
Der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC hat im dritten Quartal 2026 einen neuen Rekordgewinn erzielt. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 68,7 Prozent auf 763,06 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet rund 23,6 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz kletterte um 50,9 Prozent auf 1,494 Billionen Taiwan-Dollar. In US-Dollar erreichten die Erlöse 46,72 Milliarden. Besonders die Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren für künstliche Intelligenz und Rechenzentren sorgt für Wachstum. An der Börse stand die Aktie dennoch unter Druck.
Der Rekordgewinn von TSMC fiel höher aus als von Analysten erwartet. Nach einer von Reuters veröffentlichten Auswertung des Datendienstleisters LSEG lag die Gewinnerwartung bei rund 746,3 Milliarden Taiwan-Dollar. Tatsächlich erwirtschaftete der Konzern rund 763 Milliarden Taiwan-Dollar.
Auch gegenüber dem zweiten Quartal beschleunigte sich das Geschäft. Der Umsatz stieg um 17,6 Prozent, der Nettogewinn legte um acht Prozent zu. Der Gewinn je Aktie erreichte 29,43 Taiwan-Dollar.
Die Bruttomarge lag bei 66,4 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal ging sie um 1,3 Prozentpunkte zurück. Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen die anfänglichen Kosten beim Hochfahren seiner besonders fortschrittlichen 2-Nanometer-Fertigung.
Die Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenchips prägt zunehmend das Geschäft des weltweit größten Auftragsfertigers für Halbleiter. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie Nvidia und Apple, die ihre Prozessoren von TSMC produzieren lassen.
Im dritten Quartal entfielen 68 Prozent des Konzernumsatzes auf den Bereich High Performance Computing. Ein Jahr zuvor waren es 57 Prozent. Darunter fallen insbesondere leistungsstarke Prozessoren für Rechenzentren und andere anspruchsvolle Anwendungen. Der Geschäftsbereich umfasst allerdings nicht ausschließlich KI-Chips.
Besonders gefragt sind moderne Fertigungsverfahren. Technologien mit Strukturgrößen von sieben Nanometern oder weniger steuerten 79 Prozent zum Umsatz mit Halbleiterwafern bei. Die 3-Nanometer-Technologie erreichte einen Anteil von 33 Prozent, die neuere 2-Nanometer-Fertigung bereits acht Prozent.
Die steigende Nachfrage erfordert umfangreiche Investitionen. Allein im dritten Quartal gab TSMC nach eigenen Angaben 13,84 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus. In den ersten neun Monaten des Jahres summierten sich die Ausgaben auf 40,64 Milliarden Dollar.
Bereits im Juli hatte das Unternehmen seinen Investitionsplan für das Gesamtjahr 2026 auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben. Ein Großteil der Mittel fließt in moderne Fertigungstechnologien. Weitere Investitionen betreffen Spezialverfahren sowie die hochentwickelte Verpackung und Verbindung mehrerer Chips.
Die Expansion umfasst auch zusätzliche Produktionskapazitäten außerhalb Taiwans. Insbesondere die Werke in den USA sollen die internationale Fertigungsbasis verbreitern.
Für das vierte Quartal enthielten die zunächst veröffentlichten schriftlichen Quartalsunterlagen noch keine neue konkrete Umsatzprognose. Ein aktualisierter Ausblick steht auf der Tagesordnung der Investorenkonferenz am Donnerstag, die um 8 Uhr deutscher Zeit begann.
Bislang hatte TSMC für das Gesamtjahr 2026 ein Umsatzwachstum von etwas mehr als 40 Prozent auf US-Dollar-Basis prognostiziert. Der Rekordumsatz im dritten Quartal unterstreicht die hohe Nachfrage nach moderner Chipfertigung.
Wesentlich für die weitere Geschäftsentwicklung sind die Auslastung neuer Produktionsanlagen, der Ausbau fortschrittlicher Fertigungsverfahren und die Bestellungen großer Technologiekonzerne.
Trotz der starken Geschäftsentwicklung gerieten die Aktien von TSMC am Donnerstag im allgemeinen Abverkauf asiatischer Technologiewerte unter Druck. An der Börse in Taiwan schloss die Aktie am 15. Oktober um 13.30 Uhr Ortszeit bei 2.440 Taiwan-Dollar. Das entsprach einem Rückgang von 2,01 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Quartalsergebnisse wurden erst nach dem dortigen Börsenschluss veröffentlicht. Der Kursverlust war daher keine unmittelbare Reaktion auf die neuen Gewinnzahlen.
Auch für europäische Halbleiterunternehmen sind die Ergebnisse relevant. Der niederländische Anlagenhersteller ASML profitiert von Investitionen in moderne Chipfabriken. Bereits am Mittwoch hatte ASML selbst starke Quartalszahlen vorgelegt und die Umsatzprognose für 2026 auf 44 bis 45 Milliarden Euro angehoben.
Für andere europäische Halbleiterunternehmen wie Infineon und STMicroelectronics sind die Auswirkungen weniger unmittelbar, da sie teilweise andere Chipmärkte bedienen. Die Ergebnisse von TSMC liefern dennoch einen wichtigen Hinweis auf die Entwicklung der weltweiten Halbleiternachfrage.
Während die Nachfrage nach KI-Prozessoren weiter wächst, zeigen die jüngsten Kursverluste an den Technologiebörsen zugleich, dass hohe Unternehmensgewinne nicht automatisch steigende Aktienkurse bedeuten.
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