
Netflix beendet in Deutschland das bisherige Basis-Abo für 9,99 Euro monatlich. Damit verlieren auch langjährige Bestandskunden die Möglichkeit, den Streamingdienst zu diesem Preis ohne Werbung zu nutzen. Betroffene Abonnenten werden aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Frist einen anderen Tarif auszuwählen. Wer nicht reagiert, muss mit der Beendigung seiner Mitgliedschaft rechnen. Besonders deutlich ist der Preisunterschied für Kunden, die weiterhin werbefrei Filme und Serien ansehen möchten.
Die Abschaffung des bisherigen Tarifs hatte sich bereits länger abgezeichnet. Seit dem 23. Oktober 2023 kann das werbefreie Basis-Abo in Deutschland nicht mehr neu abgeschlossen werden. Bestehende Kunden durften es zunächst weiter nutzen. Im Januar 2024 kündigte Netflix grundsätzlich an, den Tarif auch für Bestandskunden in ausgewählten Ländern aufzugeben. Zunächst wurde die Umstellung unter anderem in Großbritannien und Kanada umgesetzt.
Für Deutschland wurde der weitere Ablauf Anfang September 2026 konkreter. Auf Nachfrage des IT-Portals Golem erklärte Netflix damals, dass Bestandskunden ab dem 14. September eine ungefähr dreimonatige Übergangsfrist erhalten sollten. Während dieser Zeit sollten sie wiederholt über das bevorstehende Ende ihres bisherigen Abonnements informiert werden. Mitte Oktober wurden weitere konkrete Benachrichtigungen bekannt. Das Technikportal iFun berichtete am 14. Oktober über eine entsprechende E-Mail an einen deutschen Bestandskunden.
Die Fristen richten sich nach den jeweiligen Vertrags- und Abrechnungszeiträumen. Einzelne mitgeteilte Wechseltermine reichen bis in den Januar 2027. Ein einheitlicher Stichtag, an dem sämtliche deutschen Basis-Abonnements gleichzeitig enden, ist nicht bestätigt. Auch die genaue Zahl der betroffenen Kunden ist nicht bekannt.
Mit dem Wegfall des Basis-Abos bleiben in Deutschland drei reguläre Netflix-Tarife. Die Preise wurden Anfang September 2026 erhöht. Das günstigste Angebot ist das Standard-Abo mit Werbung für 6,99 Euro monatlich. Das reguläre Standard-Abo ohne Werbung kostet 15,99 Euro. Für das Premium-Abonnement werden 21,99 Euro pro Monat fällig.
Für bisherige Basis-Kunden ist insbesondere der Unterschied zwischen den werbefreien Angeboten relevant. Das bisherige Abonnement kostet 9,99 Euro pro Monat und erlaubt die Wiedergabe auf einem Gerät gleichzeitig in HD-Auflösung. Wer künftig ohne Werbeunterbrechungen weiterschauen möchte, muss mindestens das Standard-Abo für 15,99 Euro wählen. Das entspricht einem Aufpreis von sechs Euro monatlich beziehungsweise 72 Euro innerhalb eines Jahres. Prozentual steigen die Kosten für diese Kunden um rund 60 Prozent.
Mit dem Standard-Tarif erhalten Nutzer allerdings auch zusätzliche Funktionen. Die Bildauflösung steigt auf Full HD, außerdem können zwei Geräte im selben Haushalt gleichzeitig Inhalte wiedergeben. Das Premium-Abo bietet unter anderem 4K-Auflösung mit HDR und ermöglicht bis zu vier parallele Streams. Wer stattdessen das günstigere Werbe-Abo auswählt, zahlt drei Euro weniger als bisher. Dafür müssen Nutzer Werbeunterbrechungen akzeptieren. Außerdem sind einige Filme und Serien aufgrund von Lizenzbeschränkungen nicht in diesem Tarif verfügbar.
Für Kunden mit dem bisherigen Netflix Basis-Abo ist zunächst die individuelle Mitteilung des Streamingdienstes entscheidend. Darin soll stehen, bis wann ein neuer Tarif ausgewählt werden muss. Wer nach Ablauf der Übergangsfrist keine andere Abostufe gewählt hat, dessen bisherige Mitgliedschaft wird nach den angekündigten Regeln von Netflix beendet. Der Zugang bleibt bis zum Ende des bereits bezahlten Abrechnungszeitraums bestehen.
Ein Wechsel in einen teureren Tarif erfolgt nicht allein deshalb automatisch, weil das bisherige Angebot eingestellt wird. Kunden können sich bewusst für ein anderes Abonnement entscheiden oder ihre Mitgliedschaft auslaufen lassen. Der Wechsel lässt sich über die Kontoverwaltung auf der Netflix-Webseite durchführen. Dort sind die verfügbaren Tarife und das persönliche Rechnungsdatum einsehbar. Netflix weist in seinem Hilfe-Center darauf hin, dass der Wechsel zu einer höheren Abostufe grundsätzlich sofort wirksam wird. Bei einem Wechsel in einen günstigeren Tarif erfolgt die Änderung normalerweise zum nächsten Rechnungsdatum.
Wer das Streamingangebot künftig nicht mehr nutzen möchte, kann sein Abonnement auch selbst kündigen. Netflix ermöglicht die Kündigung über die Kontoverwaltung. Ein bloßes Löschen der App beendet die kostenpflichtige Mitgliedschaft dagegen nicht. Kunden, die Netflix über einen Mobilfunk-, Internet- oder Fernsehanbieter beziehen, sollten zusätzlich die Bedingungen ihres jeweiligen Pakets prüfen. Dort können andere Abrechnungsmodalitäten gelten.
Die Einstellung des Basis-Abos in Deutschland ist Teil einer länger laufenden internationalen Veränderung des Geschäftsmodells. Netflix hatte bereits 2024 angekündigt, den günstigen werbefreien Tarif in mehreren Märkten schrittweise abzuschaffen. Parallel baut der Konzern sein Angebot mit Werbung aus. Nach Unternehmensangaben soll dieser Bereich neben den regulären Abonnementgebühren zusätzliche Einnahmen ermöglichen.
Für deutsche Kunden bedeutet die aktuelle Umstellung vor allem eine veränderte Auswahl. Ein günstiger Netflix-Zugang bleibt zwar verfügbar, allerdings nur mit Werbeunterbrechungen. Wer darauf verzichten möchte, muss künftig mindestens 15,99 Euro monatlich einplanen. Wie schnell die verbleibenden Basis-Abonnements vollständig auslaufen, hängt von den individuellen Fristen ab. Maßgeblich ist deshalb nicht der Zeitpunkt der allgemeinen Ankündigung, sondern das für das jeweilige Konto mitgeteilte Vertragsende.
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