
Münster. Wenn sich Anfang Februar immer mehr Straßen sperren, bunt kostümierte Gruppen durch die Stadtteile ziehen und auf dem Prinzipalmarkt Konfetti liegt, ist klar: In Münster beginnt wieder der Karneval. Die Session 2025/26 steht unter dem Motto „Karneval – eine große Familie“ und verbindet Umzüge, Sitzungen, Partys und gelebte Traditionen.
Der Straßenkarneval in Münster beginnt bereits Anfang Februar. Anders als in vielen rheinischen Städten verteilt sich das närrische Treiben hier auf mehrere Stadtteile, die jeweils eigene Akzente setzen. Den Startschuss gibt traditionell der Umzug in Sprakel, gefolgt von Hiltrup und dem besonders traditionsreichen Ziegenbocksmontag in Wolbeck. Am Sonntag vor Rosenmontag feiert Amelsbüren, bevor der große Rosenmontagszug die Session in der Innenstadt krönt.
Diese zeitliche Staffelung sorgt dafür, dass Karneval in Münster nicht auf ein einzelnes Wochenende komprimiert ist, sondern sich über mehr als zwei Wochen entfaltet – mit Raum für Familien, Vereine und Besucherinnen und Besucher aus dem Umland.
Die Umzüge in den Stadtteilen gelten als Herzstück des münsterschen Karnevals. Sie sind überschaubarer als der Rosenmontagszug, dafür besonders nahbar und stark im jeweiligen Viertel verwurzelt.
Sprakel eröffnet am 1. Februar 2026 mit einem familienfreundlichen Umzug, der traditionell in ein gemeinsames Feiern am Sportplatz mündet. Eine Woche später folgt Hiltrup mit seinem klassischen Samstagsumzug und anschließender Karnevalsparty in der Stadthalle.
Gemeinsam halten wir unabhängige Nachrichten frei zugänglich. Was es dir wert ist, entscheidest du.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist der Karneval in Wolbeck. Am Ziegenbocksmontag ziehen zunächst die Kinder durch den Ortskern, am Nachmittag folgt der große Hauptumzug. Statt „Helau“ hallt hier der Ruf „Hipp-Hipp! Meck-Meck!“ durch die Straßen – ein Verweis auf den Ziegenbock als Symbolfigur des Wolbecker Karnevals. Amelsbüren schließt den Reigen der Stadtteilumzüge am Sonntag vor Rosenmontag ab und verwandelt das „Davertdorf“ für einen Tag in eine Hochburg des Straßenkarnevals.
Der Rosenmontagszug am 16. Februar 2026 ist der größte Karnevalsumzug der Stadt und zieht jedes Jahr zehntausende Menschen an. Start ist traditionell um 12:11 Uhr am Schlossplatz. Von dort aus schlängelt sich der rund vier Kilometer lange Zug durch die Innenstadt, vorbei an Überwasserstraße, Rosenplatz und Ludgerikreisel, bevor er am Nachmittag den Prinzipalmarkt erreicht.
Mehr als 100 Zugnummern mit Festwagen, Fußgruppen und Musikkapellen sorgen für ein buntes Bild. Charakteristisch für Münster ist die Mischung aus humorvollen Motivwagen, lokalen Themen und einer insgesamt familienfreundlichen Atmosphäre. Eine spezielle Zone an der Engelenschanze, in der bewusst auf Alkohol und Rauchen verzichtet wird, richtet sich gezielt an Familien mit Kindern.
Neben den Umzügen prägen zahlreiche Veranstaltungen die Session. Bereits Ende Januar starten die Karnevalsgesellschaften mit Prunksitzungen, Galaabenden und Zeltpartys. Ein fester Termin im Kalender ist die Schlüsselübergabe am Rathaus am Karnevalssonntag. Anders als im Rheinland übernehmen die Narren in Münster erst zu diesem Zeitpunkt symbolisch die Macht über die Stadt, wenn der Stadtschlüssel am Prinzipalmarkt überreicht wird.
Auch Altweiber am Donnerstag vor Rosenmontag spielt eine Rolle, allerdings weniger im öffentlichen Raum als in Kneipen, Vereinen und privaten Feiern. Nach den Umzügen laden Festzelte, Stadthallen und Bars zu After-Zug-Partys ein, die vielerorts bis in den Abend andauern.
Der Karneval hat in Münster eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Im Vergleich zu Köln oder Düsseldorf ist das Brauchtum hier weniger laut, dafür stärker lokal geprägt. Der Narrenruf „Helau“ dominiert, Dreigestirne sind unüblich, stattdessen steht der Stadtprinz im Mittelpunkt der Session.
Besonders prägend ist der ehrenamtliche Einsatz der Karnevalsgesellschaften, die Umzüge, Sitzungen und Kinderkarneval organisieren. Humorvolle Seitenhiebe auf Lokalpolitik und Stadtgeschehen gehören ebenso dazu wie ein ausgeprägter Familiensinn. Diese Mischung macht den Karneval in Münster unverwechselbar.
Wer den Karneval 2026 in Münster erleben möchte, sollte sich frühzeitig informieren. Am Rosenmontag kommt es zu umfangreichen Straßensperrungen, die Innenstadt ist nur eingeschränkt erreichbar. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird dringend empfohlen. Entlang der Zugstrecken gelten Sicherheitsauflagen wie Glasverbote in besonders stark frequentierten Bereichen.
Witterungsfeste Kostüme sind ratsam, da der Februar in Münster oft kühl und wechselhaft ist. Für Familien eignen sich vor allem die Stadtteilumzüge sowie die ausgewiesenen kinderfreundlichen Zonen am Rosenmontag.
In den vergangenen Jahren säumten rund 80.000 Menschen den Rosenmontagszug, bei guten Wetterbedingungen wurden sogar höhere Zahlen erreicht. Mehr als 3.000 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalten den Zug jedes Jahr mit. Trotz steigender Sicherheits- und Organisationskosten ist der Karneval 2026 finanziell abgesichert, nachdem die Vereine gemeinsam zusätzliche Mittel aufgebracht haben.
Damit steht einer lebendigen, vielfältigen Session nichts im Wege. Münster zeigt auch 2026, dass Karneval hier nicht nur Tradition, sondern gelebte Gemeinschaft ist.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu