
In der Nacht auf Montag zeigt Das Erste einen vielfach ausgezeichneten Psychothriller aus dem Baltikum. „Lioness“ läuft am Montag, 5. Oktober 2026, von 00:10 bis 01:53 Uhr im Rahmen der Reihe „ARD Debüt“. Im Zentrum des Films steht eine Mutter, die beruflich täglich Menschen in Not hilft, bei ihrer eigenen Tochter aber zunehmend an ihre Grenzen gerät.
Der Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Liina Triškina-Vanhatalo entstand als Koproduktion aus Estland, Deutschland und Lettland. Sein estnischer Originaltitel lautet „Emalõvi“. In den Hauptrollen sind Katariina Unt als Helena, Teele Piibemann als deren Tochter Stefi und Ivo Uukkivi als Helenas Ehemann Kaarel zu sehen.
Die Ausstrahlung von „Lioness im Ersten“ ist nicht die deutsche TV-Premiere. Arte zeigte den Film bereits am 3. August 2026. Für Das Erste ist die nächtliche Ausstrahlung dagegen die Premiere innerhalb des eigenen Programms und der Nachwuchsfilmreihe „ARD Debüt“.
Helena arbeitet im Rettungsdienst und ist daran gewöhnt, in schwierigen Situationen schnell zu handeln. Privat funktioniert dieses Prinzip nicht mehr. Ihre 15-jährige Tochter Stefi entfernt sich zunehmend von ihrer Familie, bleibt der Schule fern und gerät in ein problematisches Umfeld. Zwischen Mutter und Tochter ist die Verbindung bereits seit längerer Zeit beschädigt.
Als sich Stefis Situation weiter verschärft, entwickelt Helena einen radikalen Plan. Sie will ihre Tochter von ihrem bisherigen Umfeld isolieren und glaubt, damit einen Weg zurück zu ihr finden zu können. Ihren Entschluss hält sie selbst vor ihrem Mann geheim.
Statt eines klassischen Kriminalthrillers rückt „Lioness“ zunehmend die psychologische Dynamik innerhalb der Familie in den Mittelpunkt. Dabei geht es um Fürsorge, Kontrolle, Überforderung und die Frage, was geschieht, wenn der Wunsch zu helfen selbst immer extremere Formen annimmt.
Katariina Unt spielt Helena, Teele Piibemann ihre Tochter Stefi. Ivo Uukkivi ist als Kaarel zu sehen. Zum weiteren Ensemble gehören Joonas Mikk als Sander, Elina Masing als Mariann, Margo Teder als Priit, Karl Pärtel als Paul sowie unter anderem Doris Tislar, Raimo Pass und Kristo Viiding.
Regie und Drehbuch stammen beide von Liina Triškina-Vanhatalo. Erik Põllumaa führte die Kamera, Moonika Raidam verantwortete den Schnitt. Die Filmmusik komponierte Nils Kacirek.
Die reguläre Filmfassung hat eine Länge von rund 104 Minuten. Das Erste weist für seinen Programmplatz 103 Minuten aus. Die Produktion stammt von Allfilm aus Estland mit Heimathafen Film aus Deutschland und Ego Media aus Lettland. Produziert wurde der Film unter anderem von Ivo Felt, Sebastian Weyland und Guntis Trekteris.
Die Dreharbeiten fanden in Tallinn und im Umland der estnischen Hauptstadt statt. Bereits während der Produktion wurde „Emalõvi“ als psychologischer Thriller über eine zunehmend schwierige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer jugendlichen Tochter angekündigt.
Triškina-Vanhatalo erklärte zur Entstehung des Stoffes, dass Berichte über eine in Tallinn aktive Jugendgruppe einen frühen Anstoß für die Geschichte gegeben hätten. Aus diesem Ausgangspunkt entwickelte sie jedoch keinen dokumentarischen Fall, sondern eine eigenständige fiktionale Familiengeschichte.
Die Regisseurin war zuvor vor allem durch „Take It or Leave It“ bekannt geworden. Das Sozialdrama war Estlands Beitrag für den Auslands-Oscar und hatte bereits familiäre Konflikte sowie gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt gestellt.
International wurde „Lioness“ unter anderem beim Warsaw International Film Festival gezeigt. Dort erhielt Liina Triškina-Vanhatalo einen Spezialpreis der Jury für das Drehbuch. Der Film lief außerdem beim Tallinn Black Nights Film Festival in der Baltic Film Competition und später bei weiteren internationalen Festivals.
Besonders erfolgreich war die Produktion bei den Estonian Film and Television Awards 2025. „Emalõvi“ wurde dort als bester Spielfilm ausgezeichnet. Zusätzlich erhielt Triškina-Vanhatalo den Preis für das beste Drehbuch. Beim slowakischen IFF Art Film 2025 gewann „Lioness“ zudem den Publikumspreis.
Auch in den estnischen Kinos erreichte der Film ein vergleichsweise großes Publikum. Für das Jahr 2024 wurden 22.298 Kinobesuche registriert. Damit gehörte „Emalõvi“ zu den fünf meistgesehenen heimischen Filmen des Jahres und belegte unter den estnischen Produktionen den vierten Platz.
Wer „Lioness“ in der Nacht im Ersten sieht, erlebt damit keine deutsche Fernsehpremiere. Unter dem deutschen Titel „Die Löwin“ lief der Film bereits am 3. August 2026 ab 23:00 Uhr bei arte. Das Erste übernimmt den Film nun für die Reihe „ARD Debüt“.
Die ARD Mediathek stellt „Lioness“ ebenfalls bereit. Nach aktuellem Programmstand ist das Video bis zum 4. Oktober 2028 um 00:10 Uhr verfügbar. Die ARD kennzeichnet die Fassung zudem mit Untertiteln und Audiodeskription.
„Lioness“ setzt weniger auf einen rätselhaften Fall als auf die immer schwierigere Beziehung zweier Menschen, die einander nahestehen und sich dennoch kaum noch erreichen.
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