BASF könnte für Evonik mehr bieten: Erste Milliardenofferte offenbar abgelehnt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Chemiekonzern BASF könnte sein Übernahmeangebot für den Spezialchemiehersteller Evonik erhöhen. Nachdem ein erster Vorstoß über rund 10,3 Milliarden Euro nach übereinstimmenden Informationen aus Verhandlungskreisen zurückgewiesen wurde, gibt es Hinweise auf eine mögliche Nachbesserung. Ein neues Angebot liegt bislang nicht öffentlich vor. Auch die Haltung der größten Evonik-Aktionärin, der RAG-Stiftung, bleibt offen.

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BASF könnte Angebot für Evonik erhöhen

Der Ludwigshafener Chemiekonzern hält sich die Möglichkeit eines verbesserten Übernahmeangebots offen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 9. Oktober unter Berufung auf zwei Personen aus dem Umfeld von BASF berichtete, könnte das Unternehmen einen höheren Preis anbieten, sollten erneut Gespräche mit Evonik zustande kommen.

Bereits Ende September hatten die Financial Times und Reuters berichtet, dass Evonik ein erstes Angebot von BASF als zu niedrig eingestuft habe. Demnach bot BASF rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie. Insgesamt entsprach dies einem Kaufpreis von ungefähr 10,3 Milliarden Euro für sämtliche Aktien.

Die genaue Angebotshöhe wurde von den Unternehmen bislang nicht offiziell bestätigt. Auch eine verbindliche Entscheidung über eine Erhöhung liegt nicht vor.

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BASF hatte am 25. September bestätigt, eine mögliche Übernahme mit Evonik und der RAG-Stiftung sondiert zu haben. Evonik erklärte seinerseits, eine unverbindliche Anfrage über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien erhalten zu haben. Konkrete Gespräche fanden zu diesem Zeitpunkt nicht statt. Daran hatte sich nach den jüngsten Angaben zunächst nichts geändert.

RAG-Stiftung spielt bei Übernahme von Evonik zentrale Rolle

Die RAG-Stiftung ist mit einem Anteil von rund 43,8 Prozent die mit Abstand größte Aktionärin von Evonik. Ohne ihre Unterstützung dürfte eine vollständige Übernahme des Spezialchemiekonzerns kaum zu verwirklichen sein.

Am 9. Oktober befasste sich das Kuratorium der Stiftung in einer Online-Sitzung mit dem Interesse von BASF. Der Stiftungsvorstand informierte das Gremium über den bisherigen Stand. Einzelheiten der Beratungen und mögliche Beschlüsse wurden nicht veröffentlicht.

Die Stiftung hat eine besondere wirtschaftliche Funktion. Sie finanziert unter anderem die langfristigen Folgekosten des 2018 beendeten deutschen Steinkohlebergbaus. Dafür ist sie auf Erträge aus ihrem Vermögen und ihren Unternehmensbeteiligungen angewiesen.

Ein Verkauf des Evonik-Aktienpakets wäre deshalb nicht nur eine Entscheidung über den Kaufpreis. Auch die langfristigen finanziellen Interessen der Stiftung wären betroffen. Eine öffentliche Zustimmung zum Einstieg von BASF lag zunächst nicht vor.

Beschäftigungsgarantien bis 2032 im Gespräch

Neben dem Kaufpreis rücken die möglichen Folgen für Beschäftigte und Produktionsstandorte in den Mittelpunkt.

Nach Informationen von Reuters vom 12. Oktober soll BASF bereit sein, bestehende Beschäftigungs- und Standortgarantien von Evonik in Deutschland bei einer Übernahme zu übernehmen und vertraglich festzuhalten.

Demnach würden betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen. Ein möglicher Personalabbau müsste auf freiwilliger Grundlage erfolgen und wäre mit Abfindungen verbunden. Eine offizielle Bestätigung dieser Zusagen durch BASF gab es zunächst nicht.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hatte zuvor belastbare Perspektiven für die Beschäftigten und Investitionszusagen für die Standorte gefordert. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung betonte, dass Arbeitsplätze und die eigenständige Entwicklung von Evonik nicht gefährdet werden dürften.

Damit hängen die Erfolgsaussichten einer möglichen Übernahme nicht allein vom Kaufpreis ab. Auch verbindliche Vereinbarungen über die Zukunft der Standorte könnten für eine Einigung wichtig werden.

Evonik-Aktie reagiert auf möglichen Übernahmepreis

An der Börse hat das Übernahmeinteresse bereits deutliche Kursbewegungen ausgelöst. Am 25. September, dem Tag der offiziellen Bestätigung, gewann die Evonik-Aktie auf Xetra rund 8,5 Prozent. BASF verlor gleichzeitig etwa 3,6 Prozent.

Am Dienstag, 13. Oktober 2026, wurde die Evonik-Aktie auf Xetra nach den bei Investing.com ausgewiesenen Schlussdaten mit 21,42 Euro bewertet. Das entsprach einem Tagesplus von 1,52 Prozent. Der Kurs lag damit weiterhin unter dem bislang berichteten Angebotspreis von 22,15 Euro.

Die BASF-Aktie notierte am selben Tag laut FinanzNachrichten.de um 16.52 Uhr bei 51,70 Euro und damit 0,84 Prozent über dem Vortagesschluss.

Die unterschiedlichen Kursbewegungen spiegeln die verschiedenen finanziellen Auswirkungen einer möglichen Übernahme wider. Während Evonik-Aktionäre auf einen höheren Kaufpreis hoffen könnten, müsste BASF die Finanzierung und die wirtschaftlichen Vorteile eines Zusammenschlusses gegenüber seinen eigenen Aktionären rechtfertigen.

Zusammenschluss hätte Bedeutung für die internationale Chemieindustrie

Eine Übernahme von Evonik würde die Struktur der europäischen Chemieindustrie erheblich verändern. BASF erzielte 2025 einen Umsatz von rund 60 Milliarden Euro. Evonik ist unter anderem bei Spezialkunststoffen, Inhaltsstoffen für Tierernährung sowie Zusatzstoffen für Beschichtungen und Konsumprodukte tätig.

Beide Unternehmen verfügen über Geschäftsbereiche, die sich ergänzen könnten. Gleichzeitig bestehen Überschneidungen, aus denen sich Einsparmöglichkeiten, aber auch kartellrechtliche Prüfungen ergeben könnten.

Die mögliche Übernahme fällt in eine Phase intensiven internationalen Wettbewerbs. Europäische Chemieproduzenten stehen unter Druck durch hohe Produktionskosten, schwache Nachfrage und Konkurrenten aus China und den USA.

Ein Zusammenschluss könnte die internationale Position von BASF stärken. Wie hoch die wirtschaftlichen Vorteile tatsächlich ausfallen würden, ist jedoch nicht gesichert.

Entscheidend bleibt zunächst, ob BASF ein verbessertes Angebot vorlegt und Evonik sowie die RAG-Stiftung darauf eingehen. Bislang gibt es weder eine bestätigte neue Angebotssumme noch eine verbindliche Übernahmevereinbarung.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu