
Münster. Ein besonders perfider Betrugsfall hat sich am Freitag (22.08.) in Münster zugetragen. Eine Seniorin in der Piusallee wurde Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Unbekannte Täter täuschten einen Notfall vor und erbeuteten Bargeld sowie Schmuck. Die Polizei warnt eindringlich vor der Masche und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Die Münsteranerin erhielt einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizist ausgab. Er behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem Menschen verletzt worden seien. Unter dem Druck dieser erfundenen Geschichte überzeugte er die Seniorin, sofort Geld und Wertsachen bereitzustellen.
Wenig später erschien ein Abholer an der Haustür in der Piusallee. Die Frau übergab ihm Schmuck und Bargeld. Erst später wurde deutlich, dass sie Betrügern aufgesessen war.
Nach Angaben der Geschädigten handelt es sich beim Abholer um einen etwa 50 Jahre alten, größeren Mann mit braunen Locken. Auffällig sei gewesen, dass er während der Übergabe eine Zigarette rauchte. Die Polizei Münster bittet alle, die am Nachmittag des 22. August im Bereich Piusallee verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer (0251) 275-0 zu melden.
Schockanrufe gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen in Deutschland. Die Täter setzen gezielt auf den Überraschungseffekt und erzeugen massiven emotionalen Druck. Meistens werden ältere Menschen angerufen, da sie in Stresssituationen leichter zu verunsichern sind. Mit erfundenen Geschichten von Unfällen, Festnahmen oder Notlagen versuchen die Betrüger, ihre Opfer zu schnellen Entscheidungen zu drängen.
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Die Polizei weist darauf hin:
Echte Polizeibeamte fordern niemals Bargeld oder Wertsachen am Telefon.
Lassen Sie sich nicht von dramatischen Schilderungen einschüchtern.
Legen Sie sofort auf, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
Ziehen Sie eine vertraute Person hinzu und rufen Sie im Zweifel die 110.
Um Bürgerinnen und Bürger besser zu schützen, setzt die Polizei Münster verstärkt auf Aufklärung. Informationsveranstaltungen, Broschüren und Warnmeldungen sollen vor allem Seniorinnen und Senioren für die Gefahr sensibilisieren. Ziel ist es, potenzielle Opfer frühzeitig zu informieren, damit sie in einer Stresssituation richtig reagieren können.