
Münster. Ab Montag, 4. August 2025, beginnt im Martiniviertel die nächste große Bauetappe. Der historische Bereich rund um das Hörstertor wird grundlegend modernisiert – mit Auswirkungen auf Verkehr, Versorgung und Stadtbild. Die Stadt und die Stadtnetze Münster erneuern in mehreren Bauphasen das unterirdische Leitungssystem, bevor die Oberfläche mit mehr Grün, Sitzgelegenheiten und Wasserspielen aufgewertet wird. Die Arbeiten sind Teil eines umfassenden Stadtumbauplans, der sich bis ins Jahr 2028 erstreckt.
Der Abschnitt zwischen Gartenstraße und Lotharinger Straße wird ab dem 4. August für den Autoverkehr komplett gesperrt. Diese Maßnahme soll etwa sechs Monate dauern und gehört zur ersten von insgesamt fünf Bauphasen. Fußgänger und Radfahrende können das Baufeld weiterhin passieren. Allerdings wird die Maßnahme archäologisch begleitet – mögliche Funde könnten den Zeitplan verzögern.
Parallel dazu ist bereits seit Mai 2025 die Lotharinger Straße zwischen der Adolph-Kolping-Schule und der Hörsterstraße voll gesperrt. Auch hier läuft der Umbau der Versorgungsleitungen. Autofahrer müssen auf die Stiftsherrenstraße ausweichen. Eine Ersatzhaltestelle für Busse wurde ebenfalls in der Stiftsherrenstraße eingerichtet.
Im Bereich des Promenade-Knotens am Hörstertor wird es von August bis Oktober 2025 ebenfalls zu Einschränkungen kommen. Eine provisorische Umfahrung für Radfahrer führt über die Rasenfläche in Höhe der Gartenstraße. Diese Zwischenlösung soll bis spätestens Oktober fertiggestellt sein. Damit reagiert die Stadt auf das hohe Radaufkommen in diesem zentralen Knotenpunkt.
Die Arbeiten im Martiniviertel erfolgen in fünf aufeinanderfolgenden Bauphasen, jeweils mit einer vorgesehenen Dauer von etwa sechs Monaten. In Phase 1, die aktuell läuft, werden die Lotharinger Straße, Teile der Hörsterstraße sowie der Bereich an der Promenade erschlossen. Die kommenden Phasen umfassen:
Phase 2: Hörsterstraße bis zur Kreuzung Stiftsherrenstraße
Phase 3: Wanderbaustelle in der Stiftsherrenstraße
Phase 4: Bereich Hörsterstraße / Am Bült
Phase 5: Martinistraße, parallel zur städtischen Neugestaltung der Straßenoberfläche
Der Abschluss aller Leitungsarbeiten ist für Ende 2028 geplant. Erst danach beginnt der endgültige Umbau des Straßenraums mit neuen Pflasterbelägen, zusätzlichen Grüninseln, Sitzgelegenheiten und gestalterischen Elementen wie Wasserspielen.
Die Stadt setzt bewusst auf ein Vorgehen „von unten nach oben“. Bevor sichtbare Verbesserungen wie neue Oberflächen oder Stadtmobiliar umgesetzt werden, müssen die unterirdischen Strom-, Wasser- und Wärmeleitungen modernisiert werden. So wird verhindert, dass neu gestaltete Flächen nachträglich erneut aufgerissen werden müssen. Ein zentraler Baustein ist dabei der Anschluss an das Fernwärmenetz, das im Rahmen des städtischen Masterplans auf 200 Kilometer erweitert werden soll.
Die Leitungsarbeiten werden von den Stadtnetzen Münster übernommen. Eine konkrete Kostensumme wurde bisher nicht veröffentlicht. Die oberirdische Umgestaltung des öffentlichen Raums wird dagegen vom Land NRW mit rund 4,1 Millionen Euro gefördert. Diese Mittel fließen in Planung, Umbau und Gestaltungselemente des Martiniviertels.
Der Bau zieht auch Einschränkungen für den Nahverkehr nach sich. Die Buslinien 6 und 8 sowie die Schnellbusse S 60, S 90 und X 90 fahren den Bült aktuell nicht mehr an. Ihre Endhaltestelle ist nun der Hauptbahnhof. Von dort aus beträgt der Fußweg zur Innenstadt rund 330 Meter.
Radfahrer:innen bleiben ebenfalls nicht verschont: Während der Vollsperrung sind an allen Gräben sogenannte Schieberampen installiert. Ab Oktober wird zusätzlich eine eigenständige Radtrasse über die Promenaden-Rasenfläche eingerichtet, um eine sichere und flüssige Umfahrung der Baustelle zu ermöglichen.