
Die Bundesregierung steht nach mehreren Landtagswahlen und angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen unter Druck. Am heutigen Sonntag, 11. Oktober 2026, ist CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Gast bei Caren Miosga in der ARD. Im Mittelpunkt stehen die Zukunft der schwarz-roten Koalition, die geplanten Reformen und die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Neben Söder diskutieren der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, und die Wirtschaftsjournalistin Julia Löhr.
Die neue Ausgabe von Caren Miosga beginnt am Sonntag um 21.45 Uhr im Ersten. Die Sendung dauert 60 Minuten und endet planmäßig um 22.45 Uhr. Das offizielle Thema lautet Wie kommt die Regierung aus der Krise, Herr Söder?.
Die politische Gesprächssendung beschäftigt sich damit, welchen Kurs die Bundesregierung nach den jüngsten Wahlergebnissen einschlagen will und welche wirtschaftspolitischen Veränderungen notwendig erscheinen. Im Zentrum steht die Frage, ob die Koalition aus Union und SPD ihre Reformvorhaben umsetzen kann und wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern lassen.
Markus Söder nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Als bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender gehört er zu den einflussreichen Politikern der Union. Gleichzeitig ist er nicht Mitglied der Bundesregierung, sondern vertritt die CSU als einen der Koalitionspartner auf Parteiebene.
Für die heutige Ausgabe hat die ARD drei Gäste angekündigt. Sie bringen unterschiedliche politische, unternehmerische und journalistische Perspektiven in die Diskussion ein.
Markus Söder ist Ministerpräsident des Freistaates Bayern und Vorsitzender der CSU. Er fordert ein höheres Tempo bei den geplanten Reformen und hat einen Gerechtigkeitscheck für politische Veränderungen ins Gespräch gebracht. Auch die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung und die politische Konkurrenz an den Rändern des Parteienspektrums gehören zu den Themen.
Christoph Werner ist Vorsitzender der Geschäftsführung von dm-drogerie markt. Der Unternehmenschef setzt sich für grundlegende Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, einen Abbau von Bürokratie und mehr Eigenverantwortung ein. Seine Teilnahme soll die Sichtweise eines großen Handelsunternehmens in die Debatte einbringen.
Julia Löhr arbeitet als Wirtschaftskorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie beschäftigt sich unter anderem mit wirtschaftspolitischen Entscheidungen, Investitionen und den Auswirkungen staatlicher Maßnahmen. Ihr Blick richtet sich besonders auf die Frage, ob die derzeitigen Wachstumsimpulse dauerhaft tragfähig sind.
Damit treffen in der Sendung politische Forderungen auf wirtschaftliche Erwartungen und die Einordnung der aktuellen Regierungspolitik.
Ein wichtiger Hintergrund der heutigen Diskussion ist die neue Konjunkturprognose der Bundesregierung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche stellte am Donnerstag die Herbstprojektion vor. Demnach erwartet die Regierung für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Die bisherige Prognose aus dem Frühjahr lag bei 0,5 Prozent.
Für 2027 erwartet die Bundesregierung einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent, für 2028 um 0,6 Prozent. Die wirtschaftliche Erholung wird insbesondere durch Exporte und staatliche Ausgaben gestützt. Dazu gehören Investitionen in die Infrastruktur und die Verteidigung.
Die besseren Aussichten bedeuten allerdings nicht, dass sämtliche wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwunden sind. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums entwickeln sich private Investitionen weiterhin verhalten. Gestiegene Energiepreise, internationale Konflikte und hohe Finanzierungskosten belasten Unternehmen.
Auch der private Konsum wird nach der Regierungsprognose zunächst nur begrenzt zur wirtschaftlichen Erholung beitragen. Genau hier setzt die politische Debatte über die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen und den weiteren Reformbedarf an.
Neben der Wirtschaftspolitik dürfte die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung einen wichtigen Teil des Gesprächs bestimmen. Die Landtagswahlen in Ostdeutschland und Berlin haben die politische Ausgangslage für die Regierungsparteien verändert.
Der Koalitionsausschuss bekräftigte in dieser Woche, an den geplanten Reformen festhalten zu wollen. Neue Beschlüsse brachte das Treffen jedoch nicht hervor. Damit bleibt die Umsetzung weiterer Vorhaben ein zentrales Thema für Union und SPD.
Söder fordert mehr Geschwindigkeit bei politischen Veränderungen. Zugleich hat er betont, dass Reformen auch unter Gesichtspunkten der Gerechtigkeit geprüft werden müssten. Welche konkreten Maßnahmen er in der heutigen Sendung in den Vordergrund stellen wird, ist vor der Ausstrahlung offen.
Die Diskussion betrifft nicht allein die politischen Kräfteverhältnisse in Berlin. Entscheidungen über Steuern, Sozialausgaben, Investitionen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben Auswirkungen auf Unternehmen und private Haushalte in ganz Deutschland.
Mit Christoph Werner nimmt ein Vertreter der deutschen Wirtschaft an der Gesprächsrunde teil. Der dm-Geschäftsführer fordert unter anderem weniger Bürokratie und eine stärkere Eigenverantwortung.
Aus Sicht vieler Unternehmen spielen neben der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung auch Planungssicherheit, Investitionsbedingungen und Verwaltungsvorgaben eine wichtige Rolle. Staatliche Investitionen können kurzfristig zusätzliche Nachfrage schaffen. Für ein dauerhaftes Wachstum kommt es jedoch ebenso auf die Entwicklung privater Investitionen an.
Dabei ist die deutsche Wirtschaft eng mit den internationalen Märkten verbunden. Die Entwicklung der Energiepreise, Handelsbeziehungen und geopolitischen Konflikte beeinflusst die wirtschaftlichen Aussichten. Auch die Bundesregierung macht in ihrer aktuellen Herbstprojektion deutlich, dass die weitere Entwicklung von den Konflikten im Nahen Osten und in der Ukraine abhängt.
Die heutige Sendung verbindet damit die Frage nach der politischen Handlungsfähigkeit der Koalition mit der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
Caren Miosga moderiert die gleichnamige politische Gesprächssendung im Ersten. Die Produktion entsteht im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks und wird von MIO media umgesetzt.
Die neue Ausgabe am Sonntag ist für 21.45 bis 22.45 Uhr vorgesehen. Eine Wiederholung zeigt der NDR in der Nacht zum Montag, 12. Oktober, um 0.45 Uhr. Im Ersten ist eine weitere Ausstrahlung um 3.30 Uhr geplant.
Die ARD bietet vergangene Ausgaben der Sendung auch über ihre Mediathek an. Für die heutige Folge existiert bereits eine Programmvorschau. Das vollständige Video war vor der Erstausstrahlung noch nicht verfügbar.
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