Wenn Geschichte nicht stillsteht: Videoinstallation „Aufruhr 500“ in Münster

Videoinstallation „Aufruhr 500“ im Krameramtshaus zeigt ab 30. Januar eine künstlerische Auseinandersetzung mit Bauernkriegen und Geschichte. Eintritt frei.
Mareike Fiege und Peter Maria Volkhardt sind Teil des Regie-Trios vom „Kollektiv des guten Willens“, das für die Ausstellung eine Schlacht aus dem Jahr 1525 filmisch und künstlerisch neu inszenierte. ©Stadt Münster

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Münster. Mit der Ausstellung „Aufruhr 500. Drei Projektionen für Münster“ rückt das Kulturamt der Stadt eine der prägendsten Umbruchphasen der deutschen Geschichte in den Mittelpunkt. Ab dem 30. Januar ist im Krameramtshaus am Alten Steinweg eine multimediale Videoinstallation zu sehen, die sich mit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts und der Frage beschäftigt, wie Geschichte erzählt und erinnert wird. Der Eintritt ist frei.

Künstlerisches Projekt des „Kollektivs des guten Willens“

Konzipiert wurde die Ausstellung von dem münsterischen Regie-Trio Mareike Fiege, Peter Maria Volkhardt und Max Wigger, die gemeinsam das „Kollektiv des guten Willens“ bilden. Für das Projekt inszenierte das Kollektiv eine zentrale Schlacht der Bauernkriege aus dem Jahr 1525 neu. Am historischen Schauplatz in Bad Frankenhausen arbeiteten sie mit Statistinnen und Statisten sowie Live-Action-Role-Play-Gruppen zusammen, begleitet von drei Kamerateams. Entstanden sind drei eigenständige Filme, die parallel auf mehreren Projektionsflächen gezeigt werden.

Keine klassische Geschichtsschau, sondern Perspektivwechsel

Die Installation verzichtet bewusst auf eine chronologische oder dokumentarische Darstellung der Ereignisse. Stattdessen hinterfragen die Filme die Konstruktion von Geschichte selbst. Figuren aus unterschiedlichen Epochen treten miteinander in Beziehung, darunter Jakobiner, Funktionärinnen und Funktionäre aus der DDR-Zeit, Aktivisten moderner Protestbewegungen sowie Kulturschaffende der Gegenwart. Alle beziehen sich auf das Erbe der Bauernkriege und deren bis heute nachwirkende sozialen Konflikte.

Öffentliche Eröffnung mit Gespräch

Eröffnet wird die Ausstellung bereits am Donnerstag, 29. Januar, um 18 Uhr. Bürgermeister Klaus Rosenau wird die Einführung übernehmen. Im Anschluss ist ein öffentliches Gespräch zwischen Merle Radtke, Leiterin der Kunsthalle Münster, und dem Regie-Trio geplant. Interessierte sind ausdrücklich eingeladen, an der Eröffnung teilzunehmen.

Öffnungszeiten im Haus der Niederlande

Die Ausstellung ist im Zunftsaal des Krameramtshauses zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr. Das Krameramtshaus wird regelmäßig als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst genutzt und gemeinsam vom Kulturamt der Stadt Münster und dem Zentrum für Niederlande-Studien der Universität Münster bespielt.

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Begleitprogramm mit Lesungen und Performance

Ergänzt wird die Ausstellung durch mehrere kostenfreie Veranstaltungen. Am 7. Februar stellt die Autorin Kathrin Röggla ihren ausgezeichneten Text „Bauernkriegspanorama“ in einer Lesung mit anschließendem Gespräch vor. Direkt danach folgt eine Lecture Performance von Peter Maria Volkhardt unter dem Titel „Einmal Tragödie, Einmal Farce“. Den Abschluss des Rahmenprogramms bildet am 26. Februar eine szenische Lesung des „Kollektivs des guten Willens“, die sich erneut mit dem Projekt „Aufruhr 500“ auseinandersetzt.

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Förderung und Kooperationen

Das Ausstellungsprojekt wird von mehreren Institutionen unterstützt, darunter das Kulturamt der Stadt Münster, die Kunsthalle Münster, die Freunde der Kunstakademie Münster sowie die Sparkasse Münsterland Ost. Entstanden ist „Aufruhr 500“ in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus.

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