
Greven. Die Grundschulen in Greven könnten ab 2029 grundlegend neu geordnet werden. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Martin-Luther-Grundschule und die Martini-Grundschule auslaufen zu lassen. Gleichzeitig soll am heutigen Martini-Standort eine rechtlich neue vierzügige Grundschule entstehen. Über den Vorschlag muss die Politik noch entscheiden. Aktuell führt die Stadt St. Martini als katholische und die Martin-Luther-Grundschule als evangelische Grundschule.
Nach den Planungen sollen beide bestehenden Schulen zum 1. August 2029 auslaufend gestellt werden. Für das Schuljahr 2029/30 würde zugleich eine neue vierzügige Grundschule am Standort der Martini-Grundschule starten. Damit würde der dort vorhandene und bereits ausgebaute Schulstandort weiter genutzt.
Hintergrund sind vor allem die erwarteten Schülerzahlen. Während in Greven in den kommenden Jahren noch mit jährlich mehr als 400 Einschulungen gerechnet wird, geht die Schulentwicklungsplanung ab 2029/30 von einem dauerhaften Rückgang auf etwa 350 Kinder pro Jahr aus. Für die Schulen rechts der Ems erwartet die Verwaltung dadurch einen Bedarf von künftig neun statt bislang elf Zügen.
Ein Neubau der Martin-Luther-Grundschule wird deshalb nicht empfohlen. Für eine zweizügige neue Schule werden die Investitionskosten auf rund 15,9 Millionen Euro geschätzt. Ein Umbau des vorhandenen Gebäudes für eine einzügige Schule könnte nach den Berechnungen bis zu knapp neun Millionen Euro kosten.
Die vorgeschlagene Neugründung am Martini-Standort würde nach der Kalkulation dagegen keine zusätzlichen Investitionen in ein neues Schulgebäude erfordern. Für das Grundstück der Martin-Luther-Grundschule rechnet die Verwaltung zudem mit möglichen Verkaufserlösen von etwa 1,8 Millionen Euro. Hinzu kämen jährlich wegfallende Miet- und Bewirtschaftungskosten.
Mit der Neuordnung würde auch die bisherige konfessionelle Struktur neu bestimmt. Die Martin-Luther-Grundschule ist derzeit evangelisch, St. Martini katholisch.
Nach dem vorgesehenen Verfahren sollen Eltern darüber abstimmen können, welche Schulart die neue Grundschule erhält. Erreicht eine evangelische oder katholische Variante die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen, könnte erneut eine Bekenntnisschule entstehen. Andernfalls würde die neue Einrichtung als Gemeinschaftsgrundschule geführt.
Die Verwaltung begründet ihren Vorschlag neben den erwarteten Schülerzahlen auch mit der Verteilung der Kinder auf die Schulstandorte. Sie sieht bei einem Neubau der Martin-Luther-Grundschule das Risiko zusätzlicher Überkapazitäten und einer stärkeren sozialen Ungleichverteilung zwischen den Schulen.
Beschlossen ist die Neuordnung noch nicht. Die Beratungen sollen zunächst im Schulausschuss stattfinden. Für den 7. Oktober 2026 ist eine Sitzung des Ausschusses angesetzt; anschließend sind weitere Beratungen in den politischen Gremien vorgesehen.






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