
Münster. Trotz zurückhaltender Verbraucher und steigender Kosten blickt der Einzelhandel in der Region vorsichtig optimistisch auf die kommenden Wochen. Das Weihnachtsgeschäft im Münsterland könnte nach Einschätzung des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland stabil bis leicht positiv ausfallen. Bundesweit wird für November und Dezember sogar ein Umsatzplus von zwei Prozent erwartet. Allerdings achten viele Menschen weiterhin genau auf ihre Ausgaben.
Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) wollen Verbraucher in diesem Jahr durchschnittlich 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Im vergangenen Jahr waren es 263 Euro. Mehr als die Hälfte der Befragten plant mit einem unveränderten Budget, zehn Prozent wollen sogar mehr ausgeben. Der HDE erwartet deshalb bundesweit ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig belasten steigende Energie- und Personalkosten sowie zunehmende Bürokratie viele Einzelhändler.
Tobias Buller-Langhorst, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland, sieht dennoch positive Signale. Die Kauflaune ziehe langsam wieder an, auch wenn Verbraucher weiterhin zurückhaltend seien. „Trotz Krisen und sparsamem Konsumverhalten rechne ich deshalb mit einem insgesamt soliden Weihnachtsgeschäft“, erklärt Buller-Langhorst.
Nach Einschätzung des Handelsverbands ist die Region vergleichsweise gut aufgestellt. Ein stabiler Arbeitsmarkt, eine breite mittelständische Wirtschaft, starke Einkaufsstandorte und eine hohe Kaufkraft böten dem Einzelhandel gute Voraussetzungen. Besonders die lebendigen Innenstädte und Ortskerne sowie die enge Bindung vieler Menschen an ihre lokalen Geschäfte könnten sich positiv auswirken.
Allerdings entscheiden Kunden zunehmend bewusster, wofür sie ihr Geld ausgeben. Gute Beratung, attraktive Angebote und ein angenehmes Einkaufserlebnis gewinnen deshalb nach Einschätzung des Verbands an Bedeutung.
Eine wichtige Rolle spielen auch die zahlreichen Weihnachtsmärkte im Münsterland. Sie ziehen Besucher in die Städte und Gemeinden und können damit zusätzliche Kunden in die Geschäfte bringen. „Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt, ein Glühwein mit Freunden und anschließend der Einkauf vor Ort: Für viele gehört das zusammen“, sagt Buller-Langhorst. Gerade diese Verbindung aus Erlebnis und Einkauf sei eine Chance für die Innenstädte und Ortskerne.
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