
Münster. Der Ausbau öffentlicher Toiletten in Münster kommt nach Ansicht der CDU-Ratsfraktion zu langsam voran. Obwohl die Stadt mehrere neue Anlagen plant und dafür Haushaltsmittel vorgesehen sind, fehlen für wichtige Standorte weiterhin verbindliche Eröffnungstermine. Besonders mit Blick auf die Skulptur Projekte 2027 fordert die CDU eine schnellere Umsetzung. Die internationale Kunstausstellung dürfte im kommenden Sommer zahlreiche Besucher nach Münster bringen.
Nach Angaben der CDU-Ratsfraktion geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage hervor, dass neue öffentliche Toiletten im Südpark, im Wienburgpark und am Coerdeplatz bis Anfang Juni 2027 errichtet werden sollen. Ob die Anlagen unmittelbar danach genutzt werden können, ist allerdings noch offen. Einen verbindlichen Termin für die Inbetriebnahme habe die Verwaltung bislang nicht genannt.
Noch unklarer ist die Situation an zwei weiteren vorgesehenen Standorten. Sowohl für zusätzliche Toiletten am Aasee als auch an der Westseite des Hauptbahnhofs fehlt nach Darstellung der CDU ein konkreter Zeitplan. Gerade am Hauptbahnhof sieht die Fraktion kurzfristigen Handlungsbedarf. Dort müsse die Stadt nach Auffassung der Christdemokraten möglichst bald eine Lösung schaffen.
Stefan Leschniok, CDU-Ratsherr und Sprecher der Fraktion für Sicherheit und Ordnung, kritisiert die Verzögerungen. „Öffentliche Toiletten sind kein Luxus, sondern eine Frage der öffentlichen Hygiene. Darauf sind Familien mit Kindern, ältere und Menschen mit Behinderung besonders angewiesen.“ Leschniok ist zugleich Vorsitzender des zuständigen städtischen Ausschusses. Aus seiner Sicht fehlt es weder an Planungen noch an finanziellen Voraussetzungen. Er fordert deshalb, die bereits vorgesehenen Maßnahmen schneller umzusetzen.
Für die CDU erhält der Ausbau durch die bevorstehenden Skulptur Projekte 2027 zusätzliche Dringlichkeit. Die international bekannte Kunstausstellung wird im kommenden Sommer erneut zahlreiche Menschen nach Münster führen. Viele Besucher werden sich voraussichtlich über längere Zeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad zwischen den Kunststandorten bewegen. Entsprechend wichtig sei ein ausreichendes Angebot an öffentlich zugänglichen Sanitäranlagen.
Wie groß der Besucherandrang werden kann, zeigt der Rückblick auf die vorherige Ausgabe der Skulptur Projekte im Jahr 2017. Damals kamen nach Angaben der CDU rund 650.000 Menschen aus 72 Ländern nach Münster. Die Ausstellung findet traditionell im Abstand von zehn Jahren statt und nutzt unterschiedliche Orte im öffentlichen Stadtraum.
Leschniok verlangt deshalb, dass die geplanten Toiletten spätestens zum Beginn der kommenden Ausstellung tatsächlich benutzbar sind. „Wenn die Stadt eine anständige Gastgeberin sein will, muss sie den vielen Gästen, die zu Fuß oder mit dem Rad stundenlang zu den Projekten unterwegs sind, ein hygienisches stilles Örtchen bieten.“ Die Forderung richtet sich damit nicht allein auf die Errichtung neuer Anlagen, sondern ausdrücklich auf deren rechtzeitige Inbetriebnahme.
Besonders kritisch bewertet die CDU die Differenz zwischen den städtischen Ausbauzielen und den bislang konkret benannten Maßnahmen. Nach Darstellung der Ratsfraktion weist der Haushalt 2026/2027 für das Jahr 2025 einen Bestand von neun öffentlichen Toilettenanlagen aus. Für 2026 werden dort bereits 22 Anlagen genannt. Im Jahr 2027 soll die Zahl auf 26 steigen, für 2028 sind insgesamt 30 öffentliche Toilettenanlagen vorgesehen.
Diese Zahlen beschreiben die im Haushalt ausgewiesene beziehungsweise geplante Entwicklung. Sie belegen nicht, dass die für 2026 genannten 22 Anlagen bereits vollständig zur Verfügung stehen. Nach den von der CDU veröffentlichten Informationen hat die Verwaltung bislang lediglich für drei Neubauten einen konkreten Errichtungszeitraum genannt. Für zwei weitere Standorte fehlen entsprechende Termine. Ob und wie die übrigen vorgesehenen Anlagen realisiert werden sollen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Finanziell sind für den Ausbau nach Angaben der CDU insgesamt 1,32 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 eingeplant. Die Fraktion verweist darauf, dass diese Mittel nach ihrem Kenntnisstand auch nicht von der aktuellen Haushaltssperre betroffen sind. Leschniok sieht deshalb die Verwaltung in der Pflicht, den Ausbau voranzutreiben. „Die Verwaltung muss nur endlich ins Machen kommen“, erklärt der CDU-Politiker. Die Ratsfraktion will nun weitere Klarheit über die Umsetzung der städtischen Ausbauziele schaffen. Im Mittelpunkt stehen dabei die noch ausstehenden Zeitpläne und die Frage, ob zumindest die bereits vorbereiteten Anlagen bis zur Eröffnung der Skulptur Projekte 2027 genutzt werden können.
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