Lufthansa erneuert Langstreckenflotte und plant ersten A350-1000-Flug

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Lufthansa treibt die Erneuerung ihrer Langstreckenflotte voran. Der erste Airbus A350-1000 der Fluggesellschaft soll am 3. Dezember 2026 von München nach Tokio fliegen. Weitere Verbindungen nach Shanghai und Singapur sind vorgesehen. Parallel dazu setzt der Konzern auf zusätzliche Flugzeuge von Airbus und Boeing. Bereits im Mai hatte der Aufsichtsrat die Bestellung von 20 neuen Langstreckenjets genehmigt, die zwischen 2032 und 2034 ausgeliefert werden sollen.

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Die Modernisierung zeigt sich auch beim Abschied von älteren Flugzeugtypen. Am Montag, 19. Oktober, absolvierte der letzte Airbus A340-600 der Lufthansa seinen regulären Linienflug. Nach 23 Jahren endet damit der kommerzielle Einsatz dieses vierstrahligen Modells bei der Fluggesellschaft.

Erster Airbus A350-1000 soll im Dezember nach Tokio fliegen

Der erste Lufthansa Airbus A350-1000 befindet sich noch im Airbus-Werk im französischen Toulouse. Mitte November soll die Maschine nach München überführt werden. Nach abschließenden Vorbereitungen ist der erste Passagierflug für den 3. Dezember 2026 zum Flughafen Tokio-Haneda vorgesehen. In den darauffolgenden Wochen sollen Shanghai und Singapur hinzukommen. Auf diesen Verbindungen will Lufthansa den größeren A350-1000 im Wechsel mit dem bereits eingesetzten A350-900 nutzen.

Das neue Flugzeug trägt den Namen „Deutschland“ und erhält eine Sonderlackierung zum 100-jährigen Gründungsjubiläum der Lufthansa. Mit 73,80 Metern ist der A350-1000 sieben Meter länger als der A350-900. Die Kabine bietet Platz für rund 300 Passagiere in vier Reiseklassen. Dazu gehören 49 Sitze in der Business Class und 35 in der Premium Economy. Lufthansa stattet das Flugzeug mit ihrer neuen Allegris-Kabine aus. Insgesamt hat die Lufthansa Group 15 Maschinen dieser Variante bestellt, die bis 2030 ausgeliefert werden sollen. Die ersten zehn sind für die Kernmarke Lufthansa am Drehkreuz München vorgesehen.

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Lufthansa hat 20 weitere Langstreckenflugzeuge bestellt

Neben der Einführung des größeren A350-Modells setzt die Lufthansa Group ihre langfristige Flottenplanung fort. Der Aufsichtsrat hatte am 11. Mai 2026 dem Erwerb von zehn Airbus A350-900 und zehn Boeing 787-9 zugestimmt. Der Listenpreis der insgesamt 20 Flugzeuge liegt nach Konzernangaben bei rund 7,7 Milliarden US-Dollar. Welche Summe Lufthansa tatsächlich bezahlt, geht daraus nicht hervor. Bei größeren Flugzeugbestellungen können die vereinbarten Kaufpreise deutlich von den Listenpreisen abweichen.

Die neuen Maschinen sollen zwischen 2032 und 2034 ausgeliefert werden und ältere, weniger wirtschaftliche Langstreckenflugzeuge ersetzen. Noch nicht festgelegt ist, welchen Fluggesellschaften innerhalb des Konzerns die Flugzeuge zugeteilt werden und an welchen Drehkreuzen sie stationiert sein sollen. Mit der langfristigen Bestellung verfolgt Lufthansa das Ziel, die Zahl unterschiedlicher Flugzeugtypen zu verringern. Dadurch sollen Wartung, Ersatzteilversorgung und die Ausbildung der Besatzungen vereinfacht werden.

Abschied vom Airbus A340-600 nach 23 Jahren

Wie weit die Umstellung bereits fortgeschritten ist, zeigt die Außerdienststellung des Airbus A340-600. Am 19. Oktober landete mit Flug LH419 aus Washington der letzte kommerzielle Linienflug dieses Typs bei Lufthansa in Frankfurt. Das Unternehmen hatte die ersten Maschinen im Jahr 2003 übernommen und insgesamt 24 Exemplare eingesetzt. Mit dem Abschied verschwindet ein weiterer vierstrahliger Langstreckenjet aus dem regulären Flugbetrieb der Airline.

Auch andere ältere Modelle sollen folgen. Nach der aktuellen Flottenplanung von Lufthansa werden der Airbus A340-300, der Airbus A330-200 und die Boeing 747-400 bis 2027 ausgemustert. An ihre Stelle treten schrittweise moderne Langstreckenflugzeuge. Nach Angaben der Fluggesellschaft sind bereits 18 Boeing 787-9 im Einsatz, weitere elf sollen bis 2027 hinzukommen. Auch die Boeing 777-9 ist für die Flottenerneuerung vorgesehen.

Neue Flugzeuge sollen Kosten und Emissionen senken

Die neuen Langstreckenflugzeuge sollen vor allem wirtschaftlicher arbeiten als ihre Vorgänger. Für den Airbus A350-1000 nennt Lufthansa einen um rund 25 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch und entsprechend niedrigere CO₂-Emissionen im Vergleich zu Flugzeugen älterer Generationen. Möglich wird dies unter anderem durch moderne Triebwerke, verbesserte Aerodynamik und den Einsatz leichterer Materialien. Diese Angaben beziehen sich auf den Vergleich mit älteren Flugzeuggenerationen und bedeuten nicht, dass der gesamte Flugverkehr entsprechend weniger Emissionen verursacht.

Lufthansa rechnet damit, dass bis 2028 rund 70 Prozent ihrer Langstreckenflotte aus Flugzeugen der neueren Generation bestehen werden. Die Einführung des A350-1000 ist damit ein weiterer Schritt in einem langfristigen Umbau. Für Passagiere soll sich dieser nicht nur durch neue Flugzeuge, sondern auch durch modernisierte Kabinen und ein verändertes Angebot auf internationalen Langstrecken bemerkbar machen.

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