Lufthansa verabschiedet letzten Airbus A340-600 nach 23 Jahren

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa hat am Montag, 19. Oktober 2026, ihren letzten Airbus A340-600 aus dem regulären Linienbetrieb verabschiedet. Mit der Landung des Fluges LH419 aus Washington D.C. in Frankfurt endet der Einsatz des vierstrahligen Langstreckenflugzeugs nach 23 Jahren. Der Abschied ist Teil einer umfassenden Flottenerneuerung, mit der die Fluggesellschaft ihren Treibstoffverbrauch senken und die Betriebskosten langfristig reduzieren will.

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An Bord der letzten Maschine mit der Kennung D-AIHW befanden sich 267 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Nach einer Flugzeit von acht Stunden und fünf Minuten landete das Flugzeug planmäßig in Frankfurt. Für Lufthansa endet damit die Geschichte eines Flugzeugtyps, der über mehr als zwei Jahrzehnte auf internationalen Langstrecken eingesetzt wurde.

Airbus A340-600 war einst das längste Passagierflugzeug der Welt

Der Lufthansa Airbus A340-600 gehörte lange zu den größten Flugzeugen der deutschen Fluggesellschaft. Das erste Exemplar wurde am 25. November 2003 übernommen. Mit einer Länge von 75,30 Metern galt die Maschine damals als längstes Passagierflugzeug der Welt. Zu den ersten Zielen im Lufthansa-Streckennetz gehörten Buenos Aires in Argentinien und Santiago de Chile.

Insgesamt setzte Lufthansa während der vergangenen 23 Jahre 24 Flugzeuge dieses Typs ein. Sie wurden auf zahlreichen Interkontinentalverbindungen genutzt. Zu den besonderen Einsätzen gehörten Forschungsflüge im Rahmen des Klimaprojekts CARIBIC. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft reiste 2014 mit einem Airbus A340-600 nach Brasilien. Nach Angaben der Fluggesellschaft beförderte der Flugzeugtyp während seiner Dienstzeit mehr als 40 Millionen Passagiere.

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Lufthansa ersetzt ältere Flugzeuge durch Airbus A350 und Boeing 787

Mit der Ausmusterung des Airbus A340-600 setzt Lufthansa ihre Flottenmodernisierung fort. Auch andere ältere Langstreckenmodelle sollen verschwinden. Bis 2027 plant die Fluggesellschaft unter anderem die Außerdienststellung des Airbus A340-300, des Airbus A330-200 und der Boeing 747-400. Der Abschied vom A340-600 bedeutet damit noch nicht das vollständige Ende aller Airbus-A340-Flüge bei Lufthansa.

Für die künftige Langstreckenflotte setzt das Unternehmen vor allem auf die Airbus-A350-Familie sowie die Boeing 787-9 und die Boeing 777-9. Nach Unternehmensangaben befinden sich bereits 18 Boeing 787-9 im Einsatz. Elf weitere Exemplare sollen bis 2027 hinzukommen. Die ersten Boeing 777-9 erwartet Lufthansa nach derzeitiger Planung im Jahr 2027.

Ein weiterer Schritt folgt bereits im November 2026. Dann soll der erste Airbus A350-1000 nach München überführt werden. Der erste planmäßige Passagierflug ist für den 3. Dezember von München nach Tokio vorgesehen. Anschließend sollen auch Shanghai und Singapur mit dem neuen Flugzeugtyp bedient werden. Die Lufthansa Group hat insgesamt 15 Maschinen des Airbus A350-1000 bestellt, deren Auslieferungen bis 2030 vorgesehen sind.

Weniger Kerosinverbrauch soll Betriebskosten senken

Ein wesentlicher Grund für die Erneuerung der Langstreckenflotte sind die hohen Betriebskosten älterer Flugzeuge. Der Airbus A340-600 verfügt über vier Triebwerke. Neuere Langstreckenmodelle wie der Airbus A350 und die Boeing 787 kommen dagegen mit zwei Triebwerken aus und nutzen modernere Antriebs- und Leichtbautechnologien.

Nach Angaben der Flugzeughersteller verbrauchen die neuen Modelle im Vergleich zu älteren Flugzeuggenerationen rund 30 Prozent weniger Kerosin. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von der Flugstrecke, der Auslastung und der jeweiligen Flugzeugkonfiguration ab. Neben den Treibstoffkosten sollen auch Aufwendungen für Wartung, Ersatzteile und die Ausbildung des fliegenden Personals sinken, wenn Lufthansa die Zahl unterschiedlicher Flugzeugtypen reduziert.

Bereits im April 2026 hatte die Lufthansa Group angekündigt, ihre Flottenmaßnahmen angesichts deutlich gestiegener Kerosinpreise und zusätzlicher Belastungen durch Arbeitskämpfe zu beschleunigen. Damals wurde die Ausmusterung der letzten vier A340-600 für Oktober festgelegt. Die Erneuerung der Flotte ist damit zugleich ein Bestandteil des laufenden Spar- und Effizienzprogramms.

Neue Kabinen und modernere Langstreckenflugzeuge für Passagiere

Für Fluggäste bringt die Flottenumstellung Veränderungen bei der Ausstattung der eingesetzten Maschinen. Lufthansa führt mit neueren Langstreckenflugzeugen zunehmend das Kabinenkonzept Allegris ein, das modernisierte Sitze und unterschiedliche Komfortangebote in mehreren Reiseklassen umfasst. Der neue Airbus A350-1000 wird beispielsweise über 300 Sitzplätze in vier Reiseklassen verfügen.

Bis 2028 sollen nach den Planungen der Fluggesellschaft rund 70 Prozent ihrer Langstreckenflotte aus Flugzeugen der neuesten Generation bestehen. Für Lufthansa bedeutet dies eine stärkere Vereinheitlichung der Flotte und die Möglichkeit, ältere, kostenintensivere Maschinen schrittweise zu ersetzen. Mit dem letzten Flug des Airbus A340-600 ist nun ein weiterer Abschnitt dieser Umstellung abgeschlossen.

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