
Münster. Die politischen und militärischen Verschiebungen in Nord- und Ostsyrien sorgen auch in Deutschland für wachsende Besorgnis. Nachdem syrische Regierungstruppen Gebiete übernommen haben, die zuvor von kurdisch geführten Verwaltungen kontrolliert wurden, rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Was geschieht mit den Strukturen, die Frauen Schutz, Mitbestimmung und konkrete Rechte ermöglicht haben?
Aus Sicht der Bundestagsfraktion der Linken steht insbesondere das politische Modell der Selbstverwaltung in der Region unter Druck. Kathrin Gebel, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, warnt davor, die Entwicklung stillschweigend hinzunehmen. Die Strukturen in Rojava seien ein seltenes Beispiel dafür, dass Gleichberechtigung nicht nur programmatisch, sondern praktisch umgesetzt worden sei. Ein Zusammenbruch dieser Ordnung treffe vor allem Frauen und Mädchen.
Nach Einschätzung Gebels dürfe Deutschland die aktuellen Veränderungen nicht durch politisches Schweigen oder eine Normalisierung der neuen Machtverhältnisse begleiten.
Auch auf kommunaler Ebene werden die Entwicklungen aufmerksam verfolgt. Fatma Karana, Ratsfrau der Linken in Münster, berichtet von großer Verunsicherung innerhalb der kurdischen Community vor Ort. Viele Menschen sorgten sich um Angehörige in der Region und fürchteten neue Fluchtbewegungen, Versorgungsengpässe und eine Zunahme von Gewalt – insbesondere gegen Frauen.
Karana betont, dass es dabei nicht um abstrakte außenpolitische Szenarien gehe, sondern um ganz konkrete Lebensrealitäten. Unter dem aktuellen Druck drohe ein demokratisches und pluralistisches Modell, das international Aufmerksamkeit erlangt habe, schrittweise zerschlagen zu werden.
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Beide Politikerinnen machen deutlich, dass sie von der Bundesregierung eine klarere Haltung erwarten. Die Entwicklungen in Nord- und Ostsyrien seien nicht nur eine regionale Machtfrage, sondern berührten grundlegende Themen wie Menschenrechte, Schutz von Minderheiten und die Rolle von Frauen in Konfliktregionen.
Aus Sicht der Linken müsse Deutschland die Situation aktiv beobachten und politisch reagieren, um zu verhindern, dass mühsam aufgebaute Schutz- und Beteiligungsstrukturen ersatzlos verschwinden.
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