Bundesverdienstkreuz für Barbara Kemmler: Ein Leben für das Theater

Bundesverdienstkreuz für Barbara Kemmler: Ein Leben für das Theater
© Stadt Münster / Michael Möller

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Münster. Seit Jahrzehnten bringt Barbara Kemmler junge Menschen auf die Bühne und setzt sich mit Theaterprojekten für Integration und kulturelle Teilhabe ein. Für dieses Engagement hat die 72-jährige Schauspielerin und Regisseurin am Freitag, 9. Oktober 2026, das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Oberbürgermeister Tilman Fuchs überreichte ihr die Auszeichnung in der Rüstkammer des Historischen Rathauses in Münster. Gewürdigt wird insbesondere Kemmlers langjährige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Lebenswelten.

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Barbara Kemmler prägte Münsters freie Theaterszene

Barbara Kemmler ist seit 1975 als Schauspielerin und Regisseurin tätig. Nach ihrem Abitur studierte sie Germanistik und Philosophie. Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der freien Theaterszene in Münster leistete sie 1985, als sie gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Theaterinitiative Münster das Theater im Pumpenhaus gründete.

1992 folgte mit dem Cactus Jungen Theater ein weiteres Projekt, das bis heute eng mit ihrem Namen verbunden ist. Bereits die erste Inszenierung, Rainer Werner Fassbinders „Katzelmacher“, beschäftigte sich mit Rassismus und Ausgrenzung. Die Arbeit mit jungen Menschen wurde zu einem Schwerpunkt ihres künstlerischen und gesellschaftlichen Engagements.

Dabei geht es Kemmler nicht allein um Schauspiel und Bühnenauftritte. Besonders Kinder und Jugendliche, deren Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe eingeschränkt sind, sollen durch Theaterarbeit ihre Fähigkeiten entdecken und Selbstvertrauen entwickeln können.

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Theaterarbeit verbindet Münster und Ghana

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der internationale Kulturaustausch. Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Münster und Tamale in Ghana engagiert sich Kemmler seit vielen Jahren für gemeinsame Theaterprojekte. Sie reist regelmäßig nach Ghana und arbeitet dort mit Jugendlichen an künstlerischen Produktionen, die unter anderem Fragen der Nachhaltigkeit behandeln.

Auch in Münster richtet sich ihre Arbeit besonders an junge Menschen mit Migrationsgeschichte sowie an Kinder und Jugendliche, die sozial oder im Bildungsbereich benachteiligt sind. Kemmler kooperiert mit Schulen unterschiedlicher Schulformen, organisiert Sprachkurse und unterstützt Integrationsangebote. Darüber hinaus begleitet sie Jugendliche in schwierigen psychosozialen Situationen und vermittelt bei Bedarf weiterführende Hilfen.

Zur Theaterarbeit gehört für sie auch der Kontakt mit den Familien. Insbesondere Eltern mit Migrationsgeschichte bezieht sie ein, um den Kindern Anerkennung zu vermitteln und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen, eigene Stärken zu zeigen.

Oberbürgermeister Tilman Fuchs würdigt ihr Engagement

Bei der Verleihung hob Oberbürgermeister Tilman Fuchs die gesellschaftliche Bedeutung von Kemmlers Arbeit hervor. „Barbara Kemmler zeigt, was Theater bewirken kann: Es bringt Menschen zusammen, gibt Kindern und Jugendlichen eine Stimme und eröffnet ihnen neue Möglichkeiten“, sagte Fuchs. Besonders würdigte er, dass Kemmler jungen Menschen kulturelle Angebote ermöglicht, die sonst häufig nur schwer Zugang dazu finden. Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wird damit nicht nur ihr künstlerisches Wirken ausgezeichnet, sondern auch ihr jahrzehntelanger Einsatz für Integration, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.

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