Neue Plakate kritisieren Waffen- und Messerverbotszone am Bremer Platz

Plakate gegen Waffenverbotszone am Bremer Platz in Münster
Foto Ausschnitt vom Instagram-Profil von Die Linke Münster

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Münster. Zwischen Bremer Platz und Engelenschanze sind erneut Plakate aufgetaucht, die sich gegen die dort ausgewiesene Waffen- und Messerverbotszone richten. Die Aushänge sind an Laternenmasten im Umfeld der Zone angebracht worden. Auf den Plakaten steht in großen Lettern „Sicherheit für wen?“ sowie ein QR-Code. Gleichzeitig weisen gelbe Schilder der Polizei Nordrhein-Westfalen in dem Bereich auf die „Waffen- und Messerverbotszone“ hin.

Die Aktion sorgt erneut für Aufmerksamkeit, weil sie nicht nur die Maßnahme selbst kritisiert, sondern auch den Umgang mit Kontrollen im öffentlichen Raum thematisiert. Nach Darstellung des Kreisverbands Münster der Partei Die Linke handelt es sich bereits um das zweite Mal, dass solche Plakate in dem Bereich angebracht wurden.

Was auf den Plakaten steht und wohin der QR-Code führt

Auf den Plakaten wird der Slogan „Sicherheit für wen?“ mit dem Vorwurf verbunden, dass Menschen, die „anders“ aussehen, häufiger kontrolliert würden. Zudem wird der Begriff „verdachtsunabhängig“ so eingeordnet, dass Kontrollen ohne konkreten Anlass stattfänden. Unter dem Text steht die Aussage, Diskriminierung beginne leise, betreffe aber alle. Über dem QR-Code findet sich die Bezeichnung „Waffenverbotszone Münster“.

Der QR-Code führt auf die Website gegenwaffen-verbotszonen.de. Dort wird die Kritik an Waffen- und Verbotszonen als Kampagne gebündelt und weiter erläutert.

Die Linke Münster macht die Aktion öffentlich und unterstützt die Kritik

In einem veröffentlichten Beitrag bezieht der Kreisverband Münster von Die Linke klar Position. Darin heißt es, zwischen Bremer Platz und Engelenschanze seien erneut Plakate von Aktivistinnen und Aktivisten aufgetaucht, die sich gegen die Waffenverbotszone richten. Die Linke Münster erklärt, sie stehe hinter dieser Kritik.

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Inhaltlich richtet sich die Partei vor allem gegen anlasslose Kontrollen. In dem Beitrag werden mögliche Folgen benannt, die aus Sicht der Partei durch die Maßnahme verstärkt würden. Genannt werden dabei unter anderem Racial Profiling, eine stärkere Kriminalisierung von Konsumierenden sowie zusätzlicher Druck auf obdachlose Menschen. Die Linke fordert statt symbolpolitischer Maßnahmen soziale Lösungen, die Sicherheit für alle schaffen sollen, ohne diskriminierende Polizeipraxis und ohne Einschränkungen von Freiheitsrechten.

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Die Zone ist vor Ort ausgeschildert

Im Umfeld sind gut sichtbare, gelbe Hinweisschilder der Polizei angebracht. Darauf wird die „Waffen- und Messerverbotszone“ benannt. Piktogramme mit durchgestrichenen Symbolen zeigen, dass das Mitführen bestimmter Gegenstände dort untersagt ist. Unter dem Hinweis wird zudem auf eine entsprechende Verordnung zum Verbot des Führens von Waffen und Messern verwiesen.

Dass die Maßnahme in dem Bereich kontrovers diskutiert wird, ist nicht neu. Der Bremer Platz und das Bahnhofsviertel gelten seit Jahren als sensibler Ort in der Stadt, an dem Fragen von Sicherheit, sozialer Lage und Polizeipräsenz immer wieder öffentlich verhandelt werden. Die aktuellen Plakate greifen diese Debatte gezielt auf und verknüpfen sie mit dem Vorwurf diskriminierender Kontrollen.

Was sich daraus für die Diskussion in Münster ergibt

Die Plakataktion bringt die Frage zurück in den Fokus, wie wirksam Verbotszonen im Alltag sind und welche Nebenwirkungen sie haben können. Befürworter solcher Zonen argumentieren in der Regel mit Prävention und einem schnelleren Einschreiten bei Verstößen. Kritiker betonen dagegen, dass die Maßnahme vor allem mehr Kontrollen ermögliche, ohne die Ursachen von Gewalt oder Unsicherheit zu lösen.

Mit der jetzigen Aktion verschiebt sich der Schwerpunkt sichtbar auf das Thema Kontrolle und Gleichbehandlung. Der Slogan „Sicherheit für wen?“ zielt darauf, dass Sicherheit unterschiedlich erlebt werden kann. Während die einen sich durch mehr Kontrollen geschützt fühlen, empfinden andere die gleiche Praxis als Stigmatisierung. Genau an dieser Stelle setzt die Kritik der Linken an, die in ihrem Beitrag ausdrücklich von marginalisierten Gruppen spricht.

Offen bleibt, wie Stadt, Polizei und politische Gremien auf die erneute Plakatierung reagieren. Klar ist: Die Auseinandersetzung um die Waffen- und Messerverbotszone ist nicht nur eine Frage von Verboten, sondern auch eine Debatte über soziale Maßnahmen, Sichtbarkeit von Armut, Drogenkonsum und den Umgang mit öffentlichen Räumen rund um den Bahnhof.

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