
Münster. Der Verkehr in Münster steht erneut in der Kritik. Anlass ist der aktuelle TomTom-Verkehrsindex, der für das vergangene Jahr eine deutlich gestiegene Stauquote ausweist. Nach den ausgewerteten Daten benötigen Autofahrten im Stadtgebiet im Schnitt rund ein Viertel mehr Zeit als bei freier Fahrt. Die CDU im Rat sieht darin ein Warnsignal und fordert ein Umdenken in der kommunalen Verkehrspolitik. Ziel müsse es sein, den Auto- und Linienbusverkehr wieder flüssiger zu gestalten, ohne andere Verkehrsträger auszuspielen.
Nach Angaben der CDU zeigt der TomTom-Index, dass die sogenannte Staurate in Münster im Vergleich zum Vorjahr um mehr als drei Prozentpunkte gestiegen ist und nun bei 28,5 Prozent liegt. Für den verkehrspolitischen Sprecher der Rats-CDU, Walter von Göwels, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass bestehende Konzepte nicht ausreichen. Aus seiner Sicht habe sich die Verkehrssituation in der Stadt in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Besonders problematisch sei, dass längere Fahrzeiten nicht nur den Individualverkehr betreffen, sondern auch Busse im Linienbetrieb ausbremsen.
Die CDU kritisiert, dass sich die politische Debatte in Münster stark auf das Image der Fahrradstadt konzentriere, während die Bedürfnisse des motorisierten Verkehrs zu wenig berücksichtigt würden. Dabei gehe es nach Darstellung der Christdemokraten nicht um eine Abwertung des Radverkehrs, sondern um ein ausgewogeneres Gesamtkonzept. Eine leistungsfähige Stadt sei darauf angewiesen, dass alle Verkehrsformen zuverlässig funktionieren. Die aktuellen Zahlen wertet die CDU deshalb als Aufforderung, bestehende Maßnahmen zu überprüfen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Wie die Partei mitteilt, müsse sich die Kommunalpolitik intensiver mit der Frage befassen, wie Verkehrsflüsse besser koordiniert und Engpässe reduziert werden können.
Neben der allgemeinen Verkehrsplanung sieht die CDU weitere Ursachen für die zunehmenden Staus. Nach Einschätzung von von Göwels verstärken sich die Probleme durch demografische und wohnungspolitische Entwicklungen. Immer mehr junge Familien würden Münster verlassen, weil sie keinen passenden Wohnraum finden. Ihre Arbeitsplätze blieben jedoch häufig in der Stadt, was zusätzliche Pendlerverkehre nach sich ziehe. Diese Entwicklung trage aus Sicht der CDU dazu bei, dass die Belastung auf den Straßen weiter wachse. Auch Schließungen städtischer Einrichtungen wie Kindertagesstätten werden in diesem Zusammenhang genannt, da sie ebenfalls auf veränderte Bevölkerungsstrukturen hindeuten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik betrifft die Vielzahl paralleler Baustellen im Stadtgebiet. Nach Auffassung der Rats-CDU fehlt es bislang an einer verbindlichen, zentralen Koordination. Um dem entgegenzuwirken, hat die Fraktion einen Ratsantrag für ein zentrales Baustellenmanagement eingebracht. Ziel ist es, Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Akzeptanz für notwendige Infrastrukturmaßnahmen zu erhöhen. Nur durch klare Priorisierung, transparente Abläufe und bessere Abstimmung könne Münster langfristig eine leistungsfähige und zugleich bürgerfreundliche Verkehrsinfrastruktur sichern, so die CDU. Wie die Stadt Münster mitteilt, wird sich der Rat mit dem Antrag in einer der kommenden Sitzungen befassen.
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