Toilettenmangel in Münster: Drei neue Anlagen sollen 2027 kommen

Öffentliche Toiletten Münster startet eine Bürgerbeteiligung zur Verbesserung der Verfügbarkeit öffentlicher Toiletten. Bürger können bis 26. August Vorschläge online einreichen.
Foto: ganzarolisara

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Münster. Öffentliche Toiletten fehlen in Münster seit Jahren an mehreren Stellen. Nun soll Bewegung in den Ausbau kommen: Für 616.000 Euro will die Stadt drei neue Anlagen im Südpark, im Wienburgpark und am Coerdeplatz errichten. Spätestens zu den Skulptur Projekten im Juni 2027 sollen sie fertig sein. Doch noch muss die Politik zustimmen. Zudem bleiben Fragen zu den laufenden Kosten und weiteren geplanten Standorten offen.

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Öffentliche Toiletten in Münster: Drei Standorte sollen bis Juni entstehen

Nach den Plänen der Stadtverwaltung sollen im kommenden Jahr drei neue Toilettenanlagen entstehen. Vorgesehen sind Standorte im Südpark, im Wienburgpark und am Coerdeplatz in der Nähe des Flugzeugspielplatzes. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen, spätestens bis zum Beginn der Skulptur Projekte am 13. Juni. Voraussetzung ist allerdings die Zustimmung der politischen Gremien. Am 24. November berät zunächst der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen über die Vorlage. Die abschließende Entscheidung soll der Rat am 9. Dezember treffen.

Die geplanten Unisex-Toiletten sollen jeweils rund zehn Quadratmeter groß, barrierefrei und möglichst vandalismussicher sein. Auch ein geringer Wasserverbrauch soll bei der Ausstattung berücksichtigt werden. Auf aufwendige Sonderanfertigungen verzichtet die Stadt aus Kostengründen. Die Projektsteuerung soll das Amt für Immobilienmanagement übernehmen.

616.000 Euro für den Bau, weitere Kosten für den Betrieb

Für die drei neuen Anlagen sind insgesamt 616.000 Euro brutto vorgesehen. Darin enthalten sind die Investitionen für den Bau, nicht jedoch sämtliche Kosten für den späteren Betrieb. Reinigung, Wartung und Bewirtschaftung sollen nach dem städtischen Konzept von einem externen Dienstleister übernommen werden.

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Bereits im August 2025 hatte die Verwaltung mit jährlichen Kosten von rund 55.000 Euro pro Anlage kalkuliert. Auf drei Standorte übertragen wären das rechnerisch 165.000 Euro im Jahr. Ob dieser frühere Kostenansatz weiterhin gilt, ist allerdings offen. Eine aktualisierte Berechnung der langfristigen Betriebskosten geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor.

Weitere Toiletten am Aasee und Hauptbahnhof vorgesehen

Neben den drei jetzt konkret geplanten Standorten sollen zwei weitere öffentliche Toiletten entstehen. Vorgesehen sind Anlagen an den Aaseekugeln und auf der Westseite des Hauptbahnhofs. Für beide Standorte gibt es bislang keinen vergleichbaren Fertigstellungstermin. Am Aasee müssen zunächst Versorgungsleitungen und weitere technische Anschlüsse hergestellt werden. Am Hauptbahnhof plant die Stadt im Bereich des Taxistands vorübergehend Toilettenkabinen, bis eine dauerhafte Anlage errichtet werden kann.

Der Ausbau beschäftigt die Kommunalpolitik bereits länger. Im September 2025 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, das öffentliche Toilettenangebot an fünf Standorten zu erweitern. Zuvor waren mehrere Anlagen des früheren Betreibers Wall nach dem Ende des Vertrags zurückgebaut worden. Seit Anfang 2024 betreibt die Stadt ihre öffentlichen Toiletten selbst.

CDU kritisiert Verzögerungen beim Toilettenausbau

Bereits am 20. Oktober hatte die CDU-Ratsfraktion den langsamen Ausbau kritisiert. „Öffentliche Toiletten sind kein Luxus, sondern eine Frage der öffentlichen Hygiene“, erklärte CDU-Ratsherr Stefan Leschniok. Besonders Familien mit Kindern, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung seien auf entsprechende Angebote angewiesen.

Mit Blick auf die Skulptur Projekte 2027 fordert die CDU eine schnelle Umsetzung. Leschniok kritisierte, dass trotz bestehender Planungen und vorgesehener Finanzmittel weiterhin Anlagen fehlten. „Die Verwaltung muss nur endlich ins Machen kommen“, so der CDU-Politiker.

Auch die langfristigen Ausbauziele werfen Fragen auf. Im städtischen Haushaltsplan sind für 2027 insgesamt 26 und für 2028 sogar 30 öffentliche Toilettenanlagen vorgesehen. Dabei handelt es sich um Planwerte und nicht um bereits fertiggestellte Anlagen. Wie die Stadt diese Zahlen erreichen will, ist angesichts der bislang konkret vorbereiteten Neubauten noch nicht vollständig geklärt.

41 Betriebe beteiligen sich an der „Netten Toilette“

Ergänzend zu den städtischen Anlagen setzt Münster weiterhin auf das Projekt „Nette Toilette“. Dabei stellen Geschäfte, Gastronomiebetriebe und andere Einrichtungen ihre Toiletten während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Als Ausgleich erhalten die teilnehmenden Betriebe einen Betriebskostenzuschuss von der Stadt.

Derzeitige und geplante Standorte der öffentlichen Toilettenanlagen in Münster. ©Stadt Münster / Amt für Kommunikation
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