
Leverkusen. Es war ein Abend, der in Leverkusen lange nachhallen dürfte. Der VfB Stuttgart hat dem Bayer 04 Leverkusen zum Start ins neue Fußballjahr eine empfindliche Lektion erteilt und mit einem hochverdienten 4:1-Auswärtssieg ein Ausrufezeichen im Kampf um die Spitzenplätze gesetzt. Vor allem eine furiose erste Halbzeit ließ die BayArena verstummen.
Stuttgart brauchte keine Anlaufzeit. Bereits in den Anfangsminuten setzten die Gäste die Werkself unter Dauerdruck, gewannen zweite Bälle und kamen zu klaren Chancen. Dass es zunächst beim Warnschuss blieb, hatte Leverkusen Torhüter Mark Flekken zu verdanken. Doch die nächste Einladung nutzte Stuttgart eiskalt: Jamie Leweling vollendete nach Steckpass von Deniz Undav zum frühen 0:1.
Leverkusen wirkte fahrig, defensiv ungeordnet und im Spiel nach vorn überraschend ideenlos. Stuttgart dagegen agierte reif, kompakt und brutal effizient. Ein unnötiges Foul im Strafraum brachte den nächsten Rückschlag: Maximilian Mittelstädt verwandelte den fälligen Elfmeter souverän zum 0:2. Noch vor der Pause folgte der eigentliche K.-o.-Schlag.
In der Schlussphase der ersten Hälfte nutzte der VfB jede Unsicherheit des Vizemeisters gnadenlos aus. Erst schnürte Leweling mit einem satten Linksschuss seinen Doppelpack, dann setzte Undav mit einem abgeklärten Abschluss zum 0:4 den Schlusspunkt unter eine erste Halbzeit, die für Leverkusen kaum bitterer hätte verlaufen können. Die Zahlen unterstrichen das Geschehen: klare Vorteile in den Zweikämpfen, deutlich höhere Abschlussqualität und ein reifer, strukturierter Auftritt der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Leverkusen zumindest ein anderes Gesicht. Höheres Pressing, mehr Tempo, mehr Präsenz im letzten Drittel. Chancen waren da, doch Stuttgart verteidigte konzentriert und ließ kaum klare Abschlüsse zu. Ein Foulelfmeter brachte den Hausherren immerhin Ergebniskosmetik: Alejandro Grimaldo verwandelte sicher zum 1:4.
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Mehr ließ der VfB nicht zu. Selbst in der Schlussphase, als Leverkusen noch einmal alles nach vorn warf, behielten die Gäste die Kontrolle, nahmen Tempo aus dem Spiel und ließen keinen Zweifel mehr am Ausgang dieser Partie aufkommen.
Für Stuttgart ist dieser Auftritt weit mehr als nur ein Auswärtssieg. Es war ein reifer, taktisch disziplinierter und offensiv eiskalter Vortrag, der zeigt, wie weit diese Mannschaft inzwischen ist. Leverkusen hingegen wurde schonungslos offengelegt, vor allem defensiv und in der Balance zwischen Risiko und Absicherung.
Der Bundesliga-Auftakt 2026 ist damit klar verortet: Stuttgart meldet sich mit Nachdruck im oberen Tabellenbereich an – und Leverkusen steht vor der Aufgabe, diese historische Klatsche schnell aus den Köpfen zu bekommen.