Babynahrung trotz Rückruf erneut verkauft: Kaufland warnt vor mehreren Marken

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Kaufland hat seine Rückrufinformation für Säuglingsnahrung ausgeweitet. Nachdem die Handelskette am 9. Oktober 2026 erneut vor bestimmten Produkten von Aptamil und Milumil gewarnt hatte, kamen am 13. Oktober mehrere Artikel der Nestlé-Marke BEBA hinzu. Der Hintergrund: Obwohl die Hersteller bereits Anfang des Jahres Rückrufe durchgeführt hatten, gelangten einzelne betroffene Produkte nach Angaben des Handelsunternehmens erneut in den Verkauf. Grund für die ursprünglichen Rückrufe war eine mögliche Belastung mit dem Bakteriengift Cereulid.

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Bereits zurückgerufene Babynahrung erneut im Verkauf

Der Rückruf bei Kaufland betrifft Säuglingsnahrung zweier großer Lebensmittelkonzerne. Danone hatte die betroffenen Produkte von Aptamil und Milumil bereits am 5. Februar 2026 zurückgerufen. Bei Nestlé waren entsprechende Rückrufe am 5. Januar und 3. Februar erfolgt.

Kaufland erklärte, die damaligen Rückrufmaßnahmen umgesetzt zu haben. Dennoch seien vereinzelt Produkte mit den betroffenen Mindesthaltbarkeitsdaten erneut verkauft worden. Inzwischen habe das Unternehmen sämtliche betroffenen Artikel aus den Filialen entfernt.

Wie viele Packungen nach den ursprünglichen Rückrufen noch verkauft wurden und wie viele Filialen betroffen waren, geht aus den aktuellen Mitteilungen nicht hervor. Auch Angaben dazu, ob Kinder durch diese später verkauften Produkte gesundheitliche Beschwerden erlitten haben, liegen darin nicht vor.

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Diese Produkte von BEBA, Aptamil und Milumil sind betroffen

Die erneute Warnung umfasst mehrere Varianten der Säuglingsanfangs- und Folgenahrung. Bei Nestlé nennt Kaufland folgende BEBA-Produkte:

  • BEBA Pre, 800 Gramm
  • BEBA Pre, 200 Milliliter im TetraPak
  • BEBA 1, 800 Gramm
  • BEBA HA Pre, 550 Gramm
  • BEBA HA 1, 550 Gramm
  • BEBA Comfort+, 500 Gramm

Die betroffenen BEBA-Produkte tragen bestimmte Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen Oktober 2026 und Dezember 2027. Bei den Pulverprodukten sind zusätzlich die angegebenen Chargennummern zu beachten.

Bei Danone umfasst die Rückrufinformation verschiedene Packungsgrößen von Aptamil Pronutra Pre, Aptamil Pronutra 1, 2 und 3 sowie Aptamil Profutura Pre, 1 und 2. Hinzu kommt Milumil Pre in der 1.200-Gramm-Packung.

Für diese Produkte nennt Kaufland konkrete Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen Oktober 2026 und November 2027. Nicht sämtliche Packungen der genannten Produktlinien sind betroffen. Entscheidend ist der Abgleich mit den vollständigen Produktangaben der offiziellen Kaufland-Rückrufmeldungen.

Cereulid kann Übelkeit und Erbrechen auslösen

Auslöser der ursprünglichen Rückrufe ist das mögliche Vorhandensein von Cereulid. Dabei handelt es sich um ein Gift, das von bestimmten Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe gebildet werden kann.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können bereits innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Aufnahme Übelkeit und Erbrechen auftreten. Meist klingen die Beschwerden innerhalb eines Tages wieder ab. In seltenen Fällen sind bei schweren Vergiftungen auch Organschäden möglich.

Besonders relevant ist die hohe Hitzebeständigkeit des Giftstoffs. Cereulid wird durch Erhitzen nicht zuverlässig zerstört. Deshalb lässt sich eine möglicherweise belastete Säuglingsnahrung auch durch Abkochen nicht sicher machen.

Sollte ein Kind nach dem Verzehr einer betroffenen Nahrung Beschwerden entwickeln, empfiehlt sich eine zeitnahe ärztliche Abklärung.

Betroffene Packungen können ohne Kassenbon zurückgegeben werden

Kaufland fordert Kunden ausdrücklich auf, Säuglingsnahrung mit den genannten Mindesthaltbarkeitsdaten beziehungsweise Chargennummern nicht weiter zu verfüttern.

Die Rückgabe ist in jeder Kaufland-Filiale möglich. Ein Kassenbon ist dafür nicht erforderlich. Das Unternehmen erstattet den Kaufpreis auch ohne Einkaufsnachweis.

Für Rückfragen hat Kaufland eine kostenlose Verbraucherhotline unter der Telefonnummer 0800 1528352 eingerichtet.

Rückrufe von Säuglingsnahrung betreffen mehrere Länder

Die aktuellen Warnungen stehen im Zusammenhang mit einer internationalen Rückrufserie, die bereits Ende 2025 begann. Verschiedene Hersteller hatten Säuglingsnahrung vorsorglich vom Markt genommen, nachdem mögliche Verunreinigungen mit Cereulid bekannt geworden waren.

Nach Erkenntnissen des Bundesinstituts für Risikobewertung gelangte der Giftstoff über eine Zutat in die betroffenen Produkte. Dabei handelte es sich um Arachidonsäure-Öl, das bei der Herstellung bestimmter Säuglingsnahrungen eingesetzt wird. Das verunreinigte Öl stammte von einem chinesischen Hersteller.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertete das Risiko Anfang Februar 2026 neu. Auch die Europäische Kommission reagierte und verstärkte ab Ende Februar die Importkontrollen für entsprechendes Öl aus China.

Die erneuten Warnungen bei Kaufland bedeuten somit nicht, dass jetzt erstmals eine neue Verunreinigung festgestellt wurde. Vielmehr geht es um Produkte, die bereits von früheren Rückrufaktionen erfasst waren und nach Angaben des Händlers dennoch teilweise erneut verkauft wurden.

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