
Münster. 200 Tage ohne Pflichtspiel sind vorbei: Am Sonntag, 11. Oktober 2026, startet der USC Münster in die neue Saison der Volleyball-Bundesliga. Um 16 Uhr empfängt die Mannschaft den VC Wiesbaden in der Sporthalle Berg Fidel. Die Vorfreude ist groß, doch sportlich wartet gleich zum Auftakt eine anspruchsvolle Aufgabe. Während Münster weiterhin auf zwei verletzte Spielerinnen verzichten muss, reist Wiesbaden mit einem verstärkten und erfahrenen Kader an. Die vergangenen Begegnungen zwischen beiden Teams versprechen zudem ein enges Duell.
Für die Spielerinnen des USC Münster endet am Sonntag eine ungewöhnlich lange Wettkampfpause. Seit dem letzten Pflichtspiel sind exakt 200 Tage vergangen. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Rückkehr in die Bundesliga. „Es kribbelt unfassbar“, sagt Kapitänin Esther Spöler. „Wir haben so richtig Bock, dass es endlich losgeht.“ Auch im Umfeld des Vereins ist die Spannung vor dem Saisonauftakt spürbar. USC-Präsident Jürgen Aigner berichtet von einer großen Erwartungshaltung bei den Anhängern. „Wir bemerken es im Umfeld: Die Leute sind ausgehungert und freuen sich auf Volleyball und den USC.“
Die Mannschaft von Trainer Matthias Pack eröffnet die Spielzeit vor heimischer Kulisse. Dabei soll die Unterstützung von den Rängen ein wichtiger Faktor werden. Gerade gegen Wiesbaden könnte dieser Rückhalt entscheidend sein, denn die Begegnungen beider Vereine waren zuletzt regelmäßig hart umkämpft.
Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, wie ausgeglichen die Begegnungen zwischen Münster und Wiesbaden häufig verlaufen sind. Insgesamt trafen beide Mannschaften in diesem Zeitraum 15 Mal aufeinander. Sechs Spiele gewann der USC, neunmal setzte sich Wiesbaden durch. Bemerkenswert ist vor allem die Anzahl der Fünfsatzspiele: Gleich sieben Begegnungen wurden erst im Tiebreak entschieden. Auch die beiden Aufeinandertreffen der vergangenen Saison gingen über die volle Distanz. Gegen keinen anderen Bundesligisten musste Münster in den vergangenen Jahren so häufig einen entscheidenden fünften Satz bestreiten.
USC-Trainer Matthias Pack erwartet deshalb zum Auftakt erneut eine intensive Auseinandersetzung. „Wir stellen uns auf einen harten Kampf ein“, sagt er. „Wir setzen auf unser Publikum und hoffen, dass wir dadurch vielleicht einen kleinen Vorteil haben.“ Für beide Vereine dürfte das erste Saisonspiel auch eine wichtige Standortbestimmung sein. Wiesbaden hat seinen Kader erheblich verändert, während Münster als jüngste Mannschaft der Liga in die neue Spielzeit geht.
Der VC Wiesbaden reist mit einer neu zusammengestellten Mannschaft nach Münster. Sechs Spielerinnen aus der vergangenen Saison sind geblieben, sechs weitere kamen hinzu. Während der USC auf einen besonders jungen Kader setzt, verfügt Wiesbaden über mehrere international erfahrene Akteurinnen. Zu den auffälligsten Spielerinnen gehört die ukrainische Angreiferin Marharyta Geiko, die mit 1,95 Metern die größte Spielerin des Wiesbadener Aufgebots ist. Es folgt Kathi Breitenbach mit 1,90 Metern. Die 19-Jährige ist zugleich die jüngste Spielerin im Kader.
Für internationale Erfahrung stehen unter anderem Rachel Gomez (30) und Rene Sain (29). Sain spielte bereits für die kroatische Nationalmannschaft. Julia Murmann war für Kanada im Einsatz. Mit Sanne Konijnenberg und Roos Wessels gehören außerdem zwei aktuelle niederländische A-Nationalspielerinnen zum Wiesbadener Team. USC-Sportchef Ralph Bergmann schätzt den Gegner entsprechend stark ein. „Wiesbaden ist nominell stärker als in der vergangenen Saison und hat an vielen Stellen draufgesattelt. Die Spiele haben immer eine besondere Note. Insofern freue ich mich darauf.“
Auch auf der Trainerposition hat sich beim VC Wiesbaden etwas verändert. Paul Sens steht erstmals als Cheftrainer an der Seitenlinie. Zuvor arbeitete er elf Jahre als Co-Trainer beim SSC Palmberg Schwerin und bringt damit umfangreiche Bundesliga-Erfahrung mit. Nach den bisherigen Vorbereitungsspielen sieht Sens seine Mannschaft auf einem guten Weg. „Die Mannschaft hat sich im Verlauf der Testspiele schon gut entwickelt“, erklärt der neue Wiesbadener Trainer.
Für ihn besitzen die ersten Begegnungen der Saison bereits eine besondere Bedeutung. Die Partien gegen Münster und Aachen könnten aus seiner Sicht sogenannte Sechs-Punkte-Spiele werden, da die beteiligten Teams erfahrungsgemäß auf einem ähnlichen Leistungsniveau spielen. Ein direkter Erfolg gegen einen möglichen Konkurrenten könnte entsprechend wertvoll sein.
Während Wiesbaden ohne verletzungsbedingte Ausfälle in die neue Saison startet, muss USC-Trainer Matthias Pack weiterhin improvisieren. Die Langzeitverletzten Amelie Strothoff und Carla Fuchs stehen zum Auftakt nicht zur Verfügung.
Eine erfreuliche Nachricht gibt es dagegen bei Außenangreiferin Bel Zimmerman. Sie hat ihre Fußverletzung überstanden und ist rechtzeitig zum ersten Bundesligaspiel wieder einsatzbereit. Zusätzlich rückt Nele Drosihn in das Aufgebot. Die Libera kommt vom Bundesstützpunkt Münster und verfügt über ein Doppelspielrecht. Damit erhält ein weiteres Nachwuchstalent die Möglichkeit, Erfahrungen im Bundesligakader zu sammeln.
Mit diesen personellen Voraussetzungen trifft das jüngste Team der Liga auf einen Gegner, der neben körperlicher Präsenz insbesondere internationale Erfahrung mitbringt. Für Münster wird es deshalb darauf ankommen, die eigenen Stärken frühzeitig auf das Spielfeld zu bringen und Wiesbaden unter Druck zu setzen.
Das Auftaktspiel findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, um 16 Uhr in der Sporthalle Berg Fidel statt. Wer die Begegnung nicht in der Halle verfolgen kann, hat die Möglichkeit, das Spiel beim Streamingdienst Dyn zu sehen. Dyn überträgt nach Angaben des USC Münster auch in der Saison 2026/27 sämtliche Partien der Volleyball-Bundesliga live und auf Abruf. Das Monatsabonnement kostet laut Vereinsmitteilung derzeit 14,50 Euro, während für das Jahresabonnement 144,96 Euro angegeben werden.
Darüber hinaus sollen bis Mai 2027 insgesamt 25 Begegnungen aus der Volleyball-Bundesliga und dem DVV-Pokal beim frei empfangbaren Fernsehsender SPORT1 gezeigt werden. Für die Münsteraner Volleyballfans beginnt damit nach einer langen Pause wieder der Bundesliga-Alltag. Und gleich das erste Spiel könnte angesichts der bisherigen Duelle eine längere Angelegenheit werden.
Zum Saisonbeginn erweitert die Volleyball-Bundesliga auch ihr digitales Angebot. Mit dem neuen VBL Fantasy Manager können Fans erstmals eigene virtuelle Mannschaften zusammenstellen und mit anderen Teilnehmenden vergleichen. Die Spielerinnen und Spieler der zusammengestellten Teams sammeln Punkte anhand ihrer tatsächlichen Leistungen in der Bundesliga. Im Laufe der Saison können die Teilnehmer um Platzierungen und verschiedene Gewinne spielen.
Entwickelt wurde der Fantasy Manager gemeinsam mit dem Digitalpartner webix solutions GmbH. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Angebot richtet sich an Volleyballfans, die die Bundesliga über die einzelnen Spiele hinaus verfolgen möchten.
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