
Münster. Der Schülerstreik gegen Wehrpflicht hat am Freitag in Münster deutlich mehr junge Menschen mobilisiert als erwartet. Rund 400 Schülerinnen und Schüler zogen am Vormittag durch die Innenstadt, um gegen die geplante Reform des Wehrdienstes zu protestieren. Der Auftakt am Servatiiplatz verlief friedlich, führte aber zu zeitweisen Verkehrsbehinderungen. Die Jugendgruppe „Zukunftsmacher Münster“ organisierte die Aktion als Teil eines bundesweiten Protesttages.
Die Jugendlichen wenden sich gegen die Pläne der Bundesregierung, künftig wieder alle 18-jährigen Männer zu erfassen und zunächst in ein freiwilliges Wehrdienstmodell zu führen. Sollte die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen, sieht das Konzept die Möglichkeit einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor – inklusive zufallsbasierter Auswahlverfahren.
Die Initiativen sehen darin eine faktische Rückkehr zur Wehrpflicht und kritisieren, dass junge Menschen erneut staatlich verpflichtet werden könnten. Der Streik soll darauf aufmerksam machen, dass viele Jugendliche eine solche Entwicklung ablehnen und eine stärkere politische Priorisierung in Bereichen wie Bildung oder sozialer Sicherheit fordern.
Der Demonstrationszug startete um 10:00 Uhr am Servatiiplatz und folgte einer weitreichenden Route durch Münsters Innenstadt. Diese führte über:
– Bült
– Bergstraße
– Jüdefelderstraße
– Frauenstraße
– Schloss
– Stadtgraben
– Aegidiistraße
– Promenade
– Ludgeristraße
– Domplatz
Auf dem Domplatz soll am frühen Nachmittag die Abschlusskundgebung stattfinden.
Die Polizei Münster begleitete den gesamten Aufzug und bestätigte die Zahl von rund 400 Jugendlichen. Da die Demonstration über zentrale Verkehrsachsen führte, kam es zu kurzfristigen Absperrungen. Die Dauer richtete sich danach, wie schnell der Zug vorankam. Insgesamt verlief der Protest geordnet.
Der Streik fand bewusst am Vormittag statt – also während der regulären Schulzeit. Rechtlich bleibt die Schulpflicht unberührt. Schulen entscheiden selbst, wie sie Fehltage werten und ob sie eine Teilnahme anerkennen.
Münster war Teil eines groß angelegten Aktionstages, bei dem in mehr als 100 deutschen Städten ähnliche Demonstrationen stattfanden. Für die Initiativen in Münster ist der Protesttag erst der Auftakt zu weiteren Aktionen, die die Debatte über den Wehrdienst sichtbar machen sollen.
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