
Münster. Ob Stutenkerl, Weckmann oder Stutenmann: Das traditionelle Martinsgebäck hat in Nordrhein-Westfalen erstaunlich viele Namen. Welche Bezeichnung verwendet wird, hängt stark von der Region ab. Eine neue Sprachkarte der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) zeigt nun, wo die sprachlichen Grenzen verlaufen. Grundlage sind fast 2.900 Antworten, die über die Sprachforschungs-App „Palava“ gesammelt wurden.
Die Ergebnisse machen einen deutlichen Unterschied sichtbar: Während das Hefegebäck rund um Sankt Martin in Westfalen überwiegend als Stutenkerl bekannt ist, heißt es im Rheinland meist Weckmann. Doch damit endet die Namensvielfalt nicht. In Viersen und Umgebung ist auch die Bezeichnung „Bukmann“ verbreitet, in Mülheim an der Ruhr wird das Gebäck teilweise „Puhmann“ genannt. Besonders interessant ist das Bergische Land, wo westfälische und rheinische Sprachräume aufeinandertreffen. Dort hat sich mit „Stutenmann“ eine weitere Variante etabliert. Die Sprachwissenschaftler Charlotte Rein vom LVR und Timo Schürmann vom LWL sehen darin ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich sich regionale Sprachgewohnheiten entwickeln können.
Die neue Sprachkarte entstand im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojekts „Palava“. Über die gleichnamige App sammeln LWL und LVR Begriffe aus dem Alltag und untersuchen, wie sich die Sprache innerhalb Nordrhein-Westfalens unterscheidet. Die nahezu 2.900 eingegangenen Antworten zum Martinsgebäck zeigen, dass selbst bei bekannten Traditionen regionale Besonderheiten erhalten bleiben.
Am Mittwoch, 4. November 2026, startet bereits die vierte Fragerunde der App. Diesmal beschäftigen sich die Forschenden unter anderem mit der Frage, welche Begriffe Menschen in NRW für das Essen von Süßigkeiten verwenden. Wer sich beteiligen möchte, kann die kostenlose Palava-App in den gängigen App-Stores herunterladen und an der Befragung teilnehmen.
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