
Münster. Der Rat der Stadt hat am 10. Dezember 2025 eine deutliche Ausweitung des Haushaltsrahmens beschlossen. Insgesamt 32,5 Millionen Euro werden zusätzlich bereitgestellt – verteilt auf Personal, soziale Leistungen und gesetzliche Pflichtaufgaben. Trotz dieser Mehrausgaben bleibt das für 2025 veranschlagte Defizit von rund 30 Millionen Euro unverändert bestehen. Möglich wird das, weil sämtliche zusätzlichen Aufwendungen gegenfinanziert sind.
Besonders deutlich gestiegen sind die Ausgaben in den sozialen Bereichen. Für Jugend-, Familien-, Inklusions- und Pflegehilfen fallen im laufenden Jahr 15,1 Millionen Euro mehr an als ursprünglich geplant. Hintergrund sind sowohl höhere Fallzahlen als auch deutliche Kostensteigerungen bei verschiedenen Pflichtleistungen.
Zu den größten Posten zählen:
zusätzliche Aufwendungen für Hilfen bei Pflegebedürftigkeit,
steigende Kosten für Schulbegleitungen und Inklusionsunterstützung,
höhere Ausgaben für betreute Wohnformen,
deutliche Mehrkosten bei erzieherischen und wirtschaftlichen Hilfen für Familien.
Die Entwicklung folgt einem landesweiten Trend: In NRW sind die Sozialausgaben zuletzt zweistellig gewachsen, bundesweit warnen Kommunalverbände seit Monaten vor einer massiven Belastung ihrer Haushalte. Analysen zeigen, dass inzwischen etwa 60 Prozent kommunaler Budgets in Deutschland für soziale Leistungen und Verwaltung gebunden sind – mit erheblichen Folgen für Investitionen. Auch Münster wird in diesen Einordnungen immer wieder als Beispiel für stark steigende Pflichtausgaben genannt.
Ein zweiter großer Treiber sind die Personalkosten. Münster kalkuliert für 2025 zusätzliche 17,4 Millionen Euro ein. Grund ist vor allem der jüngste Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, der sowohl eine deutliche tabellenwirksame Erhöhung als auch Inflationsausgleichszahlungen vorsieht. Die höheren Versorgungsaufwendungen kommen hinzu.
Bundesweit hatten Kommunen bereits beim Abschluss der Tarifrunde gewarnt, dass die Regelungen ab 2024/2025 spürbare Mehrbelastungen verursachen würden – genau das zeigt sich nun auch im Haushalt Münsters.
Obwohl die Ausgaben um mehr als 30 Millionen Euro steigen, bleibt der Fehlbetrag des Jahres auf dem Zielwert. Die Deckung gelingt durch drei Einnahmeeffekte:
Gewerbesteuer: +22 Millionen Euro
Einkommensteuer: +2,5 Millionen Euro
Nicht benötigte Bürgergeld-Mittel des Jobcenters: rund +8 Millionen Euro
Zusammen neutralisieren diese Einnahmen die Mehrausgaben vollständig. Der politisch beschlossene Rahmen eines Defizits von etwa 30 Millionen Euro wird damit eingehalten.
Schon im vorliegenden Haushaltsentwurf für 2025 war deutlich geworden, dass Münster vor einer angespannten Finanzlage steht. Die Kämmerin hatte ursprünglich sogar mit einem höheren Fehlbetrag gerechnet und ein Konsolidierungsprogramm angestoßen. Es umfasst Einsparungen bei freiwilligen Leistungen sowie Maßnahmen zur Einnahmeverbesserung.
Gleichzeitig zeigt sich, dass zentrale Pflichtaufgaben – insbesondere in der Jugend- und Sozialhilfe – weiter wachsen. Münster ist durch Bevölkerungswachstum und steigende Kinderzahlen stärker gefordert als viele andere Kommunen. Landesweit reagiert NRW unter anderem mit Reformen im Kita- und Inklusionsbereich, was langfristig weitere Kostenverschiebungen erwarten lässt.
Die Verwaltung plant, dem Rat im kommenden Jahr einen Doppelhaushalt 2026/2027 vorzulegen. Damit sollen sowohl die Kommunalwahl als auch die zunehmenden Unsicherheiten im Finanzsystem abgefangen werden.
Zentrale Leitlinien sind:
Haushaltsstabilität sichern,
den Konsolidierungspfad fortsetzen,
zugleich die kommunalen Kernaufgaben in Soziales, Bildung und Infrastruktur erfüllen.
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