Vier Milliarden Euro für Lippetal? Blackstone plant riesiges Rechenzentrum

Die KI-Plattform Localmind hat am 5. Oktober einen schweren Sicherheitsvorfall gemeldet. Auch die Kreisverwaltung Steinfurt war Kunde. Was über den Vorfall bekannt ist.
Symbolbild: Markus Spiske

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Im westfälischen Lippetal könnte eines der größten Rechenzentrumsprojekte Deutschlands entstehen. Der US-Investor Blackstone plant dort nach Medienberichten den Bau eines großflächigen Rechenzentrums. Das genannte Investitionsvolumen liegt bei rund vier Milliarden Euro. Genutzt werden soll der Standort künftig für Cloud-Dienste und Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.

Grundstückskauf noch an Bedingungen geknüpft

Nach den vorliegenden Informationen hat Blackstone bereits einen Kaufvertrag für ein Grundstück in einem Industriegebiet unterzeichnet. Der Vertrag entfaltet seine Wirkung allerdings erst, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählen unter anderem baurechtliche Fragen sowie die Sicherstellung der Energieversorgung. Solange diese Punkte nicht abschließend geklärt sind, gilt das Vorhaben als noch nicht final beschlossen.

Entwicklung durch Blackstone-Tochter QTS

Die Planung und Umsetzung des Rechenzentrums soll durch QTS erfolgen, eine Tochtergesellschaft von Blackstone. QTS entwickelt und betreibt Rechenzentrumscampusse und ist nach eigenen Angaben bereits in mehreren europäischen Ländern aktiv, unter anderem in den Niederlanden und in Großbritannien. In Berichten wird zudem darauf verwiesen, dass Anlagen von QTS unter anderem von großen US-Technologiekonzernen wie Amazon Web Services oder Microsoft genutzt werden.

Zeitplan reicht bis in die 2030er Jahre

Mit einer Fertigstellung des geplanten Rechenzentrums wird nicht kurzfristig gerechnet. Nach aktuellem Stand gehen die Beteiligten davon aus, dass der Standort frühestens in den 2030er Jahren vollständig in Betrieb gehen könnte. Das unterstreicht die langfristige Dimension des Projekts und die komplexen Voraussetzungen, die für eine Umsetzung notwendig sind.

Kommune und Region früh eingebunden

Das Vorhaben wurde bereits im Rahmen einer Informationsveranstaltung Anwohnerinnen und Anwohnern vorgestellt. Auch Vertreter der umliegenden Kommunen waren eingebunden. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Stellungnahmen von Lippetals Bürgermeister Tobias Nillies (CDU) sowie von Hamms Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) bekannt. Beide äußerten sich zu Chancen und Rahmenbedingungen eines solchen Großprojekts für die Region.

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Lippetal als möglicher Standort für Großinvestition

Lippetal liegt im Kreis Soest und zählt rund 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das betroffene Industriegebiet wird über die Industriegebiet Westfalen GmbH entwickelt, eine kommunal getragene Gesellschaft, die seit 2020 öffentlich bekannt ist. Medienberichte nennen für das geplante Areal eine Größe von rund 27 bis 30 Hektar. Sollte das Projekt realisiert werden, würde es zu den größten Rechenzentrumsinvestitionen zählen, die bislang in Deutschland bekannt geworden sind.

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Einordnung im bundesweiten Vergleich

Der geplante Standort reiht sich in eine wachsende Zahl großskaliger Rechenzentrumsprojekte in Deutschland ein. Auch andere Konzerne kündigten zuletzt milliardenschwere Investitionen an, etwa im Rheinischen Revier oder in Brandenburg. Vor diesem Hintergrund gilt das Vorhaben in Lippetal als weiteres Beispiel für den zunehmenden Ausbau digitaler Infrastruktur in Deutschland.

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