Uniper lädt Investoren nach London, während der Bund Käufer sucht

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Energiekonzern Uniper wird am 16. November 2026 einen Kapitalmarkttag in London veranstalten. Das bestätigte das Unternehmen am Mittwoch, 21. Oktober, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Termin fällt in eine wichtige Phase für den staatlich kontrollierten Gasimporteur: Die Bundesregierung muss ihre Beteiligung aufgrund europäischer Beihilfeauflagen bis spätestens Ende 2028 erheblich reduzieren.

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Kapitalmarkttag von Uniper für Mitte November angesetzt

Bei der Veranstaltung in London will Uniper mit Analysten und Investoren in den Austausch treten. Der Konzern bezeichnete den Termin gegenüber Reuters als Bestandteil seiner regelmäßigen Kommunikation mit dem Kapitalmarkt. Über die konkrete Ausgestaltung und den zeitlichen Ablauf der Reprivatisierung entscheidet dagegen die Bundesregierung.

Der Kapitalmarkttag von Uniper findet damit in einer Phase statt, in der unterschiedliche Möglichkeiten für einen Eigentümerwechsel geprüft werden. Ein direkter Verkauf größerer Aktienpakete kommt ebenso infrage wie eine breitere Platzierung über die Börse. Welche Variante der Bund bevorzugt, ist bislang nicht abschließend entschieden.

Bund muss Uniper-Beteiligung bis Ende 2028 reduzieren

Der deutsche Staat hält nach Unternehmensangaben derzeit 99,12 Prozent der Uniper-Aktien. Die übrigen 0,88 Prozent befinden sich überwiegend im Besitz privater Minderheitsaktionäre.

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Die Europäische Kommission hatte die staatlichen Rettungsmaßnahmen im Dezember 2022 unter bestimmten Bedingungen genehmigt. Dazu gehört die Verpflichtung Deutschlands, seine Beteiligung spätestens bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Eine Verlängerung dieser Frist wäre nur mit Zustimmung der EU-Kommission möglich.

Die Vorgaben sollen verhindern, dass die milliardenschwere Unterstützung des Energiekonzerns zu dauerhaften Wettbewerbsverzerrungen führt. Neben dem Abbau des staatlichen Aktienbesitzes wurden Uniper weitere Bedingungen auferlegt, darunter die Veräußerung bestimmter Unternehmensteile und Kraftwerksbeteiligungen.

Verkaufsverfahren läuft bereits seit Mai

Die Bundesregierung hatte den Prozess zur Reprivatisierung im Mai 2026 offiziell eingeleitet. Über eine entsprechende Bekanntmachung wurden potenzielle Investoren aufgefordert, ihr Interesse an einer Beteiligung anzumelden. Mit der Begleitung des Verfahrens wurden die Investmentbanken UBS und JPMorgan betraut.

Bis zum 21. September konnten Interessenten nach Reuters-Informationen unverbindliche Angebote einreichen. Zu den von der Nachrichtenagentur genannten potenziellen Erwerbern gehören internationale Finanzinvestoren und Unternehmen aus der Energiewirtschaft. Auch der US-Finanzinvestor Apollo soll ein vorläufiges Angebot abgegeben haben. Eine offizielle Bestätigung dieser einzelnen Gebote lag zunächst nicht vor.

Ein verbindlicher Kaufvertrag oder eine endgültige Entscheidung über einen Börsengang wurde bislang nicht bekannt gegeben. Der Bund will bei der Auswahl möglicher Eigentümer auch die strategische Bedeutung des Unternehmens für die Energieversorgung berücksichtigen.

Verstaatlichung verhinderte Zusammenbruch während der Energiekrise

Uniper war 2022 nach dem Ausfall russischer Gaslieferungen in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen musste fehlende Gasmengen zu deutlich höheren Preisen am Markt beschaffen, um bestehende Lieferverpflichtungen erfüllen zu können.

Die Bundesregierung übernahm daraufhin nahezu sämtliche Unternehmensanteile. Die staatlichen Kapitalhilfen beliefen sich auf rund 13,5 Milliarden Euro. Mit dem Eingreifen sollte insbesondere die Versorgung von Stadtwerken und Industriekunden gesichert werden.

Der Konzern ist weiterhin einer der wichtigsten Gasimporteure Deutschlands und betreibt darüber hinaus Gasspeicher sowie Kraftwerke in mehreren europäischen Ländern. Seine zukünftige Eigentümerstruktur besitzt deshalb auch über Deutschland hinaus energiepolitische Bedeutung.

Uniper verbessert Geschäftsergebnis und plant weitere Investitionen

Wirtschaftlich hat sich Uniper nach eigenen Angaben inzwischen stabilisiert. Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete das Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 711 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 379 Millionen Euro gewesen.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll nach der Unternehmensprognose zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen.

Zugleich bekräftigte Uniper seine Absicht, zwischen 2025 und 2030 rund fünf Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und die Umgestaltung des europäischen Energiesystems zu investieren. Mehr als die Hälfte dieser geplanten Investitionen soll auf Deutschland entfallen.

Weitere Finanzzahlen vor dem Investorentermin

Noch vor dem Treffen in London wird Uniper am 10. November 2026 seine Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres veröffentlichen. Vorgesehen ist außerdem eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren.

Damit stehen innerhalb weniger Tage zwei wichtige Kapitalmarkttermine an. Der Konzern kann seine aktuelle wirtschaftliche Entwicklung erläutern, während der Bund parallel über die künftige Eigentümerstruktur entscheidet.

Ein konkreter Zeitpunkt für den Abschluss der Reprivatisierung wurde bislang nicht bestätigt. Die verbindliche Frist für die Reduzierung der staatlichen Beteiligung endet am 31. Dezember 2028.

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