
Die Heizölpreise in Deutschland ziehen am Mittwoch wieder an. Nach der Entspannung vom Vortag lagen bundesweite Vergleichswerte am Vormittag bei rund 163 bis 164 Euro je 100 Liter für eine typische Bestellung von 3.000 Litern. Gleichzeitig ist der Preis für die international wichtige Rohölsorte Brent wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen. Neue Risiken für die Ölversorgung im Nahen Osten sowie ein aufziehender Sturm im Golf von Mexiko sorgen erneut für Aufwärtsdruck.
Die Heizölpreise am 7. Oktober 2026 zeigen am Mittwochvormittag wieder nach oben. Das Vergleichsportal esyoil wies um 9.08 Uhr einen bundesweiten Durchschnitt von 163,17 Euro je 100 Liter aus. Das waren 1,54 Euro beziehungsweise 0,95 Prozent mehr als am Vortag. Die Berechnung bezieht sich auf 3.000 Liter schwefelarmes Standardheizöl inklusive Mehrwertsteuer.
Auch HeizOel24 registrierte im Laufe des Morgens steigende Preise. Um 9.02 Uhr wurden dort 163,99 Euro je 100 Liter und ein Plus von 1,74 Prozent gegenüber dem Vortag ausgewiesen. Gleichzeitig notierte Brent dort bei rund 101,48 Dollar je Barrel.
Für eine Bestellung von 3.000 Litern entsprechen Preise von rund 163 bis 164 Euro je 100 Liter rechnerisch Kosten von etwa 4.890 bis 4.920 Euro. Der tatsächliche Rechnungsbetrag kann je nach Wohnort, Händler, Lieferzeit, Bestellmenge und Heizölsorte abweichen.
Der neue Anstieg beim Heizöl folgt auf eine Gegenbewegung am internationalen Ölmarkt. Brent Rohöl verteuerte sich am Mittwochmorgen um rund 0,8 Prozent auf 101,39 Dollar je Barrel. Die amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate stieg auf 90,05 Dollar. Noch am Dienstag war Brent zeitweise unter 100 Dollar gefallen.
Damit bleibt der Ölmarkt auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Die US Energiebehörde EIA bezifferte den durchschnittlichen Brent Preis im September auf 114 Dollar je Barrel. Das waren 23 Dollar mehr als im August. Zeitweise hatte Brent Mitte September sogar 131 Dollar erreicht. Als wesentlichen Grund nennt die Behörde Störungen bei Produktion und Transport im Nahen Osten.
Für Heizölkunden ist neben dem Rohölpreis insbesondere Gasöl relevant. Dieses Mitteldestillat ist ein wichtiger Vorläufer für Heizöl und Diesel. HeizOel24 führte Gasöl am Mittwochmorgen bei rund 1.386 Dollar je Tonne.
Für den jüngsten Preisanstieg kommen mehrere Faktoren zusammen. Im Golf von Mexiko entwickelt sich ein Sturm, der nach Angaben von US Meteorologen zum ersten Atlantik Hurrikan des Jahres werden könnte. In seiner möglichen Zugbahn liegen Fördergebiete, die rund 15 Prozent der amerikanischen Rohölproduktion und etwa fünf Prozent der Erdgasförderung liefern. Auch mehrere Raffinerien könnten betroffen sein.
Hinzu kommen die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten. Neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi auf Ziele in Saudi Arabien verstärkten zuletzt wieder die Sorge vor Störungen bei Förderung, Verarbeitung und Transport von Öl. Gleichzeitig verbessert sich die Versorgung teilweise. Saudi Arabiens wichtige Ost West Pipeline transportierte zuletzt wieder rund 5,8 Millionen Barrel täglich. Auch die Ausfuhren aus der Region haben sich erholt.
Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Mehr Öl erreicht wieder den Weltmarkt, zugleich bleiben wichtige Transportwege und Energieanlagen einem erhöhten Ausfallrisiko ausgesetzt.
Auch die Förderpolitik der großen Ölexporteure bringt zunächst keine zusätzliche Entlastung. Saudi Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman beschlossen am 4. Oktober, ihre für September geltenden Fördervorgaben auch im November beizubehalten. Das nächste Treffen der sieben OPEC+ Staaten ist für den 1. November vorgesehen.
Die US Energiebehörde EIA erwartet deshalb vorerst weiter hohe Ölpreise. In ihrem am 6. Oktober veröffentlichten kurzfristigen Energieausblick kalkuliert sie für das vierte Quartal 2026 mit einem durchschnittlichen Brent Preis von 105 Dollar je Barrel. Gleichzeitig rechnet die Behörde damit, dass die weltweiten Ölvorräte im vierten Quartal durchschnittlich um weitere 700.000 Barrel pro Tag sinken.
Eine Entspannung ist in diesem Szenario erst dann wahrscheinlicher, wenn mehr Öl aus dem Nahen Osten zuverlässig exportiert werden kann und die globalen Lagerbestände wieder steigen. Die EIA betont zugleich, dass die kurzfristigen Preisschwankungen wegen der Konflikte erheblich bleiben können.
Der Tagesanstieg bedeutet allerdings nicht, dass Heizöl bereits wieder sein Septemberhoch erreicht hat. Esyoil registrierte für den 16. September einen bundesweiten Höchstwert von 177,58 Euro je 100 Liter. Am Mittwochvormittag lag der Durchschnitt dort mit gut 163 Euro deutlich darunter. Gegenüber der Vorwoche war Heizöl nach Angaben des Portals noch immer günstiger.
Das Preisniveau bleibt dennoch hoch. Anfang Oktober kosteten 3.000 Liter Heizöl bundesweit bereits mehr als 5.000 Euro, bevor die Preise wieder etwas nachgaben. Verbraucherschützer raten deshalb davon ab, allein aus Sorge vor weiteren Preissteigerungen automatisch den gesamten Tank zu füllen. Haushalte mit ausreichendem Restbestand haben mehr Spielraum bei der Wahl des Bestellzeitpunkts. Sehr kleine Bestellmengen können dagegen wegen höherer Literpreise ungünstig sein.
Auch ein vollständig leerer Tank kann teuer werden, wenn kurzfristig eine Expresslieferung erforderlich wird. Preisvergleiche sollten deshalb neben dem Literpreis auch Lieferfrist, Bestellmenge und mögliche Zusatzkosten berücksichtigen.
Eine verlässliche kurzfristige Richtung für die Heizölpreise lässt sich aus dem Anstieg vom Mittwoch allein nicht ableiten. Am Ölmarkt wirken derzeit preissteigernde und preissenkende Faktoren gleichzeitig. Höhere Ausfuhren aus dem Nahen Osten und angekündigte Freigaben aus strategischen Reserven können den Markt entlasten. Die G7 Staaten hatten Anfang Oktober angekündigt, insgesamt 100 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte aus Reserven bereitzustellen. Einzelheiten zur Umsetzung waren zuletzt noch nicht vollständig geklärt.
Dem stehen Risiken durch militärische Konflikte, Angriffe auf Energieinfrastruktur, eingeschränkte Transportwege und mögliche wetterbedingte Produktionsausfälle gegenüber. Für deutsche Heizölkunden kommen außerdem der Euro Dollar Wechselkurs, die regionalen Lieferkosten und die Entwicklung der Gasölpreise hinzu.
Der Mittwoch zeigt deshalb vor allem, wie schnell sich die Lage derzeit drehen kann. Nach den Preisabschlägen vom Dienstag steigen Rohöl und Heizöl bereits wieder. Für Haushalte mit Ölheizung bleibt das Preisniveau zu Beginn der Heizperiode damit hoch.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu