Heizöl wird vor dem Winter teuer: Verbraucherschützer fordern staatliche Hilfen

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Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Die Heizölpreise in Deutschland liegen kurz vor der kalten Jahreszeit auf einem hohen Niveau. Wer seinen Tank auffüllen muss, zahlt für mehrere Tausend Liter inzwischen deutlich mehr als im vergangenen Herbst. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb gezielte staatliche Unterstützung für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Verbandschefin Ramona Pop appellierte am Samstag, 10. Oktober 2026, an die Bundesregierung, die Belastung durch hohe Energiekosten stärker abzufedern. Während Autofahrer bereits von einer befristeten Steuersenkung profitieren, gibt es für Heizölkunden bislang keine vergleichbare neue Entlastungsmaßnahme.

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Heizölpreise liegen bei rund 170 Euro je 100 Liter

Die Heizölpreise im Oktober 2026 bewegen sich bundesweit auf einem deutlich höheren Niveau als vor einem Jahr. Nach Angaben des Preisvergleichsportals esyoil kosteten 100 Liter Heizöl am Samstagvormittag im Bundesdurchschnitt 169,70 Euro. Die Berechnung gilt für eine Bestellung von 3.000 Litern schwefelarmem Standardheizöl einschließlich Mehrwertsteuer.

Auch andere Vergleichsportale ermittelten am Samstag Preise in einer Größenordnung von rund 170 Euro je 100 Liter. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Lieferort, der Bestellmenge und dem jeweiligen Händler ab.

Wie stark sich die Situation verändert hat, zeigt ein Blick auf den Oktober 2025. Damals lag eine von TotalEnergies veröffentlichte bundesweite Durchschnittsnotierung für eine Lieferung von 3.000 Litern bei rund 96 Euro je 100 Liter. Die unterschiedlichen Preisermittlungen sind zwar nicht unmittelbar gleichzusetzen, verdeutlichen aber den erheblichen Preisanstieg innerhalb eines Jahres.

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Nahost-Konflikt und knappe Ölprodukte treiben die Kosten

Ein wesentlicher Grund für die höheren Heizölpreise ist die angespannte Lage auf den internationalen Energiemärkten. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Unsicherheit über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinflussen die weltweiten Ölpreise. Die Bundesregierung verweist darauf, dass sich Rohöl infolge des Konflikts erheblich verteuert hat.

Zusätzlich spielen die Preise für Gasöl eine wichtige Rolle. Dieses Mineralölprodukt ist für die Preisbildung von Heizöl und Diesel besonders relevant. Gasöl verteuerte sich in den vergangenen Tagen zeitweise stärker als Rohöl. Marktbeobachter verweisen unter anderem auf eingeschränkte Verarbeitungskapazitäten, Lieferprobleme und die Unsicherheit über die weitere Versorgung.

Am Donnerstag erreichte die Nordseesorte Brent zeitweise knapp 106 US-Dollar pro Barrel. Am Freitag gab der Preis wieder etwas nach. Auf dem Heizölmarkt führte das zunächst nicht zu einer entsprechend deutlichen Entlastung. Nach Angaben von HeizOel24 waren die Heizölpreise innerhalb weniger Tage wieder kräftig gestiegen.

Neben internationalen Rohölnotierungen und Raffineriepreisen wirkt sich auch der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar auf die deutschen Verbraucherpreise aus. Öl wird international überwiegend in Dollar gehandelt. Schwankungen des Wechselkurses können importierte Energie entsprechend verteuern oder verbilligen.

Ramona Pop verlangt gezielte Unterstützung für Haushalte

Angesichts der hohen Kosten fordert Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, zusätzliche Entlastungen. In einem Interview mit der Rheinischen Post, über das die Nachrichtenagentur dts am Samstag berichtete, verwies sie auf die Sorgen vieler Verbraucher vor Beginn der Heizperiode.

Besonders Menschen, die ihren Heizöltank jetzt befüllen müssen, seien von der Preisentwicklung betroffen. Pop forderte die Bundesregierung auf, Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen bei den Energiekosten gezielt zu unterstützen. Aus ihrer Sicht müsse bezahlbares Heizen auch unter den gegenwärtigen Marktbedingungen gewährleistet bleiben.

Eine konkrete neue Fördersumme, feste Einkommensgrenzen oder einen Zeitplan für eine besondere Heizölhilfe nannte Pop in den veröffentlichten Aussagen nicht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte allerdings bereits zuvor wiederholt staatliche Direktzahlungen an besonders belastete Haushalte befürwortet.

Bundesregierung entlastet Benzin und Diesel, nicht aber Heizöl

Die Forderung trifft auf eine Bundesregierung, die wegen der hohen Energiepreise bereits Maßnahmen beschlossen hat. Seit dem 1. Oktober 2026 gilt eine erneute befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel.

Die Energiesteuer auf diese Kraftstoffe wurde bis zum Jahresende um 14 Cent je Liter reduziert. Zusammen mit der darauf entfallenden Umsatzsteuer ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Das Paket hat nach Angaben der Bundesregierung ein Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro.

Für Heizöl gilt diese Steuersenkung nicht. Haushalte mit einer Ölheizung profitieren deshalb nicht unmittelbar von der Maßnahme, wenn sie Brennstoff für den Winter bestellen.

Darüber hinaus strebt die Bundesregierung für Anfang 2027 einen vorübergehenden Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens an. Auch dieses Vorhaben richtet sich auf Kraftstoffe für den Straßenverkehr und stellt keine gesonderte Heizölpreisregelung dar.

Allerdings sieht die Regierung grundsätzlich weiteren Handlungsbedarf bei den Energiekosten. In ihren Anfang Oktober veröffentlichten Erläuterungen kündigte sie an, die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlmechanismus zu schaffen. Damit sollen bei Bedarf besonders betroffene Menschen und Unternehmen gezielter unterstützt werden können.

Ob und wann daraus zusätzliche Zahlungen für Heizölkunden entstehen, ist bisher nicht konkretisiert.

Staatliche Unterstützung bei hohen Heizkosten ist bereits möglich

Vollständig ohne Hilfsmöglichkeiten sind einkommensschwache Haushalte allerdings nicht. Schon nach den geltenden Sozialleistungsvorschriften können hohe Heizkosten unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass auch Menschen, die normalerweise keine Sozialleistungen beziehen, bei außergewöhnlich hohen Heizkosten vorübergehend Anspruch auf Unterstützung haben können. Das gilt unter Umständen ebenso für die notwendige Beschaffung von Heizöl.

Entscheidend sind unter anderem Einkommen, Vermögen, Haushaltsgröße und die Höhe der angemessenen Heizkosten. Erwerbsfähige Betroffene können sich an das Jobcenter wenden, andere an das zuständige Sozialamt. Für Heizkostennachforderungen gelten besondere Antragsfristen.

Auch das Wohngeld enthält bereits eine Heizkostenkomponente, die Haushalte mit niedrigen Einkommen entlasten soll. Eine automatische vollständige Erstattung höherer Heizölrechnungen ergibt sich daraus jedoch nicht.

Millionen Wohnungen weiterhin von Öl und Gas abhängig

Die Debatte betrifft einen erheblichen Teil des deutschen Wohnungsbestands. Nach Ergebnissen des Zensus 2022 wurden damals rund 19 Prozent aller Wohnungen hauptsächlich mit Heizöl beheizt. Bei weiteren 56 Prozent war Erdgas der wichtigste Energieträger.

Bei neu errichteten Wohngebäuden gewinnen Wärmepumpen inzwischen deutlich an Bedeutung. Im älteren Gebäudebestand spielen dagegen konventionelle Heizungen weiterhin eine große Rolle.

Für Haushalte mit Ölheizung ergibt sich dabei eine besondere finanzielle Situation. Anders als bei monatlichen Gasabschlägen müssen selbst bestellende Heizölkunden häufig eine größere Brennstofflieferung auf einmal bezahlen. Bei Preisen von rund 1,70 Euro je Liter kann das eine erhebliche einmalige Ausgabe bedeuten.

Verbraucherzentrale warnt vor falschen Heizölangeboten

Zusätzlich zu ihrer Forderung nach staatlichen Hilfen warnt Ramona Pop vor unseriösen Angeboten beim Heizölkauf. Besonders günstige Preise im Internet sollten Verbraucher aufmerksam prüfen.

Die Verbraucherzentralen beobachten seit Längerem gefälschte Onlineshops, die Heizöl oder andere Brennstoffe zu auffällig niedrigen Preisen anbieten. Häufig wird eine Vorauszahlung verlangt, ohne dass anschließend eine Lieferung erfolgt.

Als Orientierung steht der kostenlose Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen zur Verfügung. Dort können Käufer die Internetadresse eines unbekannten Händlers überprüfen lassen. Auffällige Zahlungsbedingungen, fehlende Unternehmensangaben und Preise weit unter dem üblichen Marktniveau gelten als Warnsignale.

Damit bleibt die finanzielle Belastung durch Heizöl für viele Haushalte vor dem Winter ein Problem. Während die Bundesregierung bei Benzin und Diesel bereits eingegriffen hat, ist eine neue, speziell auf hohe Heizölkosten ausgerichtete Entlastung bislang nicht beschlossen.

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