
Münster. Sechs Projekte aus Münster sind beim Deutschen Engagementpreis 2026 vertreten. Seit Donnerstag, 1. Oktober, 10 Uhr, kann die Öffentlichkeit für die nominierten Projekte und engagierten Personen abstimmen. Bundesweit nehmen 503 bestätigte Nominierte teil, allein 99 davon kommen aus Nordrhein-Westfalen. Der Publikumspreis ist mit bis zu 10.000 Euro dotiert.
Das Spektrum der Münsteraner Nominierungen reicht von Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen über politische Bildung bis zur Vorbereitung Studierender auf den Umgang mit pflegebedürftigen Menschen.
ANTI ROST MÜNSTER e.V. unterstützt seit 2008 ältere Menschen bei technischen Problemen im Alltag. Ehrenamtliche helfen beispielsweise beim Einrichten von Fernsehern, Computern, Smartphones oder anderen Geräten. Der Verein setzt damit dort an, wo technische Schwierigkeiten die Selbstständigkeit im Alltag erschweren können. Nominiert wurde ANTI ROST über den Ehrenamtspreis „Ehrenamt schafft Begegnung“.
Ebenfalls nominiert ist „Von Mensch zu Mensch“ der Stiftung Magdalenenhospital. Das Projekt gibt es seit 2003 und richtet sich an ältere sowie hilfe- oder pflegebedürftige Menschen. Ehrenamtliche verbringen Zeit mit ihnen, begleiten sie und schaffen persönliche Begegnungen. Auch dieses Projekt wurde über den Ehrenamtspreis „Ehrenamt schafft Begegnung“ für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen.
Mit GrundGesetzVerstehen e.V. ist zudem ein Projekt aus der politischen Bildungsarbeit vertreten. Der Verein bietet Unterrichtseinheiten zum Grundgesetz und zu den darin verankerten Grundrechten an Schulen an. Thematisch geht es unter anderem um Demokratie, Beteiligung und gesellschaftliche Grundrechte. Die Nominierung erfolgte über den Brandenburger Freiheitspreis.
Eine weitere Münsteraner Nominierung kommt aus dem Caritas-Altenzentrum St. Lamberti. Das Projekt „Gemeinsam statt einsam – am Abend“ setzt auf gemeinschaftliche Angebote für Bewohnerinnen und Bewohner des Altenzentrums. Haupt- und Ehrenamtliche gestalten dabei eine Abendrunde, die Begegnung und gemeinsame Aktivitäten ermöglichen soll.
Auch die FH Münster ist mit einem Projekt vertreten. Gemeinsam mit dem DRK-Landesverband Westfalen-Lippe hat sie Studi-PUK entwickelt. Dabei erwerben Studierende grundlegende pflegerische Kenntnisse. Sie lernen beispielsweise, wie pflegebedürftigen Menschen beim Essen geholfen wird und wie ein wertschätzender Umgang mit älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen aussehen kann.
Studi-PUK wurde über die „Helfende Hand“, den Preis des Bundesinnenministeriums zur Förderung des Ehrenamtes im Bevölkerungsschutz, für den Deutschen Engagementpreis nominiert.
Die sechste Münsteraner Nominierung geht an die Zukunfts Gesellschaft e.V. mit ihrem Gamechanger-Programm. Das Angebot richtet sich insbesondere an junge Menschen und verbindet Bildungsarbeit mit ehrenamtlichem Engagement.
Nach Angaben im Engagiertenfinder reagiert das Projekt auf gesellschaftliche Veränderungen, die viele Jugendliche und junge Erwachsene vor Herausforderungen stellen. Über gemeinsames Engagement sollen Verbindungen geschaffen und junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt werden. Nominiert wurde das Projekt über den VEZ Ehrenamtspreis NRW.
Damit spiegeln die Münsteraner Projekte mehrere zentrale Themenfelder des Deutschen Engagementpreises wider: Soziales, Bildung, Demokratie und Partizipation, Gesundheit, Inklusion sowie Engagement für andere Engagierte.
Auch aus dem weiteren Münsterland ist ein Projekt dabei. Das Team Schulseelsorge Ibbenbüren wurde mit dem Projekt der Erinnerungskultur „Gegen das Vergessen“ nominiert.
Ausgangspunkt war eine Ausstellung des Fotografen Luigi Toscano im Oktober und November 2024 in Ibbenbüren. Daraus entwickelte sich ein Projekt, das sich mit Erinnerungskultur, Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt. Die Nominierung erfolgte über den Ehrenamtspreis des Bistums Münster.
Für den Deutschen Engagementpreis 2026 waren zunächst 626 Projekte und Personen nominiert. 503 von ihnen bestätigten ihre Teilnahme und machten weitere Angaben zu ihrer Arbeit. Nach Angaben des Deutschen Engagementpreises repräsentieren diese Nominierten zusammen mehr als 47.800 engagierte Menschen. Nordrhein-Westfalen stellt mit 99 bestätigten Nominierungen die größte Gruppe aller Bundesländer. Dahinter folgen Bayern mit 84, Baden-Württemberg mit 50 und Rheinland-Pfalz mit 44 Projekten und Personen.
Besonders häufig engagieren sich die Nominierten im sozialen Bereich: 329 der 503 bestätigten Projekte und Personen nennen dieses Themenfeld. 293 sind im Bereich Bildung aktiv, 227 bei Demokratie und Partizipation. Weitere große Bereiche sind Integration und Diskriminierung, Gesundheit, Inklusion sowie Kultur und Musik. Mehrfachnennungen sind möglich.
Das Publikumsvoting läuft vom 1. Oktober um 10 Uhr bis zum 29. Oktober um 17.59 Uhr. Jede Person kann bis zu drei Stimmen abgeben, allerdings jeweils nur eine Stimme pro nominiertem Engagement. Zur Bestätigung wird eine Mobilfunknummer angegeben. Anschließend muss die Stimme über einen per SMS verschickten Code bestätigt werden. Die Abstimmung ist kostenlos.
Bis zum 22. Oktober veröffentlicht der Deutsche Engagementpreis täglich um 16 Uhr einen Zwischenstand mit den 100 Nominierten, die zu diesem Zeitpunkt die meisten Stimmen erhalten haben. In der letzten Woche der Abstimmung werden diese Zahlen nicht mehr angezeigt.
Die drei Nominierten mit den meisten Stimmen erhalten zusätzlich ein Preisgeld. Für den ersten Platz sind 10.000 Euro sowie ein professionell produziertes Imagevideo vorgesehen. Der zweite Platz ist mit 7.500 Euro, der dritte mit 5.000 Euro dotiert. Die zehn Nominierten mit den meisten Stimmen werden außerdem zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen, einschließlich Reise- und Übernachtungskosten. Die 50 stimmenstärksten Projekte und Personen erhalten im kommenden Jahr eine Einladung zu einem Vernetzungstreffen.
Am 3. November soll bekannt gegeben werden, welche zehn Nominierten beim Publikumsvoting die meisten Stimmen erhalten haben. Die genaue Reihenfolge wird erst bei der Preisverleihung am 26. November im Colosseum Berlin bekanntgegeben.
Wie groß die Beteiligung sein kann, zeigt das Vorjahr: Beim Publikumsvoting 2025 wurden nach Angaben des Deutschen Engagementpreises 101.564 Stimmen von 95.541 Personen abgegeben. Neben dem Publikumspreis vergibt eine elfköpfige Fachjury Auszeichnungen in den Kategorien „Anstoßen“, „Verbinden“, „Verändern“, „Bewahren“ und „Ich für uns“. Hinzu kommt 2026 ein Sonderpreis für junges Engagement.
Insgesamt stehen für acht ausgezeichnete Projekte 72.500 Euro Preisgeld zur Verfügung. Die Preisverleihung beginnt am 26. November um 16 Uhr in Berlin. Der Deutsche Engagementpreis wird seit 2009 vergeben und versteht sich als Dachpreis für Engagementpreise in Deutschland. Seit 2024 wird er von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ausgerichtet. Mehr als 650 Engagementpreise aus Deutschland sind mit dem Wettbewerb verbunden.






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