Deutschlands Wirtschaft sorgt sich zunehmend um digitale Abhängigkeit

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Grzegorz Walczak

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Die deutschen Unternehmen sind weiterhin in hohem Maße auf digitale Technologien aus dem Ausland angewiesen. Besonders deutlich gewachsen ist die Sorge über die Abhängigkeit von den USA. Während sich 2024 noch 38 Prozent der Unternehmen deshalb Sorgen machten, sind es inzwischen 73 Prozent. Das geht aus einer neuen Studie des Digitalverbands Bitkom hervor, die am Montag, 19. Oktober 2026, veröffentlicht wurde. Auch die Abhängigkeit von China wird zunehmend kritisch bewertet. Insgesamt 79 Prozent der befragten Unternehmen äußern entsprechende Sorgen, gegenüber 69 Prozent im Jahr 2024.

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Die Untersuchung zeigt zugleich, wie umfassend ausländische Technologie mittlerweile in der deutschen Wirtschaft eingesetzt wird. 96 Prozent der Unternehmen beziehen digitale Produkte oder Dienstleistungen aus anderen Ländern. 94 Prozent betrachten Deutschland insgesamt als stark oder eher abhängig von solchen Importen. Zwei Drittel der Befragten rechnen damit, dass die Abhängigkeit in den kommenden fünf Jahren weiter zunimmt.

China und die USA bleiben zentrale Technologielieferanten

Die USA gehören zu den wichtigsten Herkunftsländern für digitale Produkte und Dienstleistungen. Von den Unternehmen, die digitale Technologien importieren, beziehen 88 Prozent entsprechende Leistungen aus den Vereinigten Staaten. Bei China liegt dieser Anteil bei 80 Prozent. Auch die Europäische Union spielt eine bedeutende Rolle: 83 Prozent der importierenden Unternehmen greifen auf Anbieter aus anderen EU-Staaten zurück.

Bei der selbst eingeschätzten Abhängigkeit liegt China sogar knapp vor den USA. Insgesamt 88 Prozent der Unternehmen mit Digitalimporten bezeichnen sich als stark oder eher abhängig von chinesischen Technologien und Dienstleistungen. Bei den USA sind es 87 Prozent. Besonders ausgeprägt ist die Abhängigkeit von China bei 61 Prozent der Unternehmen, während 47 Prozent eine starke Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten angeben. Die Zahlen verdeutlichen, dass internationale Lieferbeziehungen für einen großen Teil der deutschen Wirtschaft unverzichtbar geworden sind.

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Importausfälle könnten Produktion und Vertrieb treffen

Welche Folgen ein längerer Ausfall ausländischer Digitaltechnologien hätte, zeigt ein weiteres Ergebnis der Bitkom-Studie. Nach eigener Einschätzung könnten deutsche Unternehmen einen vollständigen Wegfall solcher Importe durchschnittlich 16 Monate verkraften. Gegenüber der vorherigen Untersuchung hat sich dieser Wert leicht verbessert. Im Jahr 2025 lag er noch bei 14 Monaten. Es handelt sich dabei um eine hypothetische Einschätzung der Unternehmen und nicht um eine Prognose tatsächlich eintretender Betriebsausfälle.

Die möglichen Auswirkungen würden weit über die IT-Abteilungen hinausreichen. Von den Unternehmen mit Digitalimporten erwarten 93 Prozent Folgen für ihre Produktion oder die Erbringung ihrer Dienstleistungen. 91 Prozent rechnen mit Beeinträchtigungen im Vertrieb und Verkauf, 87 Prozent bei Logistik und Lieferketten. Besonders wichtig sind dabei ausländische Endgeräte, die 94 Prozent der Unternehmen beziehen, sowie Hardware-Komponenten wie Chips und Sensoren mit 79 Prozent. Auch Cloud-Dienste spielen mit 73 Prozent eine große Rolle.

Unternehmen wollen Abhängigkeiten verringern

Viele Unternehmen versuchen bereits, ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Herkunftsländern zu reduzieren. 44 Prozent der Unternehmen mit Digitalimporten setzen verstärkt auf Anbieter aus Deutschland und Europa. Weitere 41 Prozent bauen Vorräte wichtiger Komponenten auf, während 40 Prozent technische Vorkehrungen treffen, um bei Bedarf Anbieter oder Systeme wechseln zu können. Gleichzeitig sehen zahlreiche Unternehmen nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten. 68 Prozent der befragten Unternehmen erklären, für bestehende Abhängigkeiten von ausländischen Geschäftspartnern gebe es keine Alternative.

Entsprechend groß sind die Erwartungen an die Politik. Jeweils 97 Prozent der Unternehmen fordern stärkere Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien und eine dringend notwendige Stärkung der digitalen Souveränität. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst spricht sich dafür aus, einseitige Abhängigkeiten zu verringern, ohne die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit grundsätzlich infrage zu stellen. Aus Sicht des Verbands sind insbesondere Investitionen in Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren notwendig.

Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von 602 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten. Die Interviews fanden zwischen der 33. und 39. Kalenderwoche 2026 statt. Die Untersuchung wurde von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands durchgeführt.

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