
Der Lebensmittelkonzern Danone hat in Deutschland mehrere Chargen seiner Säuglingsnahrung Aptamil vorsorglich aus dem Handel genommen. Grund für den Rückruf ist der Verdacht auf eine mögliche Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid, der von bestimmten Bakterien gebildet werden kann.
Betroffen sind nach aktuellem Stand einzelne Produkte aus der Aptamil-Reihe, die im Zeitraum zwischen Mai und August 2025 hergestellt wurden. Die Rückrufentscheidung erfolgte in Abstimmung mit den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden. Verbraucherinnen und Verbraucher werden aufgefordert, entsprechende Packungen nicht weiter zu verwenden.
Bei Cereulid handelt es sich um ein Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus produziert wird. Der Stoff kann nach dem Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen und weiteren Magen-Darm-Beschwerden führen. In seltenen Fällen sind auch schwerere gesundheitliche Verläufe beschrieben. Besonders sensibel ist der Fall, da es sich bei den betroffenen Produkten um Säuglingsnahrung handelt.
Nach bisherigen Erkenntnissen könnte eine gemeinsam genutzte Zutat aus der internationalen Lieferkette Auslöser des Problems sein. Dabei steht ein spezielles Öl im Fokus, das in verschiedenen Premium-Säuglingsnahrungen verarbeitet wird und von einem externen Zulieferer stammt.
Danone rät Eltern und Betreuungspersonen, Produktname und Mindesthaltbarkeitsdatum genau zu kontrollieren. Betroffene Packungen sollten nicht mehr verwendet und im Handel zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird in der Regel erstattet. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten nach dem Verzehr wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.
Welche konkreten Chargen betroffen sind, wird fortlaufend über den Handel und offizielle Rückrufhinweise kommuniziert.
Der Rückruf bei Danone steht nicht isoliert. Seit Wochen geraten mehrere große Hersteller von Säuglingsnahrung in Europa unter Druck, nachdem bei verschiedenen Produkten Hinweise auf mögliche Kontaminationen aufgetreten waren. Die Vorfälle haben eine breite Diskussion über Lieferketten, Qualitätskontrollen und Informationspflichten ausgelöst.
Verbraucherschützer kritisieren, dass Rückrufe teilweise zunächst intern oder über den Handel abgewickelt wurden und nicht immer sofort öffentlich sichtbar waren. Sie fordern klarere und frühere Warnungen, wenn potenzielle Gesundheitsrisiken für Kinder nicht ausgeschlossen werden können.
Für Danone ist der Rückruf nicht nur ein logistischer und wirtschaftlicher Einschnitt, sondern auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Säuglingsnahrung gilt als besonders sensibles Produkt, bei dem Eltern höchste Sicherheitsstandards erwarten. Gleichzeitig stehen auch Behörden unter Druck, Risiken frühzeitig zu erkennen und transparent zu kommunizieren.
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