Neue Busspur auf der Weseler Straße: Fünf Buslinien sollen schneller werden

Die neue Busspur auf der Weseler Straße nimmt Gestalt an. Der VCD begrüßt die Maßnahme, fordert aber weitere Verbesserungen in Münster.
Foto: Thomas Lins, VCD Münsterland

Teilen:

Münster. Auf der Weseler Straße in Münster wird die neue Busspur immer deutlicher sichtbar. Zwischen Geiststraße und Moltkestraße sind die Fahrbahnmarkierungen mit der Aufschrift „BUS“ bereits aufgebracht. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) im Münsterland begrüßt den Fortschritt, fordert allerdings weitere Maßnahmen, um den Busverkehr in der Stadt zu beschleunigen. Besonders am Ludgeriplatz und rund um den Hauptbahnhof sieht der Verband noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

Anzeige

Neue Busspur auf der Weseler Straße soll Fahrzeiten deutlich verkürzen

Die rund 250 Meter lange Busspur auf der Weseler Straße soll künftig eine Lücke zwischen bereits bestehenden Bussonderfahrstreifen schließen. Nach Abschluss der Bauarbeiten können die Linienbusse zwischen Geiststraße und Moltkestraße stadteinwärts auf einer eigenen Spur fahren, ohne sich wie bisher in den übrigen Autoverkehr einordnen zu müssen. Von der Maßnahme sollen fünf Stadtbuslinien sowie Regionalbusse aus den Kreisen Coesfeld und Borken profitieren.

Nach Angaben der Stadt Münster passieren täglich rund 11.000 Fahrgäste diesen Straßenabschnitt. Bis zu 30 Busse pro Stunde fahren dort stadteinwärts. Die Stadt erwartet durch die neue Verkehrsführung eine deutliche Beschleunigung. Zwischen den Haltestellen Geiststraße und St.-Antonius-Kirche könnte sich die Fahrzeit demnach von bisher rund zwei Minuten auf etwa eine Minute verkürzen. Ob diese Prognose tatsächlich erreicht wird, muss sich nach der Inbetriebnahme zeigen.

Thomas Lins, Vorsitzender des VCD-Regionalverbands Münsterland, begrüßt den sichtbaren Fortschritt. „Die Fahrbahnpiktogramme mit der Aufschrift BUS auf der neuen Busspur der Weseler Straße zwischen Geiststraße und Moltkestraße sind bereits fertig“, erklärt Lins. Der Verband sieht darin einen wichtigen Schritt für einen zuverlässigeren öffentlichen Nahverkehr.

Anzeige

VCD kritisiert fehlende Busspur am Ludgeriplatz

Für den VCD ist die neue Busspur allerdings nur ein erster Schritt. Der Verband fordert eine umfassendere Strategie, um Busse auf wichtigen Verkehrsachsen schneller durch Münster zu führen. Besonders kritisch bewertet er die Situation am Ludgeriplatz und im Umfeld des Hauptbahnhofs. Dort müssten Linienbusse weiterhin regelmäßig an Engstellen warten, obwohl nach Einschätzung des VCD vergleichsweise einfache Verbesserungen möglich wären.

Lins verweist insbesondere auf die Verkehrsführung an der Schorlemerstraße. Zwar begrüße der Verband die eingerichtete Bus- und Fahrradspur an der Einmündung der Ludgeristraße, doch an anderer Stelle gebe es weiterhin unnötige Verzögerungen. „Aber warum endet die Busspur auf der Schorlemerstraße 40 Meter vor dem Ludgeriplatz, sodass auch hier die Busse bei der Einfahrt unnötig lange warten müssen?“, fragt der VCD-Vorsitzende.

Nach Ansicht des Verkehrsclubs könnten bereits kleinere Anpassungen an bestehenden Straßen und Kreuzungen dazu beitragen, Wartezeiten zu verkürzen. Dafür seien nicht überall umfangreiche Umbauten erforderlich. Gerade entlang stark frequentierter Busverbindungen ließen sich nach Einschätzung des Verbands vergleichsweise schnell und kostengünstig Verbesserungen umsetzen.

Stadt Münster plant weitere Maßnahmen für schnelleren Busverkehr

Die Stadt Münster hatte den Lückenschluss auf der Weseler Straße bereits im September 2026 beschlossen. Zusätzlich sind neue Ampelschaltungen an den Kreuzungen mit der Geiststraße und der Moltkestraße vorgesehen. Abbiegende Busse sollen an der Moltkestraße eine eigene Grünphase erhalten. An der Geiststraße sollen getrennte Grünphasen für rechts abbiegende Autos und geradeaus fahrende Radfahrer die Verkehrssicherheit erhöhen.

Darüber hinaus ist die Digitalisierung von neun Ampelanlagen entlang der Weseler Straße geplant. Weitere Busspuren sollen im Bereich des Verkehrsknotenpunkts „Spinne“ entstehen. Auch zwischen Aegidiitor und Kolde-Ring ist eine zusätzliche Busspur vorgesehen, für die nach dem bisherigen Beschluss möglichst 2027 eine Planung vorliegen soll.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu