
Münster. Plastiktüten, Essensreste oder vermeintlich kompostierbare Verpackungen: Bei der Mülltrennung landen immer wieder falsche Materialien in der Biotonne. Doch was gehört tatsächlich hinein? Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) wollen darüber am Mittwoch, 14. Oktober 2026, bei einem Aktionstag informieren. Besucher können ihr Wissen bei einem Quiz testen, praktische Tipps zur richtigen Mülltrennung erhalten und mit etwas Glück ein buntes Vorsortiergefäß für die Küche gewinnen.
Der Aktionstag zur Biotonne in Münster findet am Mittwoch von 9 bis 13 Uhr in der Münster-Information an der Heinrich-Brüning-Straße 7 statt. Volker Gaasch, Leiter der Aktion Biotonne Münster, und awm-Innovationsmanager Christoph Baumann erklären, wie Bioabfälle richtig gesammelt und anschließend verwertet werden. Neben Informationen und Mitmachaktionen gibt es kostenlose Papiertüten für die Sammlung von Küchenabfällen. Bei einem Quiz können Besucher außerdem ihr Wissen überprüfen und ein Vorsortiergefäß für Bioabfälle gewinnen.
Mit der Aktion wollen die awm auf ein Problem aufmerksam machen: Noch immer landen viele verwertbare Bioabfälle im Restmüll. Dadurch gehen wichtige Rohstoffe verloren, die beispielsweise für die Erzeugung von Biogas oder die Herstellung von Kompost genutzt werden könnten.
Ein weiteres Problem sind sogenannte Störstoffe, die immer wieder über die Biotonne entsorgt werden. Dazu gehören neben gewöhnlichen Plastiktüten auch als kompostierbar gekennzeichnete Folienbeutel und Lebensmittelverpackungen. Diese Materialien können die Verarbeitung der Bioabfälle erheblich erschweren. Besonders kleine Kunststoffpartikel lassen sich bei der maschinellen Aufbereitung unter Umständen nicht vollständig entfernen und können dadurch die Qualität des entstehenden Komposts beeinträchtigen.
Die awm setzen deshalb auf eine möglichst saubere Trennung bereits im Haushalt. Je weniger Fremdstoffe in der Biotonne landen, desto besser lassen sich organische Abfälle weiterverwerten. Beim Aktionstag erfahren Besucher, worauf sie beim Sammeln von Bioabfällen achten sollten und welche Fehler sich leicht vermeiden lassen.
Neben der richtigen Mülltrennung informieren die Abfallwirtschaftsbetriebe auch über eine mögliche neue Form der Bioabfallverwertung. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Pyrolyse. Bei diesem Verfahren werden Bio- und Grünabfälle unter Ausschluss von Sauerstoff erhitzt und zu Pflanzenkohle verarbeitet. Dabei wird Kohlenstoff gebunden, der andernfalls bei der Zersetzung organischer Materialien als Kohlendioxid freigesetzt werden könnte.
Die entstehende Pflanzenkohle lässt sich vielseitig einsetzen, etwa als Filtermaterial, zur Verbesserung von Böden oder als Zusatzstoff in Asphalt. Nach Angaben von awm-Innovationsmanager Christoph Baumann wird derzeit geprüft, ob sich dieses Verfahren künftig ergänzend auch in Münster nutzen lässt. Eine Entscheidung über die Umsetzung ist damit noch nicht verbunden.
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