
Die Regionalzüge im Münsterland bekommen ein neues Gesicht. Erstmals hat der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) das Design seiner 61 neuen Batteriezüge vorgestellt. Dabei geht es um mehr als ein modernes Erscheinungsbild: Künftig sollen die Züge unabhängig vom Betreiber wiedererkennbar sein. Ab Dezember 2029 sollen die neuen Fahrzeuge schrittweise die bisherigen Dieselzüge ersetzen.
Mit den neuen Batteriezügen im Münsterland verfolgt der NWL erstmals ein einheitliches Gestaltungskonzept für eine Fahrzeugflotte dieser Größenordnung. Während das Aussehen der Regionalzüge bislang häufig von den jeweiligen Bahnunternehmen bestimmt wird, soll die neue Flotte dauerhaft unter einer gemeinsamen visuellen Identität unterwegs sein. Das Besondere: Selbst wenn künftig ein anderes Unternehmen die Strecken betreibt, bleibt das Erscheinungsbild der Züge erhalten.
Der NWL möchte damit für mehr Wiedererkennung und Orientierung sorgen. Das neue Design soll langfristig auch an weiteren Kontaktpunkten mit Fahrgästen aufgegriffen werden. Die Fahrzeuge werden vom Unternehmen Siemens Mobility hergestellt und durch Rock Rail finanziert und bereitgestellt. Sie sind für einen Einsatz über mehrere Jahrzehnte vorgesehen. Die Gestaltung soll damit zum festen Bestandteil des regionalen Bahnverkehrs werden.
Die neuen Fahrzeuge vom Typ Mireo Plus B sollen ab Dezember 2029 schrittweise im Netz Nördliches Westfalen eingesetzt werden. Mit jährlich rund 7,1 Millionen Zugkilometern handelt es sich nach Angaben des NWL um den größten Modernisierungsschritt im Schienenpersonennahverkehr des Münsterlandes und Ostwestfalen-Lippes. Gleichzeitig entsteht die bislang zweitgrößte Batteriezugflotte Deutschlands.
Die zweiteiligen Züge können auch auf Strecken ohne durchgehende Oberleitung fahren. Ihre Batterien werden auf elektrifizierten Abschnitten geladen und versorgen die Fahrzeuge anschließend mit Energie. Zusätzlich gewinnen die Züge beim Bremsen Strom zurück. Dadurch fahren sie lokal abgasfrei und sollen deutlich leiser sein als die bisherigen Dieseltriebwagen.
Neben dem äußeren Erscheinungsbild setzt der NWL auf eine moderne Ausstattung. Die neuen Züge erhalten WLAN, Steckdosen, USB-Ladeanschlüsse und eine zeitgemäße Beleuchtung. Großzügige Mehrzweckbereiche sollen mehr Platz für unterschiedliche Bedürfnisse schaffen. Vorgesehen sind Stellplätze für 18 Fahrräder und zwei Rollstühle sowie stufenfreie Einstiege.
Bis die neuen Batteriezüge erstmals regulär durch das Münsterland rollen, dauert es noch gut drei Jahre. Mit der Vorstellung des Designs wird nun jedoch sichtbar, wie sich der Regionalverkehr künftig präsentieren soll.
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