
Kurz vor ihrem 70. Geburtstag steht Katrin Sass im Mittelpunkt einer neuen Fernsehdokumentation. Der NDR zeigt am heutigen Samstag, 17. Oktober 2026, um 20:15 Uhr erstmals das einstündige Porträt „Echt, Katrin Sass! Das Porträt“. Die Sendung zeichnet den künstlerischen Weg der Schauspielerin nach, die bereits in der DDR große Erfolge feierte, mit dem Kinofilm „Good Bye, Lenin!“ internationale Bekanntheit erlangte und seit vielen Jahren zu den prägenden Gesichtern deutscher Fernsehkrimis gehört.
Die Dokumentation verbindet persönliche Erinnerungen der Schauspielerin mit Archivmaterial, inszenierten Szenen und Beiträgen von Menschen, die sie während ihrer Laufbahn begleitet haben. Im Mittelpunkt stehen ihre wichtigsten Rollen, berufliche Veränderungen und die Frage, wie es ihr gelang, sich über mehrere Jahrzehnte hinweg in einer sich wandelnden Film- und Fernsehlandschaft zu behaupten.
Die Dokumentation „Echt, Katrin Sass! Das Porträt“ läuft am 17. Oktober 2026 von 20:15 bis 21:15 Uhr im NDR Fernsehen. Der Film stammt aus dem Jahr 2026 und feiert an diesem Abend seine deutsche Fernsehpremiere.
Damit setzt der Sender zur besten Sendezeit auf die Lebensgeschichte einer Schauspielerin, deren Karriere eng mit der deutschen Filmgeschichte vor und nach der Wiedervereinigung verbunden ist. Katrin Sass gehört zu jener Generation von Künstlerinnen, die zunächst im staatlich geprägten Filmsystem der DDR arbeiteten und nach 1990 neue berufliche Wege finden mussten.
Das Porträt ist als eigenständiger Dokumentarfilm angelegt. Eine klassische Staffel- oder Folgennummer gibt es deshalb nicht. Im Mittelpunkt steht ausschließlich die Schauspielerin und ihre Entwicklung vom frühen Kinoerfolg bis zu ihren heutigen Fernsehrollen.
Der NDR kündigt dafür neben Gesprächen mit Sass auch Erinnerungen von Wegbegleitern, historische Aufnahmen und nachgestellte Szenen an. Die redaktionelle Betreuung liegt bei Marcus Hansel.
Katrin Sass wurde am 23. Oktober 1956 in Schwerin geboren. Ihre Laufbahn begann lange vor der deutschen Wiedervereinigung. Bereits in den frühen 1980er-Jahren machte sie mit anspruchsvollen Filmrollen auf sich aufmerksam.
Besondere Bedeutung hatte der DEFA-Film „Bürgschaft für ein Jahr“ aus dem Jahr 1981. Darin verkörperte sie eine junge Mutter, deren Lebensumstände sie vor erhebliche Herausforderungen stellen. Die Rolle brachte Sass internationale Anerkennung. Bei der Berlinale 1982 wurde sie mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet.
Dieser frühe Erfolg machte sie zu einer der auffälligen Schauspielerinnen ihrer Generation im DDR-Kino. Dabei gehörte Sass nicht ausschließlich zu den Darstellerinnen klassischer Unterhaltungsfilme. Sie übernahm auch Figuren, deren persönliche Konflikte und gesellschaftliche Situation einen wesentlichen Teil der Handlung bestimmten.
Nach dem Ende der DDR veränderten sich die Arbeitsbedingungen für viele Filmschaffende grundlegend. Frühere Strukturen verschwanden, neue Produktionsfirmen und Fernsehsender gewannen an Bedeutung. Auch für Sass bedeutete diese Entwicklung eine berufliche Neuorientierung.
Die NDR-Dokumentation greift diesen langen Karriereweg auf und zeigt, wie sich ihre Arbeit über unterschiedliche politische und gesellschaftliche Epochen hinweg entwickelte.
Einen der größten Erfolge ihrer Karriere feierte Katrin Sass 2003 mit der Kinokomödie „Good Bye, Lenin!“ von Regisseur Wolfgang Becker. Der Film erzählt eine Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der DDR und der deutschen Wiedervereinigung.
Sass spielt darin Christiane Kerner, die Mutter des von Daniel Brühl verkörperten Alex. Die Figur erlebt die politischen Umbrüche zunächst nicht bewusst mit. Als sie wieder zu sich kommt, versucht ihr Sohn, sie vor den Veränderungen ihrer vertrauten Umgebung zu schützen.
Der Film entwickelte sich zu einem der bekanntesten deutschen Kinoerfolge der frühen 2000er-Jahre und erreichte auch international ein großes Publikum. Für Sass bedeutete die Rolle eine neue Phase ihrer Laufbahn.
Bemerkenswert ist dabei die Verbindung ihrer eigenen Schauspielbiografie mit dem historischen Hintergrund der Filmhandlung. Sass hatte bereits vor 1989 im DDR-Film gearbeitet und verkörperte nun eine Frau, deren Leben durch das Ende dieses Staates grundlegend verändert wird.
Die neue Dokumentation nimmt diesen Erfolg als wichtigen Abschnitt ihrer Karriere auf. Zugleich macht die langjährige Entwicklung der Schauspielerin deutlich, dass ihr künstlerisches Schaffen weit über diese einzelne Rolle hinausreicht.
Seit 2014 ist Katrin Sass regelmäßig als Karin Lossow im „Usedom-Krimi“ zu sehen. Die ARD-Reihe verbindet klassische Kriminalgeschichten mit familiären Konflikten und der besonderen Atmosphäre der Ostseeinsel.
Ihre Figur ist eine ehemalige Staatsanwältin, die nach einer Haftstrafe in ihre Heimat zurückkehrt und dort wiederholt in Ermittlungen verwickelt wird. Karin Lossow ist keine unkomplizierte Hauptfigur. Ihre Vergangenheit, ihre schwierigen Beziehungen und ihre direkte Art gehören zum festen Bestandteil der Geschichten.
Gerade diese charakterliche Vielschichtigkeit bietet Sass eine Rolle, die sich deutlich von vielen traditionellen Ermittlerfiguren unterscheidet. Neben der eigentlichen Aufklärung der Kriminalfälle nimmt die persönliche Entwicklung von Karin Lossow breiten Raum ein.
Der erste Film der Reihe, „Mörderhus“, wurde 2014 ausgestrahlt. Seitdem ist der „Usedom-Krimi“ zu einem festen Bestandteil des ARD-Fernsehprogramms geworden. Für Sass gehört die Rolle zu den langfristigsten und bekanntesten Engagements ihrer späteren Karriere.
Mit „Echt, Katrin Sass! Das Porträt“ widmet sich der NDR nicht nur den bekanntesten Filmen und Fernsehrollen der Schauspielerin. Die Dokumentation zeichnet vielmehr ihre Entwicklung über verschiedene Lebens- und Karrierephasen hinweg nach.
Dabei kommen neben Sass selbst auch Wegbegleiter zu Wort. Seltene Archivaufnahmen sollen frühere Abschnitte ihrer Karriere sichtbar machen. Ergänzt wird das Material durch inszenierte Spielszenen, mit denen einzelne Stationen ihres Lebens filmisch aufgegriffen werden.
Der Rückblick erscheint zu einem besonderen Zeitpunkt. Am 23. Oktober 2026 feiert Katrin Sass ihren 70. Geburtstag. Die Fernsehpremiere findet damit sechs Tage vor diesem Jubiläum statt.
Die jahrzehntelange Karriere der Schauspielerin umfasst Theaterengagements, Kinoproduktionen und zahlreiche Fernsehrollen. Sie wurde unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Ihre Laufbahn verbindet unterschiedliche Kapitel der deutschen Kulturgeschichte. Sie begann ihre professionelle Arbeit unter den Bedingungen der DDR, erlebte den Umbruch nach der Wiedervereinigung und etablierte sich später erneut in großen Kino- und Fernsehproduktionen. Der neue NDR-Film zeichnet diese Entwicklung anhand ihrer persönlichen Erinnerungen und ihrer künstlerischen Arbeit nach.
Wer die Fernsehpremiere am Samstagabend nicht sehen kann, findet das Porträt auch in der ARD Mediathek. Dort ist der Film mit einer Laufzeit von rund 59 Minuten aufgeführt. Die Verfügbarkeit ist bis zum 17. Oktober 2028 um 20:15 Uhr angegeben.
Die Fernsehausstrahlung beginnt am 17. Oktober um 20:15 Uhr und endet um 21:15 Uhr. Unmittelbar anschließend zeigt der NDR ab 21:15 Uhr die 90-minütige Sendung „Unsere legendären Schauspielstars: Von Mario Adorf bis Romy Schneider“.
Damit stehen am Samstagabend gleich zwei Sendungen über bekannte Persönlichkeiten der deutschen Filmgeschichte auf dem Programm. Den Auftakt bildet das neue Porträt von Katrin Sass, das ihre Karriere von den frühen DDR-Filmen bis zu ihren heutigen Fernsehrollen in den Mittelpunkt stellt.
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