Neue Gebühren: Pluggendorf und Erphoviertel zahlen künftig fürs Parken

Münster weitet das Bewohnerparken aus: In Pluggendorf und im Erphoviertel fallen ab 2026 Gebühren an. Was Anwohnende jetzt wissen müssen.
Symbolbild Graf Foto, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Münster. Die Stadt Münster treibt den Ausbau der Bewohnerparkzonen weiter voran. Im Laufe des Jahres sollen mit Pluggendorf und dem Erphoviertel zwei weitere innerstädtische Quartiere vollständig in die Parkraumbewirtschaftung einbezogen werden. Das geht aus aktuellen Verwaltungsvorlagen hervor, über die der Ausschuss für Verkehr und Mobilität Ende Januar entscheiden soll.

Für viele Anwohnende bedeutet das einen spürbaren Einschnitt. Wer bislang kostenfrei im öffentlichen Raum parken konnte, muss künftig entweder einen Bewohnerparkausweis beantragen oder für das Abstellen des Fahrzeugs bezahlen.

Einführung im zweiten und vierten Quartal geplant

Nach den Planungen der Stadt soll zunächst Pluggendorf folgen. Dort ist die Einführung der Bewohnerparkzone für das zweite Quartal vorgesehen. Das Erphoviertel soll im vierten Quartal nachziehen. Beide Vorhaben wurden vom Amt für Mobilität und Tiefbau vorbereitet und bereits in die politischen Gremien eingebracht.

Grundlage der Maßnahmen sind Parkraumuntersuchungen, die in beiden Quartieren eine sehr hohe Auslastung ergeben haben. Teilweise liegt der Belegungsgrad laut Verwaltung bei über 90 Prozent. Ziel sei es, den vorhandenen Parkraum neu zu ordnen und den Parkdruck für Anwohnende zu reduzieren.

Bewohnerparkausweis kostet 260 Euro pro Jahr

Mit der Einführung der neuen Parkzonen fallen Gebühren an. Ein Bewohnerparkausweis kostet in Münster aktuell 260 Euro pro Jahr. Er berechtigt dazu, das Fahrzeug innerhalb der jeweiligen Zone zeitlich unbegrenzt im öffentlichen Raum abzustellen.

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Ohne Ausweis ist das Parken künftig nur noch eingeschränkt möglich. Wer keinen Bewohnerparkausweis besitzt, muss entweder einen Parkschein lösen oder eine Parkscheibe auslegen. Die maximale Parkdauer mit Parkscheibe soll zwei Stunden betragen.

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Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass nach Einführung der Zonen kein kostenloses Parken mehr vorgesehen ist. Jeder Stellplatz im öffentlichen Raum soll bewirtschaftet werden.

Klare Abgrenzung der neuen Parkzonen

Die neue Parkzone im Erphoviertel wird im Norden durch den Niedersachsenring, im Süden durch die Warendorfer Straße, im Westen durch die Gartenstraße und im Osten durch die Bahnschienen begrenzt. Eine Sonderregelung ist für die Piusallee vorgesehen. Zwischen Warendorfer Straße und Bohlweg befinden sich zahlreiche Verwaltungs- und medizinische Einrichtungen. Dort plant die Stadt eine Parkscheinregelung mit längerer Parkdauer über die üblichen zwei Stunden hinaus.

Pluggendorf wird im Norden vom Aasee, im Süden vom Kolde-Ring, im Westen vom Kardinal-von-Galen-Ring und im Osten von der Weseler Straße eingefasst. Zusätzlich sollen einzelne Straßen vollständig per Parkschein bewirtschaftet werden. Dazu zählen die Bismarckallee sowie die Scharnhorststraße zwischen Kolde-Ring und Sperlichstraße.

Stadt setzt auf Neuordnung des Straßenraums

Die Verwaltung begründet die Ausweitung der Bewohnerparkzonen mit einer grundlegenden Neuausrichtung des öffentlichen Straßenraums. Ziel sei eine zeitgemäße Verteilung zugunsten der Nahmobilität und anderer Nutzungen jenseits des Autoverkehrs. Genannt werden unter anderem der Ausbau von Carsharing-Angeboten, neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und eine klarere Ordnung der Parkflächen.

Die neuen Parkzonen sind aus Sicht der Stadt auch finanziell relevant. Allein aus den Bewohnerparkausweisen in Pluggendorf und im Erphoviertel werden mittelfristig Mehreinnahmen von rund einer halben Million Euro pro Jahr erwartet. Weitere Bewohnerparkzonen befinden sich laut Verwaltung bereits in Vorbereitung.

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