
Borussia Dortmund hat die Zusammenarbeit mit Trainer Niko Kovac erst vor wenigen Tagen langfristig verlängert. Nun stehen nicht die sportlichen Ziele, sondern mögliche Bedingungen einer vorzeitigen Vertragsauflösung im Mittelpunkt. Nach Informationen der „Sport Bild“ vom 21. Oktober soll die neue Vereinbarung eine Abfindungsregelung enthalten, mit der sich ein Abschied bereits vor dem 30. Juni 2029 finanziell abwickeln ließe. Der BVB hat diese Angaben bislang nicht bestätigt.
Gesichert ist die Laufzeit des Vertrags. Der Verein hatte am 13. Oktober bekannt gegeben, dass Kovac zwei weitere Jahre bleibt. Auch die Assistenten Robert Kovac und Filip Tapalovic unterschrieben neue Vereinbarungen bis Sommer 2029. Damit setzt Dortmund auf personelle Kontinuität, während über einzelne finanzielle Vertragsbestandteile bislang ausschließlich Angaben aus der „Sport Bild“ vorliegen.
Nach der Darstellung der „Sport Bild“ hätten sich Borussia Dortmund und Kovac auf eine Regelung für den Fall verständigt, dass der Klub die Zusammenarbeit vor dem regulären Vertragsende beendet. Dann solle zunächst errechnet werden, welches Grundgehalt bis zum 30. Juni 2029 noch ausstehen würde. Davon stünden dem Trainer dem Bericht zufolge 50 Prozent als Abfindung zu. Eine feste Abfindungssumme nennt die Darstellung nicht. Wie hoch eine solche Zahlung wäre, hinge unter anderem vom Zeitpunkt einer möglichen Trennung ab.
Die Vereinbarung solle außerdem dafür sorgen, dass das Arbeitsverhältnis unmittelbar beendet würde. Kovac müsste demnach nicht bis zum regulären Vertragsende auf der Gehaltsliste des BVB verbleiben und könnte ohne weitere Freigabe durch Dortmund eine andere Trainerstelle antreten. Für den Verein wäre damit die vertragliche Verpflichtung nach der berichteten Einmalzahlung abgeschlossen. Eine vorzeitige sportliche Trennung ist jedoch nicht beschlossen. Es handelt sich um eine mögliche Vertragsfolge, nicht um eine angekündigte Personalentscheidung.
Unklar blieb zunächst, an welche Voraussetzungen eine solche Regelung konkret geknüpft wäre. Eine bestimmte Tabellenplatzierung, das Verpassen der Champions League oder ein anderer messbarer Auslöser wurden für den aktuellen Kontrakt nicht bestätigt. Weder die offizielle Vereinsmeldung noch die Kapitalmarktmitteilung zur Verlängerung enthalten Angaben zu einer Kündigungsklausel oder Abfindung. Auch eine aktuelle öffentliche Bestätigung oder ein Dementi von Kovac beziehungsweise der Dortmunder Führung lag zunächst nicht vor.
Auch zu Kovacs Bezahlung gibt es neue Angaben. Laut „Sport Bild“ solle das jährliche Grundgehalt bei rund fünf Millionen Euro liegen. Darüber hinaus seien erfolgsabhängige Zahlungen vereinbart worden. Für eine deutsche Meisterschaft oder den Gewinn der Champions League könne der Trainer demnach jeweils 1,2 Millionen Euro zusätzlich erhalten. Ein Triumph im DFB-Pokal würde laut demselben Bericht mit 500.000 Euro honoriert. Offizielle Zahlen zu Gehalt und Prämien veröffentlicht Borussia Dortmund nicht.
Diese Beträge wären unabhängig von der Laufzeitfrage zu betrachten. Die genannten Boni würden nur beim jeweiligen sportlichen Erfolg fällig, während die angebliche Abfindungsregelung einen vorzeitigen Abschied betreffen würde. Beide Teile des Berichts beschreiben also unterschiedliche Situationen. Wie weitere Prämien ausgestaltet wären und ob es zusätzliche Bedingungen gäbe, ist nicht bekannt. Für die Angaben zu den finanziellen Vertragsdetails lag zunächst keine unabhängige Bestätigung vor.
Die Debatte um mögliche Trennungsregeln begleitet Kovac bereits seit seiner Anfangszeit in Dortmund. Im März 2025 hatte er im ZDF Spekulationen über eine solche Klausel in seinem damaligen Vertrag zurückgewiesen. Auch Sky hatte damals zwischen einer gewöhnlichen Ausstiegsklausel und einer möglichen Abfindungsvereinbarung unterschieden. Diese früheren Aussagen betrafen allerdings nicht den am 13. Oktober 2026 bis 2029 verlängerten Vertrag. Sie sind deshalb keine Stellungnahme zu den jetzt genannten Vertragsbedingungen.
Die neue Vertragsdauer ist dagegen eindeutig. Die bisherige Vereinbarung hätte am 30. Juni 2027 geendet. Mit der Unterschrift vom 13. Oktober wird die Zusammenarbeit um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2029 ausgedehnt. In seiner Mitteilung erklärte Sportgeschäftsführer Lars Ricken, die Verlängerung sei „ein klares Zeichen für Konstanz und Stabilität“. Auch Carsten Cramer, Vorsitzender der Geschäftsführung, stellte die enge Zusammenarbeit zwischen Trainerteam und sportlicher Leitung heraus.
Sportdirektor Ole Book hob insbesondere Kovacs Arbeitsweise und die regelmäßigen Abstimmungen mit ihm hervor. Beide seien „nahezu täglich im Austausch“, erklärte Book anlässlich der Vertragsverlängerung. Kovac selbst betonte die weitere Entwicklung der Mannschaft und die Bereitschaft, an den eigenen Zielen zu arbeiten. Weder Ricken noch Book oder Kovac äußerten sich in diesen offiziellen Stellungnahmen zu einer möglichen vorzeitigen Vertragsauflösung.
Für den langfristigen Kurs nennt Dortmund vor allem sportliche Ergebnisse. Kovac hatte die Mannschaft im Februar 2025 in einer schwierigen Situation übernommen. Am Ende der Saison 2024/25 erreichte der BVB von Tabellenplatz elf aus noch die Qualifikation für die Champions League. In der Spielzeit 2025/26 folgte die Vizemeisterschaft mit 73 Punkten. Zum Zeitpunkt der jüngsten Vertragsverlängerung verwies der Klub zudem auf 114 Punkte aus 53 Bundesliga-Partien unter Kovac. Das entsprach einem Schnitt von 2,15 Punkten pro Spiel.
In der laufenden Bundesliga-Saison steht Borussia Dortmund nach sechs Spielen auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit 14 Punkten ist der BVB punktgleich mit Spitzenreiter Bayern München. Die jüngsten Ligaresultate brachten allerdings weniger Ertrag als der erfolgreiche Saisonbeginn. Auf das 2:2 gegen Werder Bremen folgte ein torloses Unentschieden bei Union Berlin. Zwischen diesen Partien verloren die Dortmunder in der Champions League mit 0:1 bei Bodö/Glimt.
Am Dienstag, 20. Oktober, gewann Dortmund in der Champions League mit 2:1 bei Sabah FC in Baku und steht damit nach drei Begegnungen bei sechs Punkten. Der internationale Wettbewerb bleibt für den BVB ein wichtiger sportlicher Maßstab, ebenso wie das Rennen um die Spitzenplätze in der Bundesliga. Die Vertragsverlängerung selbst wurde bereits vor diesen jüngsten Spielen offiziell beschlossen. Sie ist also keine Reaktion auf das Ergebnis in Aserbaidschan.
Der Kovac-Vertrag beim BVB verbindet damit eine langfristig bestätigte Zusammenarbeit mit bislang nicht bestätigten Angaben zur finanziellen Ausgestaltung. Über die Laufzeit und den Verbleib der beiden Co-Trainer hat der Verein Klarheit geschaffen. Die mögliche Zahlung von 50 Prozent des Restgehalts sowie die genannten Titelprämien bleiben hingegen Informationen der „Sport Bild“. Konkrete Schritte zu einer Trennung sind nicht bekannt.
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