die Fläche neu zu nutzen. Unter den vorhandenen Bäumen sollen Sitzgelegenheiten und ein beschatteter, konsumfreier Aufenthaltsbereich eingerichtet werden.
Die rund 35 Bewohnerparkplätze, die derzeit am Apostelgarten liegen, sollen innerhalb der Bewohnerparkzone ersetzt werden. Als mögliche Standorte werden im Antrag unter anderem die Rosenstraße und die Schlaunstraße genannt. Bei der weiteren Gestaltung sollen auch die Apostel-Kirchengemeinde, der Kiepenkerl e.V. und die Initiative Starke Innenstadt einbezogen werden.
Damit würde ein Teil der bereits länger geplanten Umgestaltung deutlich vorgezogen. Der Apostelgarten gilt aufgrund seines alten Baumbestands schon heute als vergleichsweise kühler Ort in der Innenstadt und ist entsprechend im „Coolen Stadtplan für heiße Tage“ verzeichnet. Ein größerer baulicher Umbau des Bereichs ist allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.
Die Grünen begrüßen deshalb die geplante Zwischenlösung. Andrea Blome, Fraktionssprecherin und Vorsitzende des Verkehrsausschusses, erklärte: „Mit einigen Bänken kann unter den Bäumen ein Bereich entstehen, an dem man gern eine Pause beim Stadtbummel macht.“
Auch in der Frauenstraße sollen Veränderungen nicht bis zu einem späteren Komplettumbau warten. Ziel des beschlossenen Antrags ist es, den Durchgangsverkehr deutlich zu reduzieren oder ganz zu unterbinden. Genannt werden dafür unter anderem Anliegerregelungen oder Durchfahrverbote von der Rosenstraße in Richtung Katthagen, Frauenstraße und Krummer Timpen.
Gleichzeitig sollen einzelne Parkstände wegfallen und Bewohnerparkplätze an andere Stellen verlagert werden. Behindertenparkplätze sowie Lade- und Lieferzonen sollen bestehen bleiben. Die frei werdenden Flächen könnten unter anderem für zusätzliche Außengastronomie genutzt werden. Auch weitere Fahrradbügel sind vorgesehen.
Wie eine solche Nutzung aussehen könnte, zeigte sich Ende August während des NRW-Tags. Für das Landesfest wurde der Straßenraum in der Frauenstraße zeitweise anders aufgeteilt. Der Antrag greift diese Erfahrung auf und schlägt vor, mehr Aufenthaltsfläche zunächst auch ohne einen umfassenden baulichen Umbau zu schaffen.
Ulrich Kathöfer, Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Mitte, sieht darin neue Möglichkeiten für die Straße: „Wenn die Straße vom Auto-Durchgangsverkehr befreit wird, entstehen neue Flächen, etwa für die Gastronomie in der Straße.“
Die Bedingungen während eines großen Veranstaltungswochenendes lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres auf den normalen Alltag übertragen. Wie die Verkehrsführung und die Nutzung der zusätzlichen Flächen dauerhaft funktionieren können, muss deshalb im weiteren Verfahren konkretisiert werden.
Apostelgarten und Frauenstraße verbindet dabei dieselbe Idee: Verbesserungen, die langfristig ohnehin vorgesehen sind, sollen nicht vollständig auf spätere Bauprojekte verschoben werden. Stattdessen sollen erste Veränderungen mit überschaubaren Eingriffen früher sichtbar werden.
Die Grünen verweisen dabei auch auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Andrea Blome spricht von „kreativen und günstigen Lösungen“. Wie hoch die Kosten für die beiden Vorhaben tatsächlich ausfallen würden, geht aus den vorliegenden Anträgen allerdings nicht hervor. Das wird sich erst im Zuge der weiteren Planung konkretisieren.
Die geplanten Zwischenlösungen sollen die späteren Umbauten nicht ersetzen. Sowohl für den Apostelgarten als auch für die Frauenstraße gibt es weitergehende Planungen im Rahmen der Innenstadtentwicklung. Mit den nun beschlossenen Maßnahmen sollen einzelne Verbesserungen jedoch bereits vorgezogen werden – und damit früher im Stadtbild sichtbar werden.






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