
Münster. Unter dem Hansaring in Münster ist ein wichtiger Teil der aufwendigen Fernwärme-Baustelle geschafft. Nach monatelangen Arbeiten in bis zu sechs Metern Tiefe sind die Tunnel fertig. Jetzt sollen riesige Fernwärmerohre mit einem Durchmesser von fast einem Meter verlegt werden. Für Autofahrer gibt es allerdings einen Haken: Die Verkehrseinschränkungen bleiben bestehen, und die Bauarbeiten werden sich noch bis Ende 2027 hinziehen.
Seit Februar 2026 arbeitet das Unternehmen Batteux im Auftrag der Stadtnetze Münster an der unterirdischen Verbindung zwischen Bremer Straße und Soester Straße. Mitte Oktober konnte der mehr als 80 Meter lange Mikrotunnel fertiggestellt werden. Damit ist der technisch anspruchsvolle Tunnelbau abgeschlossen. Zuletzt war dafür ein rund elf Tonnen schwerer Bohrkopf im Einsatz, der sich lasergesteuert durch den Untergrund arbeitete.
Nun beginnt die nächste Phase der Fernwärme-Baustelle am Hansaring. In den kommenden Wochen sollen die neuen Leitungen in die Tunnel eingebracht und miteinander verbunden werden. Mit einem Außendurchmesser von knapp einem Meter gehören sie zu den größten Fernwärmerohren Münsters. Die neue Verbindung ist der letzte entscheidende Abschnitt eines Infrastrukturprojekts, bei dem bereits zwischen 2022 und 2025 zentrale Transportleitungen im Bereich Bremer Platz und Bremer Straße erneuert wurden.
Hinter den umfangreichen Bauarbeiten steckt ein ernstes Problem. Die bisherigen Fernwärmeleitungen unter der Soester Straße stammen aus den 1970er-Jahren und haben nach rund 50 Jahren ihre technische Lebensdauer erreicht. Die Rohre weisen Korrosionsschäden auf. Eine gutachterliche Untersuchung hatte deshalb dringenden Handlungsbedarf festgestellt. Sollten die alten Transportleitungen ausfallen, könnten große Teile der Innenstadt und des Münsterschen Westens ohne Heizwärme und warmes Wasser dastehen.
Die neuen Rohre sollen künftig die Wärme aus dem Hafen über eine modernisierte Verbindung in die Stadt transportieren. Dafür muss der westliche Fernwärmestrang zeitweise außer Betrieb genommen werden. Die Umstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen, wenn der Wärmebedarf geringer ist. Währenddessen soll die Versorgung über andere Heizwerke und Netzverbindungen sichergestellt werden.
Trotz des Baufortschritts müssen sich Autofahrer weiterhin auf Einschränkungen einstellen. Der Hansaring bleibt zwischen Albersloher Weg und Soester Straße nur in Richtung Hafenstraße und Ludgerikreisel befahrbar. Die Gegenrichtung zur Wolbecker Straße ist gesperrt. Auch die Bremer Straße bleibt eine Einbahnstraße in Richtung Hauptbahnhof. Die Soester Straße endet am Hansaring als Sackgasse. Fußgänger und Radfahrer können den Baustellenbereich weiterhin passieren.
Nach Angaben der Stadtnetze Münster liegen die Arbeiten derzeit im Zeitplan. Im zweiten Halbjahr 2027 soll das Baufeld zusätzlich bis zur Lingener Straße erweitert werden, um ein weiteres Gebäude an das Fernwärmenetz anzuschließen. Der vollständige Abschluss des Projekts ist für Ende 2027 vorgesehen. Wann die Straßen wieder ohne Einschränkungen befahrbar sein werden, ist bislang nicht genauer bekannt.
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