
Der FC Bayern und Adyen setzen ihre Zusammenarbeit fort. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat am Montag, 12. Oktober 2026, die Verlängerung seiner Partnerschaft mit dem niederländischen Zahlungsdienstleister bekannt gegeben. Adyen bleibt exklusiver Partner für die Zahlungsabwicklung und übernimmt damit weiterhin eine zentrale Aufgabe im wirtschaftlichen Betrieb des Vereins. Die Kooperation umfasst unter anderem die Allianz Arena, die offiziellen Fanshops, das Ticketgeschäft und den internationalen Onlinehandel. Beide Unternehmen wollen ihre gemeinsame Zahlungsinfrastruktur weiterentwickeln. Über die neue Vertragslaufzeit und die finanziellen Konditionen machten sie zunächst keine Angaben.
Die Geschäftsbeziehung zwischen dem FC Bayern und dem Zahlungsdienstleister besteht seit Februar 2023. Damals übernahm Adyen die Rolle des exklusiven Payment Solution Partners. Das Unternehmen ist dafür zuständig, Zahlungen über verschiedene Verkaufskanäle des Vereins technisch abzuwickeln und die eingesetzten Systeme miteinander zu verbinden.
Bereits beim ursprünglichen Vertragsabschluss waren zahlreiche Geschäftsbereiche einbezogen. Dazu gehören der Verkauf von Fanartikeln, die stationären Fanshops, Mitgliedschaften, der KidsClub, digitale Angebote wie FC Bayern TV, das Ticketing und die Zahlungsabwicklung in der Allianz Arena.
Mit der Verlängerung soll diese gemeinsame Infrastruktur weiterentwickelt werden. Adyen übernimmt damit nicht nur eine klassische Sponsorenrolle, sondern stellt zugleich Dienstleistungen bereit, die unmittelbar für den wirtschaftlichen Betrieb des Vereins benötigt werden.
Welche Auswirkungen die bisherige Zusammenarbeit hat, verdeutlichen Zahlen, die Adyen anlässlich der Vertragsverlängerung veröffentlicht hat. Demnach verkürzte sich die durchschnittliche Dauer eines Bezahlvorgangs im Stadion durch die Umstellung auf die gemeinsame Plattform von 30 auf 27 Sekunden.
Diese Zeitersparnis ermöglicht es dem FC Bayern und seinem Cateringpartner DO & CO laut Adyen, an Spieltagen rund zehn Prozent mehr Kiosk-Transaktionen abzuwickeln. Besonders relevant ist diese zusätzliche Kapazität während der Halbzeitpause, wenn zahlreiche Besucher innerhalb von nur 15 Minuten Getränke und Speisen kaufen möchten.
Die Allianz Arena bietet Platz für bis zu 75.000 Zuschauer. Bei ausverkauften Spielen müssen deshalb innerhalb kurzer Zeit Tausende Zahlungen verarbeitet werden. Schon wenige Sekunden Unterschied pro Vorgang können die Leistungsfähigkeit der Verkaufsstellen beeinflussen.
Die zehn Prozent beziehen sich auf die Zahl der möglichen beziehungsweise abgewickelten Transaktionen. Eine entsprechend hohe Umsatzsteigerung ist damit nicht automatisch verbunden. Konkrete zusätzliche Einnahmen aus den schnelleren Zahlungsvorgängen wurden nicht veröffentlicht.
Ein Schwerpunkt der technischen Zusammenarbeit liegt auf mobilen Zahlungslösungen. In der Allianz Arena kommen Geräte zum Einsatz, die sich unabhängig vom Stadion-WLAN über eigene SIM-Karten verbinden können. Damit lassen sich Zahlungen auch direkt auf den Tribünen abwickeln. In den Fanshops ermöglichen mobile Terminals außerdem zusätzliche Verkaufsstellen bei hohem Besucherandrang.
Die gemeinsame Infrastruktur spielt auch für das internationale Geschäft des FC Bayern eine Rolle. Nach Angaben von Adyen können Fans in mehr als 200 Ländern auf über 250 Zahlungsmethoden zugreifen. Das Unternehmen unterstützt den Verein dabei, unterschiedliche nationale Bezahlgewohnheiten zu berücksichtigen.
So können internationale Besucher in der Allianz Arena beispielsweise über Alipay+ per QR-Code bezahlen. Im weltweiten Onlinehandel sollen lokal verfügbare Zahlungsmethoden den Einkauf von Fanartikeln erleichtern.
Technisch werden die verschiedenen Verkaufskanäle über eine zentrale Plattform verbunden. Dazu zählt auch die Integration in die beim FC Bayern verwendeten Systeme für Kassenprozesse und Warenwirtschaft.
Rouven Kasper, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim FC Bayern, sieht insbesondere Vorteile für die Stadionbesucher. Die technische Abwicklung einer Zahlung solle möglichst wenig Aufmerksamkeit beanspruchen.
„Payment sollte dabei unsichtbar und reibungslos im Hintergrund ablaufen“, erklärte Kasper in der offiziellen Vereinsmitteilung.
Auch Hella Fuhrmann, Country Managerin für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Adyen, verwies auf die Bedeutung leistungsfähiger Zahlungssysteme bei großen Veranstaltungen.
„Bei Großevents ist Payment kein Nebenakteur, sondern entscheidend für das Fan-Erlebnis“, sagte Fuhrmann.
Ein weiterer Bestandteil der Kooperation ist die Spendenfunktion Adyen Giving. Damit können Besucher an Zahlungsterminals für den FC Bayern Hilfe e.V. spenden. Adyen übernimmt die anfallenden Transaktionsgebühren, sodass die jeweiligen Spenden vollständig bei der unterstützten Organisation ankommen.
Trotz der bestätigten Verlängerung bleiben wesentliche Vertragsdetails offen. Weder der FC Bayern noch Adyen veröffentlichten am 12. Oktober eine konkrete neue Laufzeit oder ein Enddatum der Partnerschaft.
Auch zu möglichen Sponsoringzahlungen, technischen Vergütungen oder sonstigen finanziellen Vereinbarungen gab es keine Angaben. Die wirtschaftliche Größenordnung des einzelnen Vertrags lässt sich deshalb nicht beziffern.
Die Fortsetzung betrifft zugleich zwei Bereiche, die bei professionellen Fußballvereinen zunehmend miteinander verbunden sind: die Vermarktung von Partnerschaften und die technische Organisation kommerzieller Dienstleistungen.
Während klassische Sponsoren vor allem Werberechte und Sichtbarkeit erhalten, ist Adyen unmittelbar in die Zahlungsprozesse des Vereins eingebunden. Eine Aufteilung der Zusammenarbeit in technische Leistungen und mögliche Sponsoringzahlungen wurde nicht veröffentlicht.
Welche wirtschaftliche Bedeutung Unternehmenspartnerschaften für den Rekordmeister haben, zeigen die zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen.
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der FC Bayern einen Konzernumsatz von 978,3 Millionen Euro. Die Sponsoringerlöse erreichten 240,4 Millionen Euro und lagen damit 6,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Geschäft mit Fanartikeln brachte zusätzlich 150,5 Millionen Euro ein.
Die Zahlen zeigen, dass die Vermarktung des Vereins neben dem sportlichen Wettbewerb eine wesentliche Einnahmequelle darstellt. Eine direkte Zuordnung bestimmter Anteile dieser Umsätze zur Partnerschaft mit Adyen ist allerdings nicht möglich.
Der FC Bayern hat im Verlauf des Jahres 2026 weitere Unternehmenskooperationen fortgesetzt oder neu abgeschlossen. Dazu gehören unter anderem die verlängerte Partnerschaft mit Coca-Cola und die Zusammenarbeit mit Google im Bereich digitaler Technologien.
Die Verlängerung mit Adyen fügt sich in diesen wirtschaftlichen Kurs ein. Der Verein setzt auf Unternehmen, deren Leistungen über reine Werbepräsenz hinausgehen und die auch im laufenden Geschäftsbetrieb eingesetzt werden können. Im Mittelpunkt der nun bestätigten Zusammenarbeit stehen schnellere Bezahlvorgänge, international einsetzbare Zahlungssysteme und die Weiterentwicklung der Verkaufsangebote für Fans.
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