
Ikea hat im Geschäftsjahr 2026 weltweit weniger umgesetzt und einen Rückgang beim Gewinn verzeichnet. Nach den am Freitag, 6. November 2026, veröffentlichten Geschäftszahlen setzt der Möbelkonzern verstärkt auf niedrigere Preise und kleinere Geschäfte in zentralen Lagen. Für Kunden in Deutschland hat die neue Strategie bereits konkrete Auswirkungen: Rund 1.500 ausgewählte Produkte werden langfristig günstiger.
Der weltweite Einzelhandelsumsatz von Ikea sank im Geschäftsjahr 2026, das am 31. August endete, von 44,6 auf 43,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,8 Prozent. Damit gingen die Erlöse bereits im dritten Jahr hintereinander zurück. Im Geschäftsjahr 2023 hatte der Möbelhändler noch 47,6 Milliarden Euro umgesetzt.
Auch die Inter IKEA Group, die unter anderem für die Marke, die Produktentwicklung und das Franchisesystem verantwortlich ist, verzeichnete rückläufige Geschäftszahlen. Ihr Umsatz verringerte sich von 26,3 auf 25,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank von 1,7 auf 1,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging von 1,5 auf 1,4 Milliarden Euro zurück.
Die Zahlen betreffen unterschiedliche Bereiche des Ikea-Geschäfts. Der weltweite Einzelhandelsumsatz umfasst die Verkäufe sämtlicher 13 Franchisegruppen einschließlich Möbeln, Lebensmitteln und Dienstleistungen. Die Gewinnzahlen stammen dagegen von Inter IKEA. Die Ingka Group, die den größten Teil des weltweiten Ikea-Einzelhandels betreibt, veröffentlicht ihre Geschäftsergebnisse getrennt.
Als wesentliche Belastungen nennt Inter IKEA die zurückhaltende Nachfrage sowie gestiegene Kosten für Rohstoffe und Transporte. Die Bestellungen der angeschlossenen Einzelhandelsunternehmen fielen geringer aus als im Vorjahr. Gleichzeitig verursachten organisatorische Veränderungen zusätzliche Ausgaben.
Im Geschäftsjahr 2026 baute Inter IKEA weltweit rund 850 Stellen ab. Das Unternehmen begründete die Umstrukturierung damit, interne Abläufe vereinfachen und Kosten reduzieren zu wollen. Konzernchef Jakub Jankowski sieht insbesondere bei der Verbindung aus niedrigen Preisen und höheren Verkaufsmengen Handlungsbedarf, um wieder Umsatzwachstum zu erreichen.
Für deutsche Kunden steht vor allem die neue Preispolitik im Mittelpunkt. Seit dem 1. September 2026 reduziert Ikea Deutschland schrittweise die Preise für rund 1.500 Artikel. Nach Unternehmensangaben werden die betroffenen Produkte im Durchschnitt um 20 Prozent günstiger. Insgesamt umfasst die Maßnahme etwa 15 Prozent des Sortiments.
Die Reduzierungen betreffen unter anderem Aufbewahrungsmöbel, Regale, Wohnaccessoires und ausgewählte Einrichtungsprodukte. Bei einzelnen KALLAX-Regalen nennt Ikea Preisnachlässe von bis zu 40 Prozent. Ein POÄNG-Schaukelstuhl in einer bestimmten Ausführung soll statt 179 Euro langfristig 119 Euro kosten. Die konkreten Nachlässe unterscheiden sich je nach Artikel.
Die Preissenkungen sind nach Darstellung des Unternehmens nicht als befristete Rabattaktion angelegt. Europaweit stellen Inter IKEA, die Ingka Group und weitere Franchisenehmer gemeinsam rund 1,2 Milliarden Euro für niedrigere Verkaufspreise bereit. Ein wesentlicher Anteil entfällt auf Deutschland. Die Maßnahme begann nach dem Ende des Geschäftsjahres 2026 und gehört damit bereits zum neuen Geschäftsjahr 2027.
Neben günstigeren Produkten verändert Ikea sein Filialkonzept. Der Möbelhändler will seine Präsenz in Innenstädten und gut erreichbaren Einkaufsstandorten ausbauen. Kleinere Geschäfte sollen Menschen ansprechen, die für alltägliche Einkäufe nicht zu einem großen Einrichtungshaus außerhalb des Stadtzentrums fahren möchten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr eröffnete Ikea weltweit rund 30 kleinere Geschäfte, darunter 15 in Europa. Gleichzeitig schloss das Unternehmen sieben Standorte in China, wo die Nachfrage schwach geblieben ist. Konzernchef Jankowski erklärte, Ikea müsse für Kunden leichter erreichbar werden. Kleinere Verkaufsflächen sollen die bestehenden großen Einrichtungshäuser ergänzen.
In Deutschland betreibt Ikea nach eigenen Angaben 55 Einrichtungshäuser und 15 Planungsstudios. Welche zusätzlichen deutschen Standorte im Zuge der internationalen Expansion entstehen könnten, ging aus den aktuellen globalen Geschäftszahlen nicht hervor.
Die neue Strategie verbindet niedrigere Verkaufspreise mit einem dichteren Netz an Einkaufsmöglichkeiten. Ikea nimmt dabei geringere Margen bei ausgewählten Produkten in Kauf und setzt darauf, langfristig mehr Kunden und höhere Verkaufsmengen zu erreichen.
Ob der Möbelhändler damit wieder steigende Umsätze erzielt, ist noch offen. Die jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen beziehen sich auf die Zeit vor Beginn der jüngsten europäischen Preissenkungen. Deren wirtschaftliche Auswirkungen werden deshalb erst in späteren Geschäftsergebnissen sichtbar.
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