IonQ, D-Wave und Rigetti verlieren trotz Milliardenprognose

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Aktien der Quantencomputing-Unternehmen IonQ, D-Wave Quantum und Rigetti Computing haben am Dienstag, 13. Oktober 2026, erneut nachgegeben. Gleichzeitig zeichnet eine aktuelle Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner ein widersprüchliches Bild der Branche. Während der weltweite Markt für Quantencomputer 2027 erstmals einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar erreichen soll, könnten bis 2030 mehr als die Hälfte der spezialisierten Start-ups aus dem Geschäft ausscheiden. Hinzu kommen Unsicherheiten über die weitere Zinspolitik in den USA.

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IonQ, D-Wave und Rigetti schließen erneut im Minus

Bereits zum Wochenauftakt am Montag waren die Aktien der drei US-börsennotierten Unternehmen deutlich gefallen. IonQ verlor 9,07 Prozent, D-Wave Quantum 5,70 Prozent und Rigetti Computing 5,56 Prozent.

Am Dienstag setzte sich der Rückgang fort. Zum regulären US-Handelsschluss um 16 Uhr New Yorker Zeit, entsprechend 22 Uhr deutscher Zeit, lag die IonQ-Aktie bei 34,73 US-Dollar und damit 4,25 Prozent unter dem Vortagesschluss. D-Wave Quantum schloss bei 13,38 US-Dollar mit einem Minus von 2,62 Prozent. Rigetti Computing verlor 3,55 Prozent auf 12,78 US-Dollar. Die Angaben stammen von Stock Analysis auf Basis der US-Börsendaten vom 13. Oktober 2026.

Damit standen Quanten-Aktien unter Druck, obwohl die langfristigen Markterwartungen weiterhin Wachstum vorsehen. Eine eindeutige Ursache für die täglichen Kursbewegungen lässt sich aus den Börsendaten allein nicht ableiten.

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Gartner erwartet das Aus für mehr als die Hälfte der Start-ups

Am 8. Oktober veröffentlichte Gartner eine neue Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung des Quantencomputings. Demnach dürfte der weltweite Branchenumsatz 2026 bei rund 869,9 Millionen US-Dollar liegen, ein erwartetes Wachstum von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2027 rechnen die Analysten mit einem Marktvolumen von 1,1 Milliarden US-Dollar.

Das Wachstum bedeutet allerdings nicht, dass sich alle Anbieter dauerhaft behaupten können. Gartner hält den Markt angesichts seines gegenwärtigen Umfangs für überfüllt. Bis 2030 könnten deshalb mehr als 50 Prozent der Quantencomputing-Start-ups ihr Geschäft aufgeben müssen.

Als wesentlichen Grund nennt Gartner fehlende wirtschaftlich tragfähige Einnahmen. Zudem erwartet das Unternehmen, dass sich technische Verfahren langfristig nicht durchsetzen werden, wenn sie kein fehlertolerantes Quantencomputing ermöglichen. Dabei geht es um Systeme, die Rechenfehler ausreichend erkennen und korrigieren können, um komplexe Aufgaben zuverlässig auszuführen.

Gartners Prognose bezieht sich ausdrücklich auf Start-ups der Branche. Sie enthält keine konkrete Vorhersage einer Insolvenz von IonQ, D-Wave oder Rigetti.

Milliardenmarkt mit bislang begrenzter Nachfrage

Der erwartete Marktzuwachs zeigt, dass Quantencomputing wirtschaftlich an Bedeutung gewinnt. Die Technologie befindet sich jedoch weiterhin in einer Phase, in der Forschung, Entwicklung und erste praktische Anwendungen einen großen Teil der Aktivitäten bestimmen.

Nach Gartners Berechnungen bleibt der öffentliche Sektor bis einschließlich 2027 der wichtigste Abnehmer. Die Ausgaben staatlicher Einrichtungen für Quantencomputing sollen im kommenden Jahr bei 245 Millionen US-Dollar liegen.

Ab 2028 erwartet Gartner eine Verschiebung. Dann sollen Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister mit prognostizierten Ausgaben von 289 Millionen US-Dollar erstmals mehr investieren als der öffentliche Sektor, für den 280 Millionen US-Dollar erwartet werden. Zu den möglichen Anwendungsfeldern zählen die Optimierung von Finanzportfolios und die Modellierung von Risiken.

Für die Unternehmen besteht damit die Herausforderung, hohe Entwicklungsausgaben zu finanzieren, bevor sich die Technologie auf breiter Basis kommerziell durchsetzt.

IonQ plant milliardenschweren Zukauf mit eigenen Aktien

Bei IonQ kommt eine weitere Entwicklung hinzu. Das Unternehmen kündigte am Montag, 12. Oktober, eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf des Cybersicherheitsanbieters Elisity an.

Der Gesamtwert der geplanten Transaktion liegt laut IonQ bei bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind mögliche erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 150 Millionen US-Dollar. Die Übernahme soll vollständig mit IonQ-Aktien finanziert werden und nach Unternehmensplanung im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Erforderliche Genehmigungen stehen noch aus.

Durch die Bezahlung mit eigenen Aktien kann sich der Anteil bisheriger Aktionäre am Unternehmen verringern. Diese mögliche Verwässerung ist ein zusätzlicher Bewertungsfaktor für die IonQ-Aktie. Welchen konkreten Anteil die Übernahmeankündigung am jüngsten Kursrückgang hatte, lässt sich jedoch nicht eindeutig bestimmen.

Mit dem geplanten Kauf will IonQ sein Geschäft über Quantencomputer hinaus im Bereich der Cybersicherheit ausbauen. Elisity entwickelt unter anderem Technologien, mit denen Unternehmen den Zugriff auf ihre Netzwerke und IT-Systeme kontrollieren können.

US-Zinsen bleiben ein Risiko für Quantenunternehmen

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die amerikanische Geldpolitik. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte ihren Leitzins am 16. September um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.

Am Dienstag erklärte die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Boston, Susan Collins, nach Angaben von Reuters, dass sie eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende für angemessen halte. Der genaue Zeitpunkt hänge von der Entwicklung der Wirtschaftsdaten ab.

Höhere Zinsen können technologieorientierte Wachstumsunternehmen auf unterschiedliche Weise belasten. Fremdfinanzierungen werden kostspieliger, während zukünftige Gewinne bei der Unternehmensbewertung stärker abgezinst werden. Das trifft insbesondere Unternehmen, deren wirtschaftliche Erträge überwiegend für spätere Jahre erwartet werden.

Allerdings stiegen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen am Dienstag nicht weiter. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag laut Wall Street Journal gegen 15.59 Uhr New Yorker Zeit bei 5,216 Prozent und damit 0,027 Prozentpunkte unter dem vorherigen Niveau. Die längerfristigen Zinssorgen bestanden dennoch fort.

Quantencomputing steht vor einer wirtschaftlichen Bewährungsprobe

Die jüngsten Kursverluste treffen eine Branche, deren technologische Möglichkeiten und wirtschaftliche Perspektiven noch unterschiedlich weit entwickelt sind. Unternehmen arbeiten an Rechnern, die künftig bestimmte komplexe Aufgaben effizienter lösen könnten als herkömmliche Computersysteme. Entscheidend für eine breite Vermarktung sind jedoch zuverlässige technische Fortschritte und zahlende Kunden.

Die Gartner-Prognose macht deutlich, dass ein wachsender Gesamtmarkt nicht automatisch steigende Umsätze für jeden Anbieter bedeutet. Technologischer Erfolg, Finanzierungsmöglichkeiten und die Geschwindigkeit der kommerziellen Nutzung werden darüber entscheiden, welche Geschäftsmodelle dauerhaft bestehen können.

Für IonQ, D-Wave und Rigetti bleibt deshalb neben dem technischen Fortschritt vor allem die wirtschaftliche Umsetzung ihrer Entwicklungen von Bedeutung.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu