Zollrazzia in Münster: Bauunternehmer im Visier der Ermittler

Im Zuge einer groß angelegten Razzia des Hauptzollamts Münster wurden zwei Festnahmen und mehrere Durchsuchungen wegen Wiederholungsbetrugs im Baugewerbe durchgeführt.
Symbolbild: GZD, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

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Münster. In einem Wohngebiet in Münster hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls eine Durchsuchung bei einem Bauunternehmer durchgeführt. Betroffen ist ein 59-jähriger Mann, gegen den im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster ermittelt wird. Thema der Ermittlungen sind unter anderem der Verdacht der Steuerhinterziehung sowie Verstöße gegen sozial- und arbeitsrechtliche Vorschriften.

Die Maßnahme fand in den vergangenen Tagen statt. Ziel war es, Beweismittel zu sichern und Vermögenswerte zu überprüfen. Die Ermittlungen richten sich gegen den Unternehmer persönlich.

Einsatz mit rund 35 Zollkräften in Münster und parallele Maßnahme in Köln

Nach Angaben des Hauptzollamtes Münster waren an der Durchsuchung in Münster rund 35 Zollkräfte beteiligt. Die Verständigung vor Ort war nur mit Unterstützung eines Dolmetschers möglich. Zeitgleich wurde im Zusammenhang mit dem Verfahren eine weitere Durchsuchung in Köln durchgeführt, die von Kräften des Hauptzollamtes Köln unterstützt wurde.

Hintergrund der Maßnahmen ist der Verdacht, dass der Beschuldigte Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nicht abgeführt haben soll. Außerdem wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Darüber hinaus besteht der Verdacht von Verstößen gegen die Sofortmeldepflicht sowie gegen die Pflicht zur Zahlung des tariflich vorgeschriebenen Mindestlohns. Nach Angaben des Zolls sollen Arbeiter unter anderem durch die Zahlung von Schwarzgeld entlohnt worden sein.

Sichergestellte Wertgegenstände, Bargeld und weitere Funde

Die bislang ermittelte Schadenssumme beläuft sich laut Hauptzollamt Münster auf rund 230.000 Euro. Diese setzt sich aus hinterzogenen Steuern sowie nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen zusammen. Im Rahmen der Durchsuchung stellten die Einsatzkräfte zudem zwei Luxusarmbanduhren mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 16.000 Euro sicher. Zusätzlich wurden Konten des Beschuldigten gepfändet, wobei ein Betrag von etwa 65.000 Euro festgestellt wurde.

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Bei der Durchsuchung des Wohnhauses fanden die Beamten außerdem 2.400 Euro Bargeld sowie 50 Stangen unversteuerter Zigaretten. Im Keller wurden zahlreiche Baukleingeräte wie Bohrer entdeckt. Da hierbei der Verdacht eines Diebstahls besteht, wurde auch die Landespolizei hinzugezogen.

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Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte mehrere Arbeitnehmerschlafplätze fest. Im Keller des Hauses wurden sechs Schlafplätze entdeckt, von denen zwei offenbar genutzt waren. Im Erdgeschoss befanden sich weitere vier Schlafplätze, von denen ebenfalls zwei in Benutzung waren. Nach Angaben des Zolls handelte es sich teilweise um einfache Matratzenlager. Ein im Keller befindlicher Tresor wurde mit Unterstützung eines Schlüsseldienstes geöffnet, war jedoch leer.

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