
Der seit Jahren andauernde Leerstand der ehemaligen Britenhäuser am Markweg und am Angelsachsenweg in Münster-Gremmendorf sorgt weiter für politische Reaktionen. Nach der öffentlichen Debatte um die ungenutzten Wohngebäude hat sich nun auch die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster mit deutlicher Kritik zu Wort gemeldet. Im Zentrum steht dabei die Rolle der Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.
Aus Sicht der CDU ist es nicht nachvollziehbar, dass in einer Stadt mit angespanntem Wohnungsmarkt Wohnhäuser über Jahre hinweg leer stehen. Die betroffenen Gebäude befinden sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die dem Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums zugeordnet ist. Gerade daraus ergebe sich eine besondere Verantwortung, vorhandenen Wohnraum zügig wieder nutzbar zu machen.
Die CDU verweist darauf, dass es sich nicht um einen kurzfristigen Leerstand handelt, sondern um eine seit Jahren bekannte Situation. Vor diesem Hintergrund sei der Zustand aus wohnungspolitischer Sicht nicht akzeptabel.
Nach Angaben der CDU hat es in der Vergangenheit wiederholt Gespräche und Sachstandsabfragen zur Zukunft der Gebäude gegeben. Zuletzt sei in Aussicht gestellt worden, dass die Sanierungsarbeiten am Angelsachsenweg in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden sollen. Erst im Anschluss sei eine Vermietung vorgesehen.
Die CDU macht deutlich, dass diese Zeitplanung nun verbindlich eingehalten werden müsse. Weitere Verzögerungen würden den ohnehin bestehenden Wohnungsmangel in Münster weiter verschärfen.
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Neben der Kritik an der Eigentümerin richtet sich die CDU auch an die Stadt Münster. Erwartet wird mehr Transparenz darüber, welche Schritte die Verwaltung bislang unternommen hat und wie die Situation rechtlich bewertet wird. Insbesondere die Anwendung der Wohnraumschutzsatzung spielt dabei aus Sicht der CDU eine zentrale Rolle.
Die Fraktion fordert, vermeidbaren Leerstand konsequent zu verfolgen und dabei alle Eigentümer gleich zu behandeln. Zudem sollen die zuständigen Fachausschüsse umfassend über den aktuellen Stand informiert werden.
Mit der aktuellen Stellungnahme wird deutlich, dass das Thema Leerstand der ehemaligen Britenhäuser weiter politischen Sprengstoff birgt. Sowohl Bund als auch Stadt stehen unter wachsendem Druck, tragfähige Lösungen zu liefern. Ob die angekündigten Sanierungs- und Vermietungsschritte tatsächlich umgesetzt werden, dürfte die politische Diskussion in Münster weiter prägen.