
Münster gehört bei der Umstellung auf Elektrobusse zu den führenden Großstädten Deutschlands. Im neuen Ranking der Deutschen Umwelthilfe landet die Stadt bundesweit auf Platz fünf und ist damit die Nummer eins in Nordrhein-Westfalen. Fast jeder zweite Bus in Münster fährt demnach batterieelektrisch – ein deutlich höherer Anteil als etwa in Köln oder Mönchengladbach. Ganz an die Spitze reicht es trotzdem nicht: Drei süddeutsche Städte liegen noch vor Münster.
Laut DUH iegt der Anteil der E-Busse in Münster bei knapp 50 Prozent. Damit schneidet Münster unter den untersuchten NRW-Städten am besten ab. Köln folgt bundesweit auf Platz elf mit rund 25 Prozent batterieelektrischen Bussen, Mönchengladbach auf Platz zwölf mit gut 20 Prozent. Münster liegt damit ungefähr doppelt so hoch wie Köln. Nach Angaben der DUH planen Münster, Köln und Mönchengladbach zudem keine neuen Verbrennerbusse mehr anzuschaffen.
Bundesweit führen Mannheim mit 60,6 Prozent, Freiburg mit 51,7 Prozent und Karlsruhe mit 51,6 Prozent das Ranking an. Diese drei Städte erhielten von der Deutschen Umwelthilfe eine „Grüne Karte“.
Der Anteil von knapp 50 Prozent wirkt zunächst überraschend, denn die eigene Flotte der Stadtwerke Münster ist bereits deutlich stärker elektrifiziert. Schon Mitte 2025 waren 97 von rund 120 eigenen Bussen vollständig elektrisch. Hinzu kommen jedoch private Partnerunternehmen, die ebenfalls im Stadtverkehr unterwegs sind und bislang noch zahlreiche Dieselbusse einsetzen. Dadurch sinkt der Elektroanteil in der Gesamtflotte.
Bis Ende 2026 wollen die Stadtwerke 107 Elektrobusse einsetzen. Spätestens 2029 soll der letzte eigene Dieselbus ausgemustert werden. Auch bei den privaten Partnerunternehmen wächst der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge.
Die Umstellung zeigt sich auch beim Kraftstoffverbrauch. Im Jahr 2017 benötigten die Stadtwerke für ihre Busflotte noch mehr als 2,6 Millionen Liter Diesel. 2025 waren es nur noch 540.000 Liter. Für 2026 rechneten die Stadtwerke im Frühjahr mit etwa 400.000 Litern.
Auch die Infrastruktur wird weiter ausgebaut. Derzeit gibt es 19 Ladestationen an 15 Endhaltestellen, weitere sollen hinzukommen. An Wochenenden verzichten die Stadtwerke bereits seit Juni 2026 weitgehend auf den Einsatz eigener Dieselbusse.
Das DUH-Ranking hat allerdings eine wichtige Einschränkung: Bewertet wird ausschließlich der Anteil batterieelektrischer Busse. Wasserstoff- und Brennstoffzellenbusse werden dabei nicht als Elektrobusse gewertet. Dadurch landen etwa Wuppertal, Krefeld und Essen weit hinten, obwohl dort ebenfalls Fahrzeuge mit alternativen Antrieben unterwegs sind.
Zum Stichtag Ende 2025 verzeichnete die DUH in diesen Städten keinen batterieelektrischen Bus. Wuppertal setzt jedoch einen Teil seiner Flotte mit Wasserstoff ein, ebenso Krefeld und Essen. Bundesweit fahren nach DUH-Angaben weiterhin fast 80 Prozent der Busse mit Diesel oder dieselbasierten Hybridantrieben.
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