eBay will erneut mehr als tausend Stellen streichen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der US-Onlinehändler eBay plant einen weiteren umfangreichen Personalabbau. Rund neun Prozent der Belegschaft sollen wegfallen. Das entspricht auf Basis der bisherigen Mitarbeiterzahlen ungefähr 1.100 Arbeitsplätzen. Der Stellenabbau bei eBay ist bereits die zweite größere Entlassungsrunde in diesem Jahr. Gleichzeitig versucht der Konzern, sein Geschäft stärker auf wachstumsreiche Bereiche auszurichten. Im Hintergrund stehen weiterhin die Übernahmeambitionen des Videospielehändlers GameStop.

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eBay kündigt zweite Entlassungsrunde innerhalb eines Jahres an

Konzernchef Jamie Iannone informierte die Beschäftigten in einer internen Mitteilung über die geplanten Kürzungen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte das Schreiben einsehen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte den Stellenabbau am Mittwoch, 21. Oktober 2026, gegenüber Reuters.

Ende 2025 beschäftigte eBay weltweit rund 12.300 Menschen. Bereits im Februar 2026 hatte das Unternehmen etwa 800 Arbeitsplätze gestrichen, was ungefähr sechs Prozent der damaligen Belegschaft entsprach. Mit der neuen Entscheidung setzt der Konzern seine organisatorische Neuausrichtung fort.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen in den kommenden Tagen informiert werden. Welche Abteilungen und Standorte besonders betroffen sind, wurde zunächst nicht bekannt. Auch konkrete Angaben zu Abfindungskosten, erwarteten Einsparungen und dem vollständigen Zeitplan lagen zunächst nicht vor.

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Konzern konzentriert sich auf profitable Handelsbereiche

Mit dem Umbau will eBay seine internen Abläufe vereinfachen und finanzielle sowie personelle Ressourcen gezielter einsetzen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem geprüfte Luxusartikel, Sammlerstücke und wiederaufbereitete Produkte.

In diesen Kategorien sieht das Unternehmen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Gleichzeitig versucht eBay, sich gegenüber großen Handelsplattformen durch spezialisierte Angebote zu behaupten.

Zum Ausbau des Geschäfts gehört auch die Übernahme der Secondhand-Modeplattform Depop für rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion wurde im Juli abgeschlossen. Damit erweitert eBay sein Angebot insbesondere für jüngere Käufergruppen.

GameStop hält erheblichen Anteil an eBay

Der Personalabbau erfolgt vor dem Hintergrund eines bereits länger bestehenden Übernahmeversuchs durch GameStop. Dessen Vorstandschef Ryan Cohen hatte Anfang Mai 2026 ein unverbindliches Angebot für eBay vorgelegt.

GameStop bot 125 US-Dollar je eBay-Aktie. Das Gesamtvolumen lag bei ungefähr 55,5 Milliarden US-Dollar. Die Gegenleistung sollte zur Hälfte aus Bargeld und zur Hälfte aus GameStop-Aktien bestehen.

Der eBay-Verwaltungsrat lehnte die Offerte am 12. Mai ab. Dabei verwies das Unternehmen unter anderem auf Unsicherheiten bei der Finanzierung, operative Risiken und die langfristigen Geschäftsaussichten.

GameStop hatte seine Beteiligung dennoch ausgebaut. Nach einer im Juli veröffentlichten Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC kontrollierte das Unternehmen rund 43,4 Millionen eBay-Aktien. Das entsprach damals etwa 9,8 Prozent der ausstehenden Aktien.

Cohen hatte für den Fall einer erfolgreichen Übernahme jährliche Kostensenkungen von etwa zwei Milliarden US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten nach dem Zusammenschluss in Aussicht gestellt. Diese Zielgröße stammt aus GameStops Übernahmeplanung und ist nicht Teil der jetzt bekannt gewordenen Sparmaßnahmen von eBay.

Ob GameStop ein neues Angebot vorbereitet, war zunächst nicht bestätigt. Ebenso gab es keine gesicherten Angaben darüber, dass eBay den aktuellen Stellenabbau als Reaktion auf Cohens Vorstoß beschlossen hat.

eBay-Aktie reagiert zunächst mit Verlusten

An der Börse wurde die Nachricht zunächst zurückhaltend aufgenommen. Laut Reuters lag die eBay-Aktie am Mittwoch im vorbörslichen US-Handel zeitweise etwa 1,8 Prozent im Minus. Ein um 15.38 Uhr deutscher Zeit veröffentlichter Bericht des Finanzportals Boursorama unter Berufung auf Zonebourse bezifferte den Rückgang zum regulären US-Handelsstart auf rund 0,8 Prozent. Die Aktie notierte dabei ungefähr bei 120 US-Dollar.

Langfristig hatte sich der Aktienkurs zuvor deutlich erholt. Seit Jahresbeginn war das Papier nach Reuters-Angaben um annähernd 40 Prozent gestiegen.

Auch die Geschäftszahlen zeigten zuletzt Wachstum. Im zweiten Quartal 2026 steigerte eBay den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 3,13 Milliarden US-Dollar. Der Handelswert der über die Plattform abgewickelten Transaktionen erreichte 22,4 Milliarden US-Dollar.

Die Zahl der aktiven Käufer lag bei rund 136 Millionen, zwei Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Auswirkungen auf eBay in Deutschland noch offen

Welche Folgen die Entlassungsrunde für den deutschen Markt haben wird, ist bislang unklar. eBay unterhält mit der eBay GmbH in Kleinmachnow bei Berlin eine wichtige europäische Gesellschaft, die zugleich Vertragspartner für Nutzer innerhalb der Europäischen Union ist.

Eine konkrete Zahl betroffener Arbeitsplätze in Deutschland wurde nicht genannt. Ebenso wenig gibt es bislang bestätigte Ankündigungen zu Änderungen des deutschen Marktplatzangebots, der Verkaufsgebühren oder der bestehenden Händlerkonten.

Neue Quartalszahlen Ende Oktober

Weitere Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns könnte die nächste Bilanzvorlage liefern. Für den 28. Oktober 2026 hat eBay die Veröffentlichung und Besprechung seiner Ergebnisse für das dritte Quartal angekündigt.

Dabei dürften insbesondere die Entwicklung der Betriebskosten, die Profitabilität und mögliche finanzielle Auswirkungen des Personalabbaus von Interesse sein. Auch die weitere Strategie des Unternehmens bleibt angesichts der umfangreichen Beteiligung von GameStop ein wichtiges Thema für die Aktionäre.

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