Ungeduscht aus Baku: Dortmunds ungewöhnlicher Stadionabgang

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Nach dem Champions-League-Spiel bei FK Sabah in Aserbaidschan haben die Profis von Borussia Dortmund das Olympiastadion von Baku am Dienstagabend, 20. Oktober 2026, ohne im Stadion zu duschen verlassen. Spieler stiegen nach dem 2:1-Auswärtssieg teilweise noch in ihrer Fußballkleidung in den wartenden Mannschaftsbus. Anstelle der üblichen Routine nach dem Abpfiff ging es für die Dortmunder zügig zurück ins Hotel. Der ungewöhnliche Ablauf wurde von Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Ole Book unterschiedlich erläutert.

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Kovac berief sich auf eine Anweisung, die Duschen in der Arena nicht zu benutzen. Book erklärte dagegen, die Sanitäranlagen im Hotel seien aus seiner Sicht angenehmer gewesen. Ein Spieler des Gastgebers zeigte sich darüber verwundert und widersprach dem Eindruck, dass die Duschen in Baku nicht funktioniert hätten. Warum genau Borussia Dortmund diese Entscheidung traf und wer die entsprechende Anweisung gab, blieb zunächst ungeklärt.

Kovac spricht von einer Anweisung schon vor dem Spiel

Auf der Pressekonferenz nach der Begegnung erläuterte Niko Kovac, dass die Mannschaft bereits am Vortag im Olympiastadion nicht geduscht habe. Nach dem Abschlusstraining am Montag, 19. Oktober, seien die Spieler ebenfalls ins Hotel zurückgefahren. Der Trainer sagte laut Sport1: „Uns wurde gesagt, dass wir hier nicht duschen sollen, sondern im Hotel.“ Mit dieser Vorgabe begründete er die schnelle Abfahrt nach dem Spiel. Wer die Anweisung ausgesprochen hatte, nannte Kovac bei dieser Gelegenheit nicht.

Damit war der Verzicht auf die Stadionduschen offenbar keine Entscheidung, die erst unmittelbar nach dem Schlusspfiff fiel. Die Dortmunder hatten sich bereits vor der Partie auf denselben Ablauf eingestellt. Ob es dafür eine organisatorische Absprache, eine interne Vorsichtsmaßnahme oder andere Gründe gab, wurde nicht erläutert. Aus Kovacs Aussage lässt sich insbesondere nicht ableiten, dass der Gastgeber den Gästen die Benutzung der Duschen untersagt hätte. Auch eine Sperrung der Anlagen wurde nicht bestätigt.

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Der Mannschaftsbus stand nach der Partie am Ausgang der Arena bereit. Aufnahmen und Schilderungen von Sky Sport sowie Berichte der Nachrichtenagenturen dpa und SID dokumentieren den Abgang der Spieler ohne vorheriges Duschen. Dass die Mannschaft anschließend zum Hotel fahren sollte, geht unmittelbar aus den Aussagen des Trainers und des Sportdirektors hervor. Über die weitere Abreise aus Aserbaidschan oder eine besondere Änderung des Reiseplans wegen der Duschen gab es dagegen keine gesicherten Angaben.

Book äußert sich zum Duschbereich, Sabah-Profi widerspricht

Sportdirektor Ole Book setzte in der Interviewzone nach der Begegnung einen anderen Akzent. Ihm zufolge waren die Duschen im Hotel „etwas einladender“. Bei einer Nachfrage bezeichnete er den Duschbereich im Stadion als „nicht ganz so schick“. Eine genauere Beschreibung der Einrichtungen gab Book nicht. Eine technische Störung, fehlendes Wasser oder hygienische Mängel bestätigte er damit nicht. Auch seine Äußerung erklärt nicht, von wem Kovac die Anweisung erhalten hatte.

Eine Gegenposition kam von Joy-Lance Mickels, der für FK Sabah spielt. Der Angreifer sagte im Gespräch mit Sky, er habe die Duschen vor der Begegnung mit Slavia Prag selbst genutzt. Sie seien aus seiner Sicht normal gewesen und hätten funktioniert. Probleme mit kaltem Wasser habe es nicht gegeben. Mickels betonte außerdem, dass er die Entscheidung der Gastmannschaft respektiere. Seine Aussage beschreibt die Erfahrungen eines Spielers, stellt aber ebenfalls keine technische Untersuchung der Anlagen dar.

Eine offizielle Stellungnahme des FK Sabah zu den Gründen für den Dortmunder Duschverzicht lag zunächst nicht vor. Auch die UEFA hatte sich dazu zunächst nicht öffentlich geäußert. Dass der Gastgeber von sich aus eine Nutzung untersagte oder die Duschen unbrauchbar gewesen seien, war damit nicht belegt. Hinzu kommt, dass das Olympiastadion nicht die reguläre Heimspielstätte von Sabah ist. Der Klub ist in Masazir nahe Baku beheimatet und nutzt die größere Arena für seine Spiele in der Champions League. Das 2015 eröffnete Stadion war außerdem Austragungsort von Partien der Europameisterschaft 2021.

Duschverzicht fällt in eine sportlich anspruchsvolle Phase

Der Vorfall ereignete sich am dritten Spieltag der Ligaphase der Champions League. Borussia Dortmund gewann durch zwei Treffer von Serhou Guirassy mit 2:1 und hat nach drei Begegnungen sechs Punkte gesammelt. Für die Mannschaft war es der erste Sieg nach drei Pflichtspielen ohne Erfolg. Zuvor hatte der BVB in der Bundesliga gegen Werder Bremen 2:2 gespielt, in der Champions League bei Bodø/Glimt 0:1 verloren und sich bei Union Berlin mit einem 0:0 begnügen müssen. Der Sieg in Baku beendete diese Serie, auch wenn das Auswärtsspiel bis zuletzt umkämpft war.

Die Begegnung war zugleich Teil eines eng getakteten Programms mit drei Auswärtsspielen innerhalb von sieben Tagen. Auf die Reise nach Norwegen folgten das Bundesligaspiel in Berlin und der Auftritt in Aserbaidschan. Der BVB hatte bereits vor der Partie auf die Belastung durch die Reisen hingewiesen. Dass die schnelle Rückfahrt zum Hotel ausschließlich der Regeneration oder der weiteren Reiseplanung diente, ist jedoch nicht belegt. Die von Kovac beschriebene Anweisung und Books Bewertung der Duschen sind die konkret dokumentierten Erklärungen.

Für Niko Kovac fällt die Episode in die erste Woche nach seiner jüngsten Vertragsverlängerung. Borussia Dortmund teilte am 13. Oktober offiziell mit, dass der Trainer bis zum 30. Juni 2029 unterschrieben hat. Auch die Verträge seiner Assistenten Robert Kovac und Filip Tapalovic wurden verlängert. Geschäftsführer Sport Lars Ricken verband die Entscheidung ausdrücklich mit dem Wunsch nach Stabilität und Kontinuität. Die jüngsten sieglosen Partien hatten gleichwohl die sportlichen Leistungen in den Mittelpunkt gerückt. In der Bundesliga stand Dortmund nach sechs Spielen weiterhin ungeschlagen mit 14 Punkten auf Tabellenplatz zwei. Ein Zusammenhang zwischen dieser Diskussion und dem Verzicht auf die Stadionduschen ist nicht ersichtlich. Für den Ablauf in Baku blieb die entscheidende Frage offen, weshalb die Dortmunder ihre gewohnte Routine änderten.

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