
Im Drogerieregal versprechen Sprays, Lotionen und Tücher besondere Frische. Für die tägliche Intimpflege ist eine große Produktauswahl jedoch nicht erforderlich. Die Haut und Schleimhäute im Genitalbereich reagieren empfindlich auf Reibung und reizende Stoffe. Sanftes Reinigen ist deshalb meist sinnvoller als der Versuch, jeden natürlichen Geruch zu beseitigen.
Die Vulva bezeichnet den äußeren Genitalbereich, unter anderem mit den Schamlippen. Die Vagina liegt im Körperinneren und reinigt sich selbst. Sie sollte nicht ausgespült oder innen ausgewaschen werden. Solche Spülungen können das natürliche Milieu stören und Beschwerden begünstigen, erläutert der britische Gesundheitsdienst Devon Sexual Health.
Für die äußere Reinigung genügt im Allgemeinen lauwarmes Wasser. Bei trockener oder erkrankter Haut kann nach fachlicher Beratung ein geeignetes rückfettendes Produkt sinnvoll sein. Starkes Schrubben, parfümierte Seifen, Intimdeos und duftende Feuchttücher können reizen. Häufigeres Waschen ist nicht automatisch gründlichere oder gesündere Pflege.
Die äußeren Genitalien sollten regelmäßig vorsichtig gewaschen und anschließend sanft getrocknet werden. Lässt sich die Vorhaut problemlos zurückziehen, wird darunter gereinigt und sie danach wieder nach vorn geschoben. Bei Kindern darf eine noch festsitzende Vorhaut nicht gewaltsam zurückgezogen werden.
Der britische National Health Service empfiehlt bei gereizter oder entzündeter Eichel Wasser beziehungsweise ein geeignetes Pflegeprodukt anstelle von Seife und Duschgel. Eine geschwollene, schmerzhafte oder juckende Eichel sollte untersucht werden: Dahinter können unterschiedliche Ursachen stecken, die jeweils anders behandelt werden.
Anhaltender Juckreiz, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss oder sichtbare Hautveränderungen lassen sich nicht zuverlässig mit zusätzlichen Hygieneprodukten beheben. Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs weist darauf hin, dass sowohl Reizungen als auch Erkrankungen Beschwerden an der Vulva auslösen können. Bei neuen oder anhaltenden Veränderungen ist deshalb eine gynäkologische beziehungsweise urologische Abklärung sinnvoll.
Auch eine Pilzbehandlung sollte nicht zur Routine werden, nur weil es juckt. Das Symptom allein sagt noch nicht, ob überhaupt eine Pilzinfektion besteht. Im Zweifel hilft eine Untersuchung, statt verschiedene Mittel nacheinander auszuprobieren.
Waschen nach dem Sex schützt nicht zuverlässig vor sexuell übertragbaren Infektionen. Dafür sind geeignete Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls Tests nötig. Die tägliche Pflege kann aber helfen, Veränderungen früh wahrzunehmen. Grundlage dieses Ratgebers sind die Informationen von Devon Sexual Health, dem NHS und dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs.
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