
Münster muss sparen – und das wirkt sich inzwischen auch auf die Personalpolitik aus. Seit Ende September werden frei werdende Stellen nur noch neu besetzt, wenn sie als unverzichtbar gelten. Der Deutsche Beamtenbund (dbb) warnt deshalb davor, dass die Haushaltskrise zulasten des öffentlichen Dienstes in Münster gehen könnte.
Beim offenen Kreisgewerkschaftstag betonte Roland Staude, Vorsitzender des dbb Nordrhein-Westfalen, die Bedeutung einer ausreichenden personellen Ausstattung. Gerade angesichts des Fachkräftemangels müssten Beschäftigte gewonnen und langfristig gehalten werden. Dafür brauche es verlässliche Arbeitsbedingungen.
„Ein handlungsfähiger Staat braucht einen starken öffentlichen Dienst. Gute Arbeitsbedingungen und eine ausreichende personelle Ausstattung sind dafür unverzichtbar“, erklärte Staude. Zugleich hob er die Rolle des öffentlichen Dienstes für Rechtsstaatlichkeit und Verlässlichkeit hervor.
Für 2027 hatte die Stadt ursprünglich mit rund 95 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen des Landes gerechnet. Nach der aktuellen Berechnung sind es nur noch rund 2,8 Millionen Euro. Seit dem 8. September gilt deshalb eine Haushaltssperre.
Auch die Stellenbesetzung wurde eingeschränkt: Seit dem 25. September prüft die Stadt frei werdende Stellen einzeln. Unverzichtbare Stellen können weiterhin besetzt werden, einen pauschalen Einstellungsstopp gibt es nicht.
Der Münsteraner dbb-Kreisvorsitzende Meik Bruns warnt davor, die Konsolidierung einseitig zulasten der Beschäftigten umzusetzen. „Die Finanzkrise der Stadt darf nicht zur Belastungskrise für den öffentlichen Dienst werden“, erklärte er.
Ausbleibende Nachbesetzungen oder Stellenstreichungen könnten aus Sicht des dbb keine langfristige Personalstrategie ersetzen. Für Verwaltung, Infrastruktur und Daseinsvorsorge brauche Münster ausreichend qualifizierte Beschäftigte. Bruns fordert deshalb „rasch eine verlässliche und faire Personalplanung“.
Der Kreisgewerkschaftstag verband die landesweiten Herausforderungen des öffentlichen Dienstes mit der Situation in Münster. Der dbb will den Austausch mit Politik und Verwaltung über Personalplanung und Arbeitsbedingungen fortsetzen.
Dem dbb Münster gehören nach Verbandsangaben mehr als 10.000 Mitglieder an. Meik Bruns führt den Kreisverband seit 2019.
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